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25.08.2016

Canon 5D Mark 4: Vollformat-Kamera mit Features vollgepackt

Canons neue Spiegelreflexkamera 5D Mark 4 hat einen Touchscreen, WLAN, GPS, nimmt Videos in 4K auf und erlaubt es den Schärfepunkt nach der Aufnahme zu verschieben.

Canon hat die 5D Mark 4 angekündigt. Die Spiegelreflexkamera ist das Nachfolgemodell der 5D Mark 3, die bereits 2012 veröffentlicht wurde. Die im Vorjahr veröffentlichten Kameras 5DS und 5DSR haben auf mehr Megapixel statt Geschwindigkeit gesetzt und sind am ehesten als Studio-Ableger der 5D-Serie zu sehen.

Die 5D Mark 4 ist wieder eine „echte“ 5D, die sowohl ambitionierte Amateure als auch Profis anspricht, die etwa eine schnelle Reportagekamera mit Vollformat-Sensor suchen. Der CMOS-Vollformat-Sensor der 5D Mark 4 hat 30 Megapixel, der erweiterte ISO-Bereich ist 50 bis 102.400.

Laut Canon bietet der Sensor einen größeren Dynamikumfang als bei der Mark 3. Der geringere Dynamikumfang der 5D-Serie als bei Kameras der Mitbewerber, ist schon über mehrere Kamera-Generationen hinweg ein Kritikpunkt von Usern gewesen.

Galerie: Canon 5D Mark 4

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7 Bilder pro Sekunde

Mit sieben Bildern pro Sekunde in voller Auflösung und kontinuierlichen Autofokus ist die Mark 4 schneller als die Mark 3 (6 B/s). Im Serienbildermodus können unendlich JPGs und bis zu 21 Fotos im RAW-Format aufgenommen werden.

Die Mark 4 hat 61 Autofokusfelder (41 Kreuzsensoren, f/2.8), die einen etwas größeren Bereich im Sensor abdecken als bei der Mark 3. Bis f/8 arbeitet die Mark 4 mit 61 Autofokusfeldern und 21 Kreuzsensoren. Der Autofokus soll auch noch bei einem Lichtwert von -3 verlässlich arbeiten. Im Live-View-Modus sind es -4. Für die Belichtung (IR und RPG) wird ein Belichtungsmesssensor mit 150.000 Pixeln eingesetzt.

Extras

Die Mark 4 hat WLAN, NFC und GPS eingebaut. IPTC-Daten können jetzt automatisch eingebettet werden, was vor allem Agenturfotografen zugutekommt. Die Mark 4 hat die Daten der Objektive abgespeichert, um bei JPG-Aufnahmen Aberrationen, Lichtbeugungen sowie die Minderung der optischen Auflösung zu korrigieren. Dieses Feature war zuvor nur bei der internen RAW-Verarbeitung möglich.

Das 3,2-Zoll-Display ist jetzt ein Touchscreen, der optional zum Vornehmen von Einstellungen genutzt werden kann. Es gibt keine automatische Helligkeitsanpassung, dafür aber vier Voreinstellungen für die Farbtemperatur der Anzeige.

Im Sucher werden jetzt mehr Einstellungen angeblendet, etwa wenn die Belichtungsmessung umgestellt wird. So muss man die Kamera nicht mehr absetzen, um wichtige Einstellungen vorzunehmen. Die elektronische Wasserwaage aus der 5DSR gibt es jetzt auch in der Mark 4, ebenso wie die Prioritätseinstellung des automatischen Weißabgleich (Neutral oder Warm) und die Flacker-Erkennung. Diese erkennt flackerndes Licht wie Halogenlampen und löst erst aus, wenn die maximale Helligkeit von der Lichtquelle ausgeht.

Dual Pixel RAW

Die 5D Mark 4 hat einen neuen RAW-Aufnahmemodus, den Dual Pixel RAW. Die Bildgröße entspricht dabei dem doppelten eines normalen RAW-Files. Jeder Pixel des Sensors besteht aus zwei Fotodioden. Im Dual-Pixel-RAW-Modus werden diese zusammen genutzt, um zwei Aufnahmen aus leicht versetzten Blickwinkeln zu erhalten.

Dies ermöglicht neue Optionen der Nachbearbeitung, die vorerst aber nur in Canons Digital Photo Professional Software möglich sind. Der Schärfepunkt kann im Nachhinein angepasst werden. Dies ist nicht so umfangreich wie bei einer Lichtfeldkamera möglich, sondern im Zentimeter-Bereich. Canon bezeichnet es deshalb als Mikroanpassung. Bei Porträts kann etwa der Schärfepunkt von den Augenbrauen auf die Pupillen gelegt werden.

Mit der Bokeh-Verlagerung können unscharfe Objekte im Vordergrund leicht zur Seite verschoben werden. Das Reduzieren von Ghosting ist ebenfalls möglich.

4K-Videos

Die Mark 4 nimmt Videos in der echten 4K-Auflösung mit 4.096 x 2.160 Pixeln mit bis zu 30 Frames pro Sekunde auf. Einzelbilder können mit 8,8 Megapixeln aus den Videos extrahiert werden.

FullHD-Videos werden mit bis zu 120 Bilder pro Sekunde aufgenommen. Der neue HDR-Modus funktioniert nur bei FullHD-Videos, nicht bei 4K-Aufnahmen.

In den Einstellungen kann gewählt werden, mit welcher Geschwindigkeit der Autofokus auf das Motiv scharfstellt, auf das man am Touchscreen tippt. So sollen weichere Übergänge als Stilmittel genutzt werden können.

Der neue Batteriegriff (der Griff der Mark 3 und 5DSR sind nicht kompatibel) hat jetzt eine Bohrung für den Video-Pin, wie er bei Videokamera-Stativen gebräuchlich ist. Die Batterien sind die gleichen wie bei Mark 3 und 5DSR.

Hands-on

Ich durfte kurz Hand an ein finales Gerät der Mark 4 anlegen. Als Nutzer der 5DSR kenne ich schon einige der praktischen kleinen Neuerungen. Wer bisher nur die 5D Mark 3 genutzt hat, wird sich etwa über die sinnvollere Wasserwaage im Sucher freuen.

Im Handling gibt es nur wenig Unterschiede zur Mark 3. Das Jogdial hat eine zusätzliche Struktur, um die Griffigkeit zu verbessern. Zwischen Jogdial und Drehrad ist eine neue Taste. In der Primärbelegung wird damit der Autofokus-Modus geändert, was beim kurzen Ausprobieren nicht sehr intuitiv war. Die Taste kann aber vom User mit anderen Funktionen belegt werden.

Der Touchscreen ist beim normalen Fotografieren gesperrt und wird erst durch das Drücken der Q-Taste aktiviert. Im Live-View-Modus ist er sofort aktiv. Das Fokussieren per Touchscreen im Live-View-Modus war überraschend schnell und präzise.

Preis und Verfügbarkeit

Die Canon 5D Mark 4 wird ab Mitte September um 4.099,99 Euro verfügbar sein.

Endes des Jahres werden noch die Neuauflagen zweier Objektive in den Handel kommen, die mittlerweile fast schon Klassiker im Sortiment von 5D-Fotografen sind. Das EF 24-105mm 1:4L IS II USM wird 1.270 Euro kosten, das EF 16-35mm 1:2,8L III USM 2650 Euro.