© BikeCityGuide

App
06/01/2012

BikeCityGuide: Rad-Navi setzt auf Geheimtipps

Die beiden Fahrradboten Daniel Kofler und Andreas Stückl haben ihr Insiderwissen über Radrouten zu einem Unternehmen gemacht und eine Navigations-App für Radfahrer entwickelt. BikeCityGuide richtet sich sowohl an Stadtbewohner als auch an Städtereisende. Die App kann zudem offline in vollem Umfang genutzt werden.

von Claudia Zettel

"Mehr Menschen auf das Fahrrad bekommen", so lautet das Ziel der Gründer von BikeCityGuide, den beiden steirischen Fahrradboten Daniel Kofler und Andreas Stückl. Vor etwa einem Jahr entschlossen sie sich zur Unternehmensgründung, Ende April wurde schließlich die Navigations-App für Radfahrer veröffentlicht. Dank ihres Berufs mit reichlich Insiderwissen über schnelle, interessante und sichere Wege für Radfahrer ausgestattet, wollen Kofler und Stückl mit ihrem Projekt zeigen, dass Fahrradfahren prinzipiell in jeder Stadt Spaß machen kann.

"Unser Fokus liegt auf den Bedürfnissen urbaner Radler", so Kofler zur futurezone. Über die App werden ganze Städte als "Pakete" angeboten und geladen. Somit sind sie dann auch komplett offline nutzbar. Neben den Kartendaten, die auf dem Handy gespeichert werden, erfolgt auch die Berechnung der Routen ausschließlich auf dem Smartphone. Damit ist vor allem Städtereisenden aus dem Ausland gedient, für die dann keine Roamingkosten bei der Nutzung der App anfallen.

Die Idee von Offline-Karten ist nicht ganz neu und wird auch von anderen Herstellern angeboten. Aber, so Kofler, "für die Berechnung des Routings ist bei den meisten eine Internetverbindung erforderlich und so sind diese offline nur sehr eingeschränkt verwendbar". Navigationsoptionen würden im Offline-Modus meist nicht angeboten.

Audionavigation und Insider-Tipps
Grundsätzlich bietet die App drei wesentliche Dienste an: Eine Start-Ziel-Navigation, Touren und individuelle Touren. BikeCityGuide versteht sich laut Kofler nicht nur als herkömmlicher Routenplaner, sondern setzt auch auf Sprach-Navigation. Die Nutzer können sich entweder für visuelle Routen oder für die Sprachnavigation entscheiden. "Smartphone in die Hosentasche, Ohrstöpsel rein und losradeln", sagt Kofler.

Eine Besonderheit der App sei das Insiderwissen über Radwege abseits der herkömmlichen, offensichtlichen Straßenverbindungen. Die Fahrradkuriere haben ein Jahr lang Infos über sichere und komfortable Strecken zusammengetragen und darauf basierend das Routing erstellt. "Es gilt: Große Straßen meiden, Radwege, ruhige Neben- und Spielstraßen priorisieren, und die Häufigkeit der Abbiegungen miteinbeziehen", erklärt Kofler.

Derzeit ist die App für die Städte Wien, Graz, Linz, Innsbruck und Salzburg  verfügbar. Die Schweiz und Deutschland sollen noch vor dem Sommer hinzukommen, danach werde der Fokus auch auf andere europäische Länder gelegt. Da die Fahrradboten-Community international vernetzt sei, könnten grundsätzlich in allen Großstädten der Welt von den Boten erstellte Insider-Touren angeboten werden, so Kofler. "Sie können zuhause den angenehmsten Weg zwischen A und B finden oder aber in Berlin auf Insider-Touren die Stadt hautnah und aktiv entdecken." In jedem Städtepaket werden auch zahlreiche Sehenswürdigkeiten gelistet. Zusätzliche Informationen werden aus Wikipedia integriert. Das Kartenmaterial selbst kommt von OpenStreetMap. "Mittlerweile ist diese Karte so genau, vor allem im Bereich der Radinfrastruktur, dass viele Navigationsanbieter auf OpenStreetMap setzen", sagt Kofler.

Städte und Kommunen als Partner im Visier
Die App an sich kann kostenlos heruntergeladen werden, lädt man sich dann ein Städtepaket, werden dafür künftig 6,99 Euro fällig. Bis Ende Juni stehen die Pakete allerdings noch gratis zum Download zur Verfügung.

"Unser Anliegen Nummer eins für die Zukunft ist es, dass Städte oder Gemeinden, die ihren Radlern etwas Gutes tun wollen, ein Abo bei uns erwerben und die Pakete dann kostenlos anbieten", sagt Kofler. Mit der Stadt Graz habe man das bereits umgesetzt. Zur Zielgruppe zählen aber auch Stadtbewohner, die ihr eigene Stadt besser kennenlernen wollen. "Da  gehts zum Beispiel um das Thema Freizeit: Wie komme ich am besten vom 16. Bezirk in die Lobau", so Kofler. Je größer die Entfernung, desto mehr tendiere man, auf öffentliche Verkehrsmittel zurückzugreifen, da oft die Orientierung fehle. Interessant sei die App auch für Pendler, die möglicherweise aufs Rad umsteigen wollen, bisher aber nur die herkömmlichen Wege via Öffis oder Auto kennen.

Nicht zuletzt sollen auch Touristen profitieren. "Manche kommen ja schon mit dem Rad nach Wien. Der Radweg Wien-Passau etwa zählt 300.000 Radler im Jahr", sagt der BikeCityGuide-Gründer. Die App bietet den Touristen die Möglichkeit, neue Orte, auch Orte abseits des Massentourismus zu entdecken.

BikeCityGuide ist derzeit für das iPhone erhältlich. Die Fertigstellung einer Android-Version soll in Kürze erfolgen.

Mehr zum Thema

  • Bikemap: Die Radrouten-App