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16.01.2017

Dyson Pure Hot+Cool Link im Test: Kalt-warm-saubere Luft

Der 599 Euro teure, App-gesteuerte Dyson Pure Hot+Cool kombiniert die Eigenschaften eines Ventilators und Heizstrahlers. Dabei soll er auch die Luft reinigen.

Nachdem sich Dyson mit teuren Staubsaugern einen Namen machte, folgten teure, rotorlose Lüfter. Danach kam die Dyson-Version einen Heizstrahlers und schließlich die Kombi-Variante. Der Pure Hot+Cool Link (UVP 599 Euro) fügt noch zwei Funktionen hinzu: App-Steuerung und Luftreinigung. Ich habe das Gerät getestet – teilweise unter Härtebedienungen, da die Wien Gas beschlossen hat ohne Vorwarnung für sechs Tage das Gas in meinem Wohnhaus abzudrehen, während es draußen Minusgrade hatte.

Galerie: Dyson Pure Hot+Cool Link

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Bauchig

Der Pure Hot+Cool Link sieht den Dyson-Heizlüftern ähnlich, ist aber aufgrund des Luftfilters etwas bauchiger. Dadurch sieht er nicht ganz so futuristisch aus, wie die Dyson-Heizlüfter oder der Pure Cool Link Tower. Letzterer beherrscht aber nur das Kühlen und Luftreinigen. Wärmen, Kühlen und Reinigen kann derzeit nur der Pure Hot+Cool Link.

Für die korrekte Positionierung empfiehlt Dyson mindestens einen halben Meter Abstand zu Wänden, Möbel und insbesondere anderen Wärmequellen, wie etwa Heizkörper, zu halten. Je nach Beschaffenheit der Wohnung ist das gar nicht so einfach, da der Pure Hot+Cool Link sonst mitten im Raum steht und damit eine potenzielle Stolperfalle ist. Für mein Empfinden ist das Stromkabel mit 1,8 Metern etwas kurz geraten. Je nach Steckdosenverfügbarkeit muss man sich mit Verlängerungskabeln helfen, um das Gerät in die Wunschposition zu bringen.

Rotierendes Gebläse

Der Luftring kann gekippt werden, damit der Luftstrom tiefer oder höher ausgestoßen wird. Abgesehen davon muss man für die anderen Einstellungen nicht direkt Hand an den Pure Hot+Cool Link legen. Die Steuerung kann nämlich nicht nur am Gerät, sondern auhc per Fernbedienung oder App erfolgen. Die Fernbedienung hält mittels Magnet an der Oberseite des Luftrings – praktisch, damit sie nicht verloren geht.

Der Luftstrom kann zentriert oder breit gefächert ausgegeben werden. Auf Knopfdruck dreht sich der Pure Hot+Cool Link automatisch, ähnlich wie man es von einem Ventilator kennt. Schade ist, dass es nicht per App möglich ist, das Gerät mit virtuellen Cursortasten präzise auszurichten. Die Ersatzlösung für Aufstehfaule: Rotation starten und versuchen an der Position zu stoppen, die den Luftstrom auf die gewünschte Stelle wirft.

Heiß-Kalt

Die Temperatur kann von 1 Grad Celsius bis 37 Grad Celsius eingestellt werden. Der Pure Hot+Cool Link kühlt bzw. heizt dann, bis die Zieltemperatur erreicht ist oder das Gerät aus technischen Gründen eine Verschnaufpause braucht. Ein normal großes Wohnzimmer kriegt man nicht auf 37 Grad, bevor sich der Pure Hot+Cool Link eine Pause gönnen muss.

Aufgrund der winterlichen Temperaturen habe ich hauptsächlich die Heizfähigkeiten des Geräts getestet. Ein Wohnzimmer mit etwa 20 qm² wurde in etwas mehr als einer halben Stunde von 18 auf 21 Grad Celcius gebracht. In der Testphase vor der Gassperre dauerte es knapp 45 Minuten, um von 21 auf 24 Grad zu kommen.

Für das Aufheizen im Wohnzimmer war es in meinem Test am effektivsten, den breiten Luftstrom zu aktivieren. Je nach Bauform und Möblierung des Zimmers sollte der Luftstrom angepasst werden. Bei längeren Zimmern war der konzentrierte Luftstrom mit aktivierter Rotation besser geeignet, um den gesamten Raum gleichmäßig zu erwärmen. Schade ist, dass die Maximalrotation nach links und rechts nicht festgelegt werden kann. Dadurch könnte effektiver eingestellt werden, wie der Raum aufgewärmt oder gekühlt werden soll. So kann es jetzt schon mal passieren, dass der Pure Hot+Cool Link teilweise gegen die Wand oder einen Kasten bläst, weil er sich zu weit nach links oder rechts dreht.

Gefühlssache

Hält man sich in dem zu heizenden oder kühlenden Raum auf, etwa weil man es auf der Couