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Sport
04/20/2011

Bikemap: Die Radrouten-App

Über den Dienst Bikemap können weltweit rund 400.000 Radrouten abgerufen, sowie neue Wege erstellt werden. Ein 16-jähriger Schüler hat im Alleingang die iPhone-App für den Online-Dienst programmiert.

von Thomas Prenner

Beim Online-Dienst Bikemap.net können Radfahrer aus aller Welt ihre Routen veröffentlichen und mit anderen Interessierten teilen. Präsentiert werden die Wege über Google Maps. Die Routen können ausgedruckt oder mittels GPS-Export auf entsprechende tragbare Geräte kopiert werden. Darüber hinaus kann direkt bei dem Dienst ein Trainingstagebuch geführt werden. Außerdem kann man mit den eingetragenen Routen Trainings-Events erstellen und andere User dazu einladen.

Um die Services von Bikemap.net auch unterwegs zu nutzen, hat der 16-jährige Niederösterreicher Felix Krause eine App programmiert - sie ist übrigens kostenlos. Eigentlich wurde er für ein Praktikum bei  Toursprung, dem Unternehmen hinter Bikemap.net, engagiert. Geschäftsführer Helge Fahrnberger erzählt der futurezone, dass er von den Fähigkeiten des Schülers überrascht war: „Er hatte keine Erfahrungen mit Apps, also haben wir uns auch nicht viel erwartet. Wir haben ihn aber unterstützt, vor allem durch Öffnen der entsprechenden Schnittstellen.“

300 Arbeitsstunden
Der junge Programmierer, der eigentlich noch eine HTL in Wr. Neustadt besucht, erzählt der futurezone wie aufwändig die Arbeit war: „Insgesamt habe ich etwa 300 Arbeitsstunden in die Applikation gesteckt“. Die Zulassung im App Store ging problemlos vonstatten: „Ich habe sie eingesendet und genau eine Woche später kam das Okay von Apple“. Auffallend ist, dass im App Store bei "Entwickler" statt seines Namens der Name seines Vaters angezeigt wird. „Das hat etwas mit Apples Richtlinien zu tun“, so Krause. „Offiziell kann man in Apples Store nur Applikationen einreichen, die von einem volljährigen Programmierer kommen.“

iPad-Variante
Neben der Standard-Variante ist seit Freitag auch Bikemap HD im App Store erhältlich.

Laut dem Entwickler ist eine Besonderheit der Applikation, dass sie auch offline funktioniert: „Das Kartenmaterial wird beim Öffnen zwischengespeichert. Das heißt, man kann sie auch problemlos für Fahrradrouten im Ausland nutzen, ohne hohe Roaming-Gebühren zahlen zu müssen.“

Erfolgreich
Der Erfolg gibt ihm Recht, in den ersten elf Tagen wurde die App über 3200 Mal herunter geladen. "Durch die iPad-Version werden es sicherlich noch viele mehr", hofft Krause. Der Erfolg ist natürlich ein weiterer Motivationsfaktor: "Es ist ein gutes Gefühl, dass die eigene Arbeit gut ankommt“, freut sich der junge Software-Entwickler. Fahrnberger ist ebenfalls von Krauses Arbeit überzeugt: „Der Erfolg der App ist absolut überraschend, er hat einen  professionellen Job gemacht und das in seiner Freizeit“, so Fahrnberger.

"Run Map" als nächstes Ziel
Über kommende Projekte hat sich der 16-Jährige bereits Gedanken gemacht: „Natürlich wäre eine Umsetzung unter Android toll, allerdings ist der Arbeitsaufwand groß.“ Auch für andere Toursprung-Projekte könnten noch Apps gefragt sein, so bietet das Unternehmen zusätzlich noch Plattformen für Laufrouten, Wanderrouten oder Skaterouten an. „Als nächstes ist eine Applikation für die Laufplattform „Run Map“ geplant“, so Krause.

Junge Programmierer ändern zunehmend das Software-Geschäft: „Wir leben in Zeiten, in denen 16-Jährige uns Software-Firmen zeigen, wo der Hammer hängt", sagt Toursprung-Geschäftsführer Helge Fahrnberger. "Und das ist gut so."