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08.08.2011

Asus EeeBox: Bluray-Player mit ein bisschen PC

Die Asus PC EeeBox EB1501P könnte die multimediale, eierlegende Wollmilchsau für den Flat-TV sein: Das Netbook in Settop-Box-Form ersetzt Blu-ray-Player und gibt problemlos jedes Dateiformat wieder - theoretisch. In der Praxis trüben Ruckler die Freude an HD-Inhalten aus dem Web.

Die Asus PC EeeBox EB1501P (499 Euro, Schwarz oder Weiß) ist eine Lösung für ein sehr spezifisches Problem. Der Mini-PC ist für jene User, die heruntergeladene Videos aus dem Web am Flat-TV wiedergeben wollen, aber nicht ihren Computer direkt anschließen können oder möchten und denen ein NAS-System zu komplex ist. Außerdem hat dieses Modell der EeeBox auch ein Bluray-Laufwerk verbaut, wodurch auf einen separaten Bluray-Player verzichtet werden kann. Diesen Bonus bietet zwar auch die PS3, allerdings gibt sie nicht alle Videodatei-Formate wider.

Die EeeBox hingegen nutzt Windows 7 Home Premium und spielt, den richtigen Player vorausgesetzt, alle Video- und Audiodateien ab. Außerdem ist sie besonders platzsparend. Sie misst 19,3 x 19,3 x 3,9cm und ist damit nur etwas größer als ein externes Bluray-Laufwerk. Es gibt drei Möglichkeiten die Box zu positionieren: Legt man sie flach hin, verschwindet sie aufgrund der kompakten Maße nahezu auf dem Receiver oder im TV-Regal. Wird der mitgelieferte Standfuß angeschraubt, wird die EeeBox prominent im Hochformat in Szene gesetzt. In dieser Form überragt sie etwa auch eine Wii-Spielkonsole und wirkt dadurch nicht mehr ganz so kompakt. Soll die EeeBox komplett verschwinden, kann sie mittels der mitgelieferten VESA-Montage an der Rückseite des Flat-TVs oder Monitors angebracht werden. Allerdings ist sie dann außer Reichweite der mitgelieferten Infrarot-Fernbedienung – ein verlängerter IR-Empfänger ist nicht im Lieferumfang enthalten.

EeeBox EB1501P Bilderstrecke

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Verarbeitung
Die Verarbeitung der EeeBox ist gut, die silberfarbene Front Geschmackssache. Zumindest bei der schwarzen Version der Box wäre eine ebenso schwarze Front ansehnlich gewesen. Trotz Mini-Format findet man alle Anschlüsse, die man benötigt. An der Vorderseite gibt es zwei USB-3.0-Anschlüsse, einen 4-in-1-Card-Reader, sowie Kopfhörer- und Mikrofon-Buchse. An der Rückseite sind vier USB-2.0-Anschlüsse, jeweils ein HDMI-, S/PDIF-Audio- und VGA-Ausgang und ein Netzwerk- und E-SATA-Anschluss. WLAN (b/g/n) ist integriert. Die WLAN-Antenne ist drehbar, um sowohl in der Hoch- als auch Querformat-Platzierung der Box über das Gerät hinausragen zu können.

Die mitgelieferte Fernbedienung wirkt weder besonders stabil, noch fragil. Ein Designerstück ist sie nicht gerade, erfüllt aber ihren Zweck. Die oberen Tasten sind beleuchtet, die Zahlentasten nicht. Der Druckpunkt der Gummitasten ist etwas schwammig. Die Steuerung funktioniert in diversen Videoplayern problemlos. Auch wenn die EeeBox komplett heruntergefahren wurde, wird sie durch Drücken auf den Einschnalt-Knopf der Fernbedienung aktiv. Allerdings schaltet sich dann auch die Xbox360 ein. Schaltet man mit der Fernbedienung die EeeBox aus, wird sie nur in einen Standby-Modus versetzt und nicht heruntergefahren.

Hardware
Die technische Ausstattung entspricht der eines Netbooks. 2GB RAM (erweiterbar auf 4GB), Intel Atom Dual Core-Prozessor D525 mit 1,8GHz und ein NVIDIA GT218-ION-Grafikchip mit 512MB. Die Festplatte ist mit 250GB zu knapp für einen Computer dimensioniert, der primär als Mediencenter dient. Zwar können externe Festplatten genutzt werden, was aber wiederum nicht der All-in-One-Idee der EeeBox entspricht und auch den Formfaktor weniger kompakt werden lässt. Das optische Laufwerk kann DVDs und Blu-Rays lesen und DVDs brennen.

Software
Als Betriebssystem dient die 64Bit-Version von Windows 7 Home Premium. Wie bei Asus-Geräten üblich sind diverse Programme vorinstalliert. Die Eee Bar ist eine Shortcut-Leiste, die standardmäßig am oberen Bildschirmrand positioniert ist. Ebenso dabei ist ASUS@Vibe, Asus eigener Streaming-Dienst für Musik und Videos. Das Standardprogramm für die Medienwiedergabe ist das Total Media Center von Arcsoft. Es erfüllt im Grunde dieselben Funktionen wie das Windows Media Center. Obwohl das Total Media Center das Standardprogramm ist, öffnet ein Druck auf die Windows-Taste auf der Fernbedienung das Windows Media Center.

Leistung
Das Abspielen von Blu-rays in FullHD funktioniert problemlos und ruckelfrei. Positiv ist dabei die geringe Lärmentwicklung der EeeBox – kaum ein Störgeräusch dringt an das Ohr des Sehers. DVDs werden auf die entsprechende Displayauflösung hochgerechnet. Die Qualität des Upscaling ist mit dem Total Media Center nicht besonders hoch, hier liefert der VLC Player oder eine PS3 bessere Resultate.

Die geringe Leistung der EeeBox macht sich besonders störend bei der Wiedergabe von Videodateien in 720p oder FullHD bemerkbar. Kurze Clips und Trailer sind kein Problem, bei Dateien mit etwa 1GB-Größe in 720p beginnt es bereits leicht zu ruckeln. Ein Film in Spielfilm-Länge mit 4GB-Größe ruckelt inakzeptabel, sowohl bei mp4 als auch mkv-Dateien. Dasselbe gilt für Filme in der FullHD-Auflösung 1080p. Auch bei YouTube-Clips in HD gibt es Aussetzer. In 720p sind diese noch verschmerzbar. Das Betrachten der Online-Videos in 1080p macht aufgrund grober Aussetzer keinen Sinn.

Die Auswahl an Spielen ist durch die Hardware dementsprechend eingeschränkt – aber für diesen Zweck ist die EeeBox ohnehin nicht gedacht.

Fazit
„Ultimatives Full HD Erlebnis“ verspricht Asus auf der Website der EeeBox EB1501P. Dieses Versprechen kann aufgrund mangelnder Leistung, zumindest was das Abspielen von Videodateien und Online-Videos angeht, nicht eingehalten werden. Als Mediacenter kann die EeeBox auch nicht vollständig überzeugen: Es fehlt an Festplattenspeicher und einem internen TV-Tuner. Was übrig bleibt ist ein Blu-ray-Player mit Zusatzfunktionen. Solche bekommt man aber auch günstiger: Um 300 Euro gibt es etwa Blu-Ray-Player mit USB-Anschluss, Festplatten-Recorder und WLAN, die neben den gängigen Formaten auch mkv-Dateien wiedergeben können.