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Hands-On

Acer Liquid S1: Einsteiger-Phablet mit Stil

Mit den zunehmend wachsenden Bildschirmgrößen bei Smartphones scheint die Kategorie "Phablets" unbedeutender zu werden. Selbst das von Kritikern gelobte Samsung Galaxy Note II verkommt im Vergleich zum Flaggschiff Galaxy S4 zur Randerscheinung. Nun will auch Acer im Phablet-Business mitmischen und kündigte mit dem Liquid S1 sein erstes vollwertiges Phablet an.

Der 5,7 Zoll große Bildschirm mit 720p-Auflösung (1280 mal 720 Bildpunkte) beeindruckt auf den ersten Blick. Fast glaubt man, einen vollwertigen Full HD-Bildschirm vor sich zu haben, Stufenbildung ist mit freiem Auge nicht erkennbar. Auch Winkelabhängigkeit und Helligkeit waren im kurzen Hands-On gut, müssen jedoch beim Serienmodell noch genauer unter die Lupe genommen werden.

Dual-SIM und flotte Hardware
Beim Design hat Acer gute Arbeit geleistet. Eine sanft abgerundete Rückseite sowie die Metallleiste auf der Seite mit den Bedienknöpfen sorgen für ein hübsches Gesamtbild und sorgen dafür, dass sich das 195 Gramm schwere Phablet angenehm bedienen lässt. Lediglich der Rahmen hätte etwas schmaler gestaltet werden dürfen, 83 Millimeter Breite lassen sich allerdings noch mit einer Hand umfassen. Die Rückseite ist leicht aufgeraut, der Kunststoff ist jedoch kaum spürbar. Tatsächlich ist die Rückseite abnehmbar, dahinter verbergen sich ein microSD-Kartenslot sowie zwei SIM-Karten-Einschübe. Ob es diese Variante allerdings auch nach Europa schaffen wird, ist derzeit noch nicht bekannt.

Technisch bietet man gehobene Mittelklasse: ein MediaTek Quadcore-Prozessor mit je 1,5 GHz, ein Gigabyte RAM, acht Gigabyte interner Speicher sowie ein 2.400 mAh-Akku. Das alles läuft auf einer nahezu unveränderten Version von Android 4.2, die lediglich durch einige Acer-eigene Tools erweitert wurde, die aber durchaus Sinn machen.

Float User Interface
So lässt sich durch längeres Drücken des Taskmanager-Buttons (rechts) ein Menü einblenden, mit dem zuvor festgelegte Apps gestartet und mit Zurück wieder in die vorherige App gewechselt werden kann. So soll es beispielsweise ohne umständliches App-Starten möglich sein beim Lesen einer E-Mail schnell die Kalender-App zu öffnen und beim Zurückgehen wieder zu schließen.

Dieses sogenannte "Float User Interface" wurde auch durch einige kleine Zusatz-Widgets ergänzt, die neben der App verwendet werden können. So wird bei einem Anruf beispielsweise lediglich ein kleines Fenster eingeblendet, über das der Anruf angenommen oder eine kurze Nachricht an den Anrufer geschickt werden kann. Ausser "Auto Profil", einer Profilverwaltungsapp, dem Data Traffic Manager und Acers Antwort auf Siri, Voice Unlock, finden sich keine weiteren Acer-eigenen Apps auf dem Smartphone.

Davon profitiert auch die flotte 8 Megapixel-Kamera, die die Kamera-App von Android 4.2 nutzen kann. Die Kamera soll durch eine lichtstarke Linse (f2.0) sowie einen LED-Blitz besonders gute Bilder bei schwachen Lichtverhältnissen machen. Davon machte sich bei einem ersten Test allerdings nichts bemerkbar. Auch die Aufnahme von 1080p-Videomaterial wird unterstützt. Das Liquid S1 soll ab August für 349 Euro UVP auf den Markt kommen.

Fazit
Hätte Acer das Liquid S1 mit einem teureren Preisschild versehen, wäre das S1 deutlich zu spät gekommen. Doch in diesem Fall hat der Konzern alles richtig gemacht und das Phablet im hochinteressanten Preisbereich von unter 400 Euro angesetzt. Einziger Wermutstropfen bislang: das Liquid S1 wird aller Voraussicht nicht nach Österreich kommen. Da Acer das Smartphone aber vorwiegend über Online-Händler vertreiben möchte, dürfte das Smartphone recht rasch auch bei uns über Umwege käuflich erwerbbar sein.

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