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06.01.2014

CES 2014 startet mit Trendschau

Die Consumer Electronics Show (CES) 2014 hat für Journalisten bereits am Sonntag ihre Türen geöffnet und die wichtigsten Trends für das kommende Jahr vorgestellt.

20.000 Produkte werden in den kommenden Tagen auf der weltgrößten Elektronikmesse in Las Vegas präsentiert, wie ein Sprecher den versammelten Journalisten stolz erklärt. Die Mischung ist bunt, vom Geschwindigkeitskontrollen-Warngerät bis zum modernen Smartphone ist für jeden Geschmack etwas dabei. Trotzdem gehorchen die Entwicklungen einer gewissen Logik. In diesem Jahr ist der Einfluss der Technik auf die produzierende Industrie ein großes Thema.

“Die erste und zweite industrielle Revolution haben wir hinter uns. Die dritte ist gerade im Gange. Dieses Mal geht es um die Personalisierung von Produkten. In Zukunft können sich Menschen ihre Produkte nach Wunsch gestalten, irgenwann sogar mit einem 3D-Drucker in den eigenen vier Wänden”, so CEA-Sprecher Shawn DuBravac auf der Pressekonferenz.

Sensoren überall

Das gilt nicht nur für Produkte, sondern auch für Services und Dienstleistungen. Sämtliche Angebote sollen sich nach den Bedürfnissen des Kunden richten. Dazu müssen die Anbieter aber eine menge Inforamtionen über ihre Kunden haben und die sollen, wenn es nach der CEA geht, von allgegenwärtigen Sensoren gesammelt werden.

“Hier befinden wir uns am Anfang. 2014 wird die Zahl der Smartphones und Tablets erstmals die zwei Milliarden PCs und Laptops übersteigen. Das Internet der Dinge soll laut Schätzungen bis 2015 25 Milliarden Geräte ans Netz bringen, bis 2025 sogar 55 Milliarden”, so DuBravac. Den Anfang machen dieses Jahr vor allem medizinische Geräte, die etwa Blutdruck oder Puls messen, und Fitness-Tracker.

Bildschirme in allen Größen und Formen

Im Bereich der Bildschirme geht der Trend zu größeren und kleineren Schirmen. “Bis zum iPad gab es eine Lücke in der Bildschirmgröße, heute sind alle Dimensionen gewünscht, von der Smartwatch bis zum UltraHD-Riesenfernseher”, so Miller. Biegbare Displays werden ebenfalls wieder für Aufsehen sorgen, den Massenmarkt aber wohl noch nicht erobern. “Auf der CES gab es immer zwei Arten von Neuvorstellungen. Einerseits die technologisch machbaren, andrerseits die tatsächlich wirtschaftlich sinnvollen Entwicklungen. Oft ist eine Technologie einige Jahre nachher aber zu teuer und setzt sich erst später durch”, so DuBravac.

Biegbare und ultrahochauflösende Displays werden laut Ansicht der Experten der CEA wohl noch einige Jahre brauchen, bis sie reif für den Massenmarkt sind. “Wir erwarten heuer zwar 70 bis 100 neue Vorstellungen im Bereich Ultra HD, von Herstellern bis zu Content-Anbietern. In den USA werden 2014 voraussichtlich aber nur etwa 500.000 neue 4K-Fernseher verkauft werden”, erklärt DuBravac.

Tragbare Computer

Weiter fortgeschritten ist die Entwicklung auf dem Gebiet der Wearables - von Datenbrillen bis zu smarten Uhren. Auch hier sollen dieses Jahr 75 bis 100 Neuankündigungen auf der CES erfolgen. Nächstes Jahr sollen weltweit etwa 1,5 Millionen Smartwatches verkauft werden.

Der Vorteil der Wearables ist, dass durch die weite Verbreitung von Smartphones eine perfekte Infrastruktur vorhanden ist, die viele Aufgaben übernimmt und so einfache, günstig zu produzierende Geräte erlaubt. “Was noch fehlt ist, etwa bei den Uhren, eine Killer-Anwendung”, so DuBravac.

Preisverfall

Das Smartphone als zentraler Pfeiler der nächsten Technologiewelle soll auch die Vermessung der Welt mit einer Unzahl an Sensoren ermöglichen. “Die ersten Sensoren in Smartphones kosteten noch rund sieben Dollar pro erfasster Bewegungsrichtung. Heute kostet das keine 50 Cent mehr. Wenn der Preis fällt, steigt die Zugänglichkeit von Technologie”, erklärt DuBravac weiter.

Mit einer Vielzahl von Sensoren, die einzelne Vorgänge überwachen, lassen sich auch komplexe Probleme lösen. “Was vor 30 Jahren mit einem einfachen Tempomat begonnen hat, wird bald autonom fahrende Autos hervorbringen”, so DuBravac weiter.

Datenschutz nur kosmetisch

Mit all diesen Sensoren wächst aber auch die Menge an Daten, die verarbeitet werden müssen. Das schürt die Bedenken von Privatsphären-Aktivisten. Die Industrie hingegen spielt die Bedenken herunter. “Die Hersteller werden sicher geeignete Mittel ergreifen, um die Sicherheit zu gewährleisten. Es müssen ja nicht gleich alle Daten wie NSA-Daten behandelt werden”, so DuBravac, der auch gleich noch eine größere Verbreitung von Kundendaten prophezeit: “Heute sind viele Datensätze bei einzelnen Firmen oder Geräten isoliert. In Zukunft wird die Information wohl vielen zur Verfügung stehen. Vielleicht ist unser modernes Verständnis von Privatsphäre ohnehin nur eine Anomalie."