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06.02.2016

bq Aquaris M5 im Test: Spanischer Klotz ohne Tadel

Der hierzulande kaum bekannte iberische Smartphone-Hersteller bietet mit dem Aquaris M5 ein Preis-Leistungsverhältnis, das neugierig macht.

Der spanische Konzern für Unterhaltungselektronik mit Sitz in Madrid stellt hauptsächlich Smartphones, Tablets, 3D-Drucker und Lernroboter her. Von seinem Smartphone-Portfolio hat uns bq die 32-GB-Ausgabe des Aquaris M5 für einen Test zukommen lassen.

Äußeres

Das Gewicht beträgt 144 Gramm und die Maße belaufen sich auf 143 mal 69,4 mal 8,4 Millimeter. Ich weiß, man sollte nicht immer jedes Smartphone mit einem iPhone vergleichen, aber durch die eckigen Kanten und den abgeflachten Seiten im Metall-Look muss sich das bq Aquaris M5 den Design-Vergleich mit dem iPhone 5 gefallen lassen.

bq Aquaris M5

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Der Metall-Look ist übrigens eine Täuschung. Denn der Rahmen des Aquaris M5 fühlt sich zwar wie Metall an, besteht aber aus einem Alu-Fake-Material das eigentlich Plastik ist. Die Rückseite ist aus ebenso aus Plastik und lässt sich nicht abnehmen, sodass der Akku nicht getauscht werden kann.

An der rechten Seite des Unibody-Gehäuses befinden sich der Einschub für die microSD-Karte, der Volume-Kippschalter sowie die Powertaste. Auf der linken Seite sind die beiden Einschübe für die zwei micro-SIM-Karten angebracht. Der Anschluss für den Kopfhörer befindet sich oben, den OTG-fähige microUSB-Anschluss findet man auf der unteren Seite. Einen haptischen Home-Button gibt es nicht und die Home-, Zurück- und Multitasking-Taste sind dediziert und unterhalb des Bildschirms angebracht.

Obwohl es etwas klobiger ist als andere Smartphones und recht dick wirkt, liegt das Aquaris gut in der Hand und lässt sich gerade noch einhändig bedienen. Die Ränder sind ohnehin schon recht scharf. Dadurch, dass sich der Rand an der Oberseite etwa einen Millimeter abhebt, wird dieser Umstand noch zusätzlich verstärkt.

Hardware

Zum Einsatz kommt ein 64-bit Octa-Core Snapdragon 615 von Qualcomm der mit 1,5 GHz taktet. Als Grafikprozessor kommt ein Adreno 405 zum Einsatz. Bei der 32-GB-Version ist der Arbeitsspeicher drei GB groß. Von der 16-GB-Version gibt es zwei Ausgaben, eine mit zwei GB RAM, eine mit drei GB RAM. Bei der 32-GB-Version bleiben effektiv 27,8 GB Speicher übrig, bei der 16-GB-Version stehen insgesamt 11,8 GB zur freien Verfügung. Der interne Speicher kann bei allen Versionen mit einer microSD-Karte auf bis zu 64 GB erweitert werden. Der Lithium-Polymer-Akku hat eine Kapazität von 3120 mAh.

Benchmarks: 3DMark (Ice Storm Extreme, v1.2): 5537 Punkte AndroBench (Version 4.1, sequentielles Lesen/Schreiben): 132,31 / 80,67 MB/s AnTuTu (v6.0.1, 64-bit): 33.367 Punkte Quadrant (v2.1.1): 21.552 Punkte

Im Grunde kann man dem Aquaris M5 nicht viel vorwerfen, es reagiert zügig und beim Öffnen von Apps entstehen kaum Verzögerungen. Als ich aber ungefähr elf Tabs im Chrome gleichzeitig geöffnet hatte, hatte das Smartphone etwas Mühe. Selbst unter großer Belastung erhitzte es sich kaum und kam auch sonst nicht wirklich ins Schwitzen. Der Akku liegt im passablen Mittelfeld und konnte meine Erwartungen, die durch die hohe Kapazitätsangabe entsprechend hoch war, nicht erfüllen.

