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23.01.2019

Chromium-Browser könnte künftig Adblocker blockieren

Google-Entwickler haben einen entsprechenden Entwurf zur Diskussion gestellt.

Adblockern könnte es im Google-Universum bald an den Kragen gehen. Beim Open-Source-Browser Chromium wird derzeit überlegt, verschiedene Add-Ons künftig zu blocken. Das würde dann auch Ad-Blocker betreffen.

Laut einem Bericht von The Register soll Adblock Plus nicht davon betroffen sein, aber ähnliche Plugins von Drittanbietern sehr wohl. Die Begründung hat etwas damit zu tun, das Google für mehr Sicherheit, Privatsphäre und eine bessere Performance sorgen möchte.

Browser-Erweiterungen

Konkret ist der Vorschlag in einem Entwurf des Manifest v3 enthalten, das derzeit von Ingenieuren kommentiert werden kann. Raymond Hill, der Entwickler der Plugins uBlock Origin und uMatrix stellt fest, dass seine Adblocker sehr wohl von den Plnen von Google betroffen wären.

Das Manifest v3 legt die Spezifikationen für Browser-Erweiterungen fest. „Nutzer sollen damit eine erweiterte Kontrolle über ihre Plugins bekommen“, heißt es in dem Dokument. „Ein Nutzer sollte festlegen können, was für Information er mit einer Erweiterung teilt und dieses Privileg selbst bestimmen können.“

Privatsphäre vs. Geschäftsinteressen

Davon, dass Adblocker auch oft die Google-Werbung blocken und dass diese damit auch das Geschäftsmodell von Google beeinflussen, war allerdings nicht die Rede. Ebenso wenig wie davon, dass Google Anbietern wie Adblock Plus Geld zahlt, damit ihre eigene Werbung gewhitelistet und den Nutzern angezeigt wird.

Wie The Register schreibt, glaubt Google, die Privatsphäre der Nutzer besser schützen zu können als es jegliche Browser-Erweiterung kann. Damit entscheidet künftig Google darüber, was für Inhalte Nutzer sehen und nicht mehr der Nutzer selbst, in dem er von ihm selbstständig ausgewählte Adblocker-Erweiterungen einsetzt. Es sollen nämlich vor allem Adblocker-Erweiterungen verbannt werden, die dem Nutzer mehrere Optionen zum Einstellen anbieten.