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21.10.2012

Billig-Konsolen im Test: Freche China-Kopien

Die aktuellen Spielkonsolen sind bereits am Ende ihres Zyklus angelangt, doch der Preis will einfach nicht fallen. Um jeweils 50 Euro gibt es mit der Arcade Extreme und der Arcade CamCon recht günstige Alternativen mit teilweise kuriosen Spielen.

Mehr als sechs Jahre nach der Einführung der aktuellen Konsolengeneration liegt der Preis für eine Spielkonsole immer noch weit über 100 Euro. Selbst Nintendos Wii, die mit der Wii U Ende November einen Nachfolger erhält, kostet nach wie vor knapp 150 Euro. Die Suche nach einer günstigen Alternative verkommt oftmals zu einem sinnlosen Unterfangen, doch die futurezone hat mit der Arcade Extreme sowie der Arcade CamCon zwei 50 Euro-Konsolen getestet, die zumindest für Kinder durchaus unterhaltsam sein können.

Die Spiele der Konsolen

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Conrad Spielkonsole

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Arcade Extreme 32 Bit
Die Ähnlichkeit der Arcade Extreme mit Nintendos Wii ist frappierend. Das verdächtig leichte Gehäuse wirkt wie eine stark abgerundete und in der Mitte "gequetschte" Variante der Wii. Diese Ähnlichkeit des chinesischen Nachbaus ist wohl auch gewollt, denn die Arcade Extreme wird ebenso über Controller mit Bewegungssensor kontrolliert, ähnlich der Wiimote. Die Controller werden mit 3 AA-Batterien (nicht im Lieferumfang) betrieben und sind eine freche Kopie der Wiimote. Apropos Batterien: Sollte es einmal an Steckdosen mangeln, kann die Arcade Extreme auch mit Batterien betrieben werden. Der Strombedarf ist ohnedies relativ gering, das mitgelieferte Netzteil versorgt die Konsole mit nur 350 mA.

Die Konsole wird über ein Komponentenkabel am Fernsehgerät angeschlossen und ist nach nur wenigen Sekunden vollständig hochgefahren. Dann präsentiert sich dem Nutzer bereits das Übersichtsmenü, in dem die Spiele nach Kategorien sortiert angezeigt werden. Neben den Klassikern Bowling, Tennis und Golf finden sich auch einige kuriose Vertreter unter den insgesamt 29 Titeln. So kämpft der Spieler in "Sword of Warrior" als Conan-Verschnitt gegen ebenso knapp bekleidete Gegner und muss dabei mit dem Controller zuschlagen um das Schwert zu schwingen. Ebenso kurios ist "Magic Fairy", bei dem als Spielfigur eine Elfe auf einem fliegenden Schwein reitet und gegen Ninjas und kugelrunde Fledermäuse kämpfen muss.

Die auf der Verpackung angekündigten "hochauflösenden Grafiken" sucht man vergeblich, stattdessen stellt sich ein leichtes Retro-Gefühl ein: Hölzerne Animationen im Stile der frühen 90er Jahre, verpixelte Gegner und 3D-Intros im Daumenkino-Stil. Dennoch erhält das Spielgefühl gerade durch diese Darstellung einen gewissen Charme und das Wichtigste ist: Die Spiele machen dennoch, zumindest kurzfristig, Spaß. Manche Titel haben sogar einen Zwei-Spielermodus, bei dem gegeneinander angetreten werden kann. So gibt es die Möglichkeit, gegeneinander zu Fechten oder nacheinander zu Bowlen.

Ziemlich frech: Bei den oft zu kurz gehaltenen Erklärungen des Spielprinzips und der Steuerung hat der Hersteller ziemlich offensichtlich Bilder von Nintendos Wiimote verwendet. Dennoch kann der Arcade Extreme ein gewisser Spielspaß nicht abgesprochen werden, der für den relativ niedrigen Preis in Ordnung ist. Zu einem vergleichbaren Preis erhält man beispielsweise nur ein Spiel für eine der aktuellen Konsolen, auf der Arcade Extreme sind immerhin 29 (Mini-)Titel vorinstalliert, angeblich lassen sich sogar neue Spiele über die mitgelieferte SD-Karte nachinstallieren. Selbst ein kleines Malprogramm im MS Paint-Stil findet sich auf der Arcade Extreme. Für professionelle Grafiker wohl keine Alternative, aber Kinder können sich hier austoben.

Die Konsolen in Bildern

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Conrad Spielkonsole

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Arcade CamCon 32 Bit
Mit der CamCon hat der Hersteller Millenium auch einen Kinect-Klon im Angebot. Optisch gibt es hier wiederum eine große Ähnlichkeit zu den sprechenden Geschütztürmen aus Portal. Dazu trägt vor allem die drehbare Kamera in der Mitte sowie die runden Formen des Gehäuses bei. Doch im Gegensatz zur Kinect erkennt die verbaute Webcam keinerlei Tiefeninformationen, sondern nur Bewegung. So kann der Spieler auch relativ leicht betrügen, indem ers sich relativ nah vor die Kamera begibt.

Zum Start lacht dem Nutzer neben seinem eigenen Gesicht auch der Name der Software entgegen: Kinez. Angst vor einer Klage wegen der Verletzung von Markenrechten hat man beim chinesischen Hersteller offenbar nicht. Auch die 25 mitgelieferten Spiele entsprechen im Grunde genommen dem Standard-Paket, das es bereits seit Sonys EyeToy-Webcam gibt. Boxen, Kickboxen, Surfen und Ping Pong stehen unter anderem zur Auswahl. Die Kontrolle funktioniert gut, lästig ist lediglich der große Abstand, der zur Kamera gehalten werden muss.

Im Gegensatz zur Arcade Extreme geht hier der Retro-Charme etwas verloren, vor allem, da die Grafiken etwas höher aufgelöst sind und dadurch zumindest um einen Hauch moderner wirken. Ebenso gibt es keinen SD-Karteneinschub und so voraussichtlich auch nicht die Möglichkeit, zusätzliche Spiele zu installlieren.

Fazit
Vollwertiger Ersatz für eine Xbox 360 oder eine Playstation 3 stellen die beiden Billigkonsolen nicht dar, vor allem da die Konkurrenz deutlich mehr Spiele und Funktionen zu bieten hat. Dennoch können die beiden Konsolen, vor allem die Arcade Extreme, einen unterhaltsamen und günstigen Einstieg für Kinder in die Videospielwelt bieten. Alternativ bleibt nur mehr die etwas betagte, aber immer noch beliebte Playstation 2, die, wie die dazugehörigen Spiele, nach wie vor in vielen Geschäften erhätlich ist. Die Konsole wird meist in einem Bundle verkauft und kostet knapp 100 Euro. Die Arcade Extreme sowie die Arcade CamCon schlagen jeweils mit 50 Euro zu Buche.

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