Produkte 14.04.2017

Bastler baut iPhone 6S mit Ersatzteilen für 300 US-Dollar

Scotty Allen hat das iPhone 6S nicht ganz alleine zusammengebaut. © Bild: Screenshot

Ein Softwareentwickler hat in zwei Monaten ein iPhone 6S gebastelt und davon ein Video auf YouTube gestellt. Das Schwerste war für ihn das Löten der Hauptplatine.

Der Softwareentwickler Scotty Allen, der früher bei Google gearbeitet hatte, hat auf seiner dreijährigen Reise in Shenzhen (China) beschlossen, ein iPhone mit Ersatzteilen nachzubauen. Diesen Prozess hat er in einem 23-minütigen Video dokumentiert. Die 16 GB-Version hat er laut eigenen Angaben mit Ersatzteilen im Wert von 300 US-Dollar zusammengebaut.

„Ich habe über 1000 Dollar ausgegeben, aber viele der Teile und Tools, die ich gekauft hatte, habe ich am Ende gar nicht gebraucht. Ich würde sagen, dass die Teile im aktuellen iPhone von mir rund 300 Dollar wert sind“, sagt Allen zu CNET.

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Platine als Hauptproblem

In der Technologie-Metropole Shenzhen hat Allen alle Ersatzteile bekommen, die für den Bau eines iPhone 6S notwendig waren. Insgesamt hat es den Softwareentwickler trotzdem zwei Monate seiner Zeit gekostet, bis er das Teil zusammen hatte. Für den Bildschirm kaufte er etwa Glas, LCD-Screen und die Hintergrundbeleuchtung separat. Den Bildschirm hat er allerdings nicht komplett selbst zusammengebaut, sondern er sah dabei zu, wie das für ihn gemacht wurde.

„Die größte Herausforderung für mich war es aber, meine Hauptplatine selbst zusammenzulöten“, sagte Allen gegenüber CNET. „Die Teile zum Löten waren nicht nur extrem klein, so klein, dass man dafür nicht nur ein Mikroskop benötigen würde, sondern auch eine extrem ruhige Hand.“ Es waren nicht nur hunderte kleine Teile, die gelötet werden mussten, sondern er hätte es auch testen müssen, ob am Ende alles auch richtig funktioniert. Das sei nicht möglich gewesen, weshalb er die Idee, es selbst zu machen verwarf und zu einer fertigen Platine griff.

Beschädigte Komponenten

Der Touch-ID-Sensor kam damit ebenfalls. Manche der gekauften Komponenten waren auch fehlerhaft oder beschädigt und mussten von ihm umgetauscht werden. Am Ende der zweimonatigen Bastel-Aktion war das iPhone 6S mit 16 GB voll funktionsfähig. „Es liegt jetzt neben mir auf meinem Schreibtisch“, sagt Allen.

Für den Softwareentwickler sei das Zusammenbasteln des Geräts „nicht viel anders“ gewesen, als wenn er einen Computer zusammengebaut hätte. „Nur sind die Teile einfach wesentlich kleiner.“ In Shenzhen, der Stadt, in der Allen jetzt auch zeitweise fix lebt, blüht der Markt für Ersatzteile.

( futurezone ) Erstellt am 14.04.2017