Konnektivität

Das Aquaris M5 ist LTE-fähig und mit WLAN-Verbindungen der Standards 802.11 b/g/n kompatibel. Außerdem kann es Bluetooth 4.0 und NFC. Schade ist, dass der schnellere WLAN-Standard ac nicht unterstützt wird.

Display

Das 5-Zoll-IPS-LC-Display löst mit 1080 mal 1920 Bildpunkten auf und kommt damit auf eine Pixeldichte von 440ppi. Die Qualität des Screens ist wirklich einwandfrei: Er ist ausreichend hell, sodass er auch noch bei direkter Sonneneinstrahlung entziffert werden kann. Die Farben werden natürlich und nicht übersättigt wiedergegeben und die Auflösung ist ohnehin hoch genug, sodass alles gestochen scharf erscheint. Geschützt wird das Display von Asahi Dragontrail Glass.

Kamera

Auf der Rückseite des Aquaris M5 sitzt eine 13-MP-Kamera die von einem Dual-LED-Blitz unterstützt wird. Bei der Kamera setzt bq auf den IMX214-Bildsensor von Sony. Die Blendenzahl wird mit f/2,0 angegeben. Videos können damit in einer Auflösung von bis zu 1080p aufgenommen werden. Auf der Vorderseite dient eine 5-MP-Kamera zum Selfies machen. Auch sie wird von einem LED-Blitz unterstützt.

Bei Tageslicht liefert das bq-Handy passable Bilder, wobei es auch vorgekommen ist, dass die Farben etwas unnatürlich beziehungsweise übersättigt dargestellt wurden. Bei schlechten Lichtverhältnissen oder bei Kunstlicht zeigt die Kamera dann doch deutliche Schwächen.

Beispielbilder mit dem bq Aquaris M5

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Die mitgelieferte Kamera-App konnte mich anfangs gar nicht überzeugen. Längere Zeit glaubte ich, es sei nicht möglich manuelle Einstellungen vorzunehmen. Erst durch Zufall entdeckte ich, dass sich die Menüleiste für die Kameraeinstellungen über den Sucher versteckt und erst zum Vorschein kommt, wenn man vom Sucher nach oben swipet. Dieses Einstellungsmenü erinnert stark an die iOS-Kamera-App und konnte mich dann doch noch mit umfangreichen Einstellungsmöglichkeiten überzeugen.

Betriebssystem

Zum Einsatz kommt eine leicht angepasste Version von Android 5.1.1 Lollipop, welche stark an CyanogenMod erinnert - das Einstellungsmenü und das Pull-Down-Menü sind nahezu gleich. Bei Bloatware hat sich der spanische Hersteller sehr zurückgehalten lediglich zwei nicht-löschbare Apps vorinstalliert. Angenehm ist, dass die das Aquaris M5 mit dem Double-Tap-to-Wake-Feature aufwarten kann.

Fazit

Alles in allem ist das bq Aquaris M5 ein brauchbares Smartphone das sein Geld wert ist. Vor allem die günstigste, aber auch schwächste Variante um 269 Euro bietet ein recht gutes Preis-Leistungsverhältnis. Was mich am spanischen Smartphone überzeugen konnte, war vor allem der Bildschirm, der mit hoher Helligkeit, großen Betrachtungswinkeln und gestochener Schärfe durchaus in der Oberklasse mitspielen kann.

Beim Äußeren scheiden sich natürlich die Geister. Jedenfalls liegt das etwas klobige Gerät gut in der Hand und hat durch seine 5-Zoll-Bildschirmdiagonale eine angenehme Größe. Bei den Alltags-Apps gibt es am Aquaris M5 leistungsmäßig nichts auszusetzen, der Akku ist nahezu tadellos und das Betriebssystem ist schön leichtgewichtig und nicht überladen. Wenig überzeugend war die Qualität der Kamera.

Technische Spezifikationen auf der Seite des Herstellers.