© Gregor Gruber

Ultrabook Test
01/30/2012

Acer S3: Das Netbook, das gern Ultra wäre

Das Acer Inspire S3 gehört zu den günstigsten, derzeit verfügbaren Ultrabooks. Dafür muss man aber auch mit Einbußen beim Display, der Verarbeitung und der Geschwindigkeit zurecht kommen. Die futurezone hat das Acer S3 getestet.

von Gregor Gruber

Zusammen mit Asus’ Zenbook-Serie und Toshibas Z830, gehört die S-Serie von Acer zu den ersten Vertretern der Ultrabook-Klasse. Das S3 mit der Modellbezeichnung "951 2464G34iss" ist mit 800 Euro (UVP) das günstigste momentan verfügbare Ultrabook. Der 300-Euro-Preisunterschied zu den 13,3-Zoll-Varianten von Toshiba und Asus ergibt sich nicht bloß aus Kundenliebe, sondern aus Qualitäts- und Ausstattungsunterschieden. Die futurezone hat das Acer Inspire S3 getestet.

Aussehen & Verarbeitung
Im geschlossenen Zustand sieht das S3 noch ganz hübsch aus. Der Display-Deckel ist in gebürstetem Aluminium-Look gehalten, der Grauton setzt sich harmonisch im unteren Gehäuse fort. Einmal aufgeklappt, weicht die graue Eleganz dem Charme eines Notebooks aus den frühen 90er Jahren. Der Bildschirmrahmen ist hellgrau mit dunkelgrauen Elementen, wie der Polsterung und die zusätzliche Umrandung. Auch unten dominiert Dunkelgrau, mit hellgrauen Tasten. Die Rundungen an den Ecken komplettieren den "Old School"-Look.

Acer S3 Test

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Acer S3 Test

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Um Gewicht zu sparen wurde, wie schon beim Toshiba Z830, das Material möglichst dünn gehalten. Neben dem Touchpad lässt sich das Gehäuse leicht eindrücken, das Display lässt sich an der Unterseite, in der Nähe des Scharniers, biegen. Im Gegensatz zum Z830 (1,12 Kilogramm) hat sich der geringere Materialaufwand nicht sonderlich auf das Gesamtgewicht ausgewirkt: Das S3 wiegt 1,37 Kilogramm und damit sogar mehr als das Asus Zenbook, das auf ein Aluminium-Gehäuse setzt.

Ein weiteres Problem mit dem Display: es wackelt. Es rastet nicht ausreichend in der aufgeklappten Position ein. Beim Tippen wackelt der Bildschirm bereits leicht, im Zug ist das Zitter-Display nur noch irritierend.

Bedienung
Die nicht beleuchtete Tastatur ist gewöhnungsbedürftig. Die Tasten sind aus einem harten, aber rauen Material. Das soll die Griffigkeit verbessern, fühlt sich aber so an, als wären die Tasten schmutzig. Die Abstände zwischen den Tasten wären zwar groß genug zum komfortablen Tippen, doch das Anschlagen der Tasten ist eine Spur zu schwergängig und nicht gleichmäßig. Trifft man die Taste in der Mitte, ist der Widerstand deutlich stärker, als wenn sie an einer Ecke angeschlagen wird. Ebenfalls gewöhnungsbedürftig sind die Miniatur-Cursortasten und die geteilte Enter-Taste.

Das Touchpad mit Multitouch ist gut gelungen und weist angenehme Gleiteigenschaften auf. Das gesamte Pad ist klickbar, die rechte Maustaste wird durch das Drücken des Pads in der rechten, unteren Ecke ausgelöst.

Das Display misst 13,3 Zoll und hat die für die Größe übliche Auflösung von 1366x768 Pixel. Leider ebenfalls typisch ist das spiegelnde Display. Da der Bildschirm auch nicht die maximale Helligkeit des Displays des Asus Zenbook erreicht, ist der Außeneinsatz bei Sonnenschein problematisch. Das LC-Display mit LED-Hintergrundbeleuchtung hat außerdem einen leichten Blaustich.

Ausstattung
Wer Anschluss sucht, wird beim S3 nur bedingt fündig. An der Rückseite gibt es zwei USB-2.0-Anschlüsse und einen HDMI-Ausgang. Die Positionierung der USB-Anschlüsse an dieser Stelle ist nicht besonders geglückt. Rechts gibt es noch einen Kopfhörer-Anschluss, links einen SD-Slot.

Anstatt wie die Konkurrenz einen SSD-Speicher mit 128 oder 256GB zu nutzen, setzt Acer auf eine Mischform. Es ist eine 320GB-Festplatte (5400 Umdrehungen) verbaut, von der etwa 282GB verfügbar sind. Um trotzdem die Qualifikation eines Ultrabooks zu erfüllen, wurde zusätzlich eine 20GB SSD verbaut. Diese dient als automatisch befüllter Zwischenspeicher und sorgt für ein ähnlich schnelles Starten aus dem Standby/Schlaf-Modus, wie ein Ultrabook mit reinem SSD-Speicher. Im Betrieb kann der Nutzer nicht manuell auf den 20GB großen SSD-Speicher zugreifen.

Leistung
Im Leistungstest mit 3DMark06 liegt das S3 mit 3252 Punkten hinter dem Toshiba Z830 und Asus Zenbook, da der Benchmark-Test nur die Haupt-Festplatte erkennt und prüft. Beim Cinebench 11.5 OpenGL-Test erzielt das S3 8,06 BpS (Zenbook 8,50, Z830 10), beim CPU-Test 1,93 BpS (Zenbook mit i7-CPU 2,2, Z830 1,88). Der Windows-7-Leistungsindex ist 4,6.

Unter Volllast bleibt der Lüfter etwas leiser als bei den Ultrabook-Konkurrenten von Asus und Toshiba. Dafür ist am linken Rand eine deutliche Wärmesteigerung zu bemerken, was unangenehm auffallen kann, da beim Tippen an dieser Stelle ein Teil der linken Hand ruht.

Die Akkulaufzeit entspricht der anderen Ultrabooks: Bei der Medienwiedergabe sind unter realistischen Umständen knapp vier Stunden möglich. Im Energiesparmodus, mit stark reduzierter Helligkeit, sind bis zu sechs Stunden tippen und Websurfen per WLAN möglich.

Obwohl am S3 "Dolby Home Theater" zu lesen ist, ist der Sound eher mäßig. Höhen und Tiefen sind kaum vorhanden, auch der vorinstallierte Equalizer hilft hier kaum. Die maximale Lautstärke reicht nicht zur Beschallung einer spontanen Wohnzimmer-Party. Zum Ansehen von YouTube-Videos reicht es, wer Filme mit gutem Ton wiedergeben will, nutzt externe Boxen oder Kopfhörer.

Fazit
Die 300 Euro Preisersparnis sind teuer erkauft. Das S3 ist weder so schick wie das Zenbook, noch so leicht und arbeitstauglich wie das Z830. Es ist im Grunde ein Netbook mit Intel i5-Prozessor. Ein echtes Ultrabook-Feeling kommt beim S3 nicht auf. Deshalb lieber auf ein Zenbook oder Z830 sparen oder auf das Acer S5 warten.

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Modell:
Acer Inspire S3 951 2464G34iss
Display:
Spiegelndes 13,3 Zoll LED-Display, 1366x768
Prozessor:
Intel Core i5-2467M 1,60GHz
Arbeitsspeicher:
4GB DDR3 RAM
Speicher:
320GB HDD + 20GB SSD
Abmessungen:
323x219x17,5mm
Gewicht:
1,37 Kilogramm
Preis:
799 Euro