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13.01.2014

Angespielt: Sonys smartes Upgrade für Tennisschläger

Sony zeigte auf der CES ein nur neun Gramm leichtes Gerät, das jeden Tennisschläger zu einem smarten Racket macht. Die futurezone hat es ausprobiert.

Tief versteckt im Sony Messestand, nach Smartphones, Heimkinohelmen und Playstation 4s, im hintersten Eck der Central Hall, verbirgt sich eines der interessantesten Gadgets der gesamten CES – zumindest für Tennisspieler. In einem halbverglasten Bereich (zum Schutz der Zuseher), werden Bälle aus der Ballmaschine Richtung Auffangnetz retourniert. Ein Projektor blendet an der Wand nahezu in Echtzeit die Daten zu jedem Schlag ein – von der Geschwindigkeit des Balls bis zu dem Punkt der Schlagfläche, mit dem der Ball getroffen wurde.

Sony Tennis Sensor

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Für die Ermittlung dieser Daten sind keine menschlichen Beobachter, Highspeed-Kameras oder 3D-Analysen nötig, sondern lediglich ein Sensor. Dieser Prototyp von Sony wiegt neun Gramm und wird einfach an das Ende des Griffs geklebt. Da das Gerät den Griff nicht überragt, sollte er die meisten Spieler beim Match oder Training nicht behindern.

Eine Kalibrierung des Tennis Sensors ist nicht nötig. Vor dem Start wird lediglich ausgewählt, ob man Links- oder Rechtshänder ist. Der Prototyp benötigt derzeit eine konstante Verbindung per Bluetooth mit einem Smartphone oder Tablet, um die Daten in Echtzeit zur dazugehörigen App zu schicken.

Sony denkt darüber nach, einen „Offline“-Modus einzubauen, der die Daten erst am Ende des Spiels überträgt. Das würde Strom sparen und man müsste nicht darauf achten, dass beim Spielen das Smartphone in Reichweite ist. Der Akku des Prototypen hält eine Stunde, was laut Sony ebenfalls noch verbessert werden soll.

Messungen

Durch Vibrations- und Beschleunigungssensoren erfasst das Gadget mehrere Parameter beim Schlagen: Geschwindigkeit des Balls, Geschwindigkeit des Schwungs, Spin des Balls (in Leveln), Art des Schlages und mit welchem Punkt der Schlagfläche der Ball getroffen wurde.

Im Schnelltest schien der Sensor gute Ergebnisse zu liefern, was aber mangels einer ATP-zugelassenen Radaranlage nicht überprüft werden konnte. In zwei von zehn Fällen wurde derSchlagtyp falsch erkannt – aus einer Vorhand wurde ein Serve und aus einer Rückhand eine Vorhand.

Erster Eindruck

Die Idee ist nicht neu: Babolats Racket Play Pure Drive sammelt ähnliche Daten und überträgt sie ebenfalls per Blueooth zur Smartphone-App. Sonys Sensor kann jedoch auf dem eigenen, bereits vorhandenen Schläger angebracht werden und wird wahrscheinlich günstiger als der Babolat-Schläger (400 US-Dollar) sein.

Falls der finale Sensor präzise genug arbeitet, könnte er beim Training helfen, indem er etwa Schwachstellen aufzeigt. Bei einem Match unter Freunden könnte man schauen, wer bei welcher Schlagart besser trifft oder wer den schnelleren Aufschlag zustande bringt. Für Tennisvereine wäre eine Erweiterung des Courts möglich, bei der ein Projektor, ähnlich wie bei Sonys Messestand, immer die aktuellen Daten zum Schlag an der Wand anzeigt – etwa wenn mit der Ballmaschine geübt wird.

Preis- und Verfügbarkeit von Sonys Tennis-Sensor sind noch nicht bekannt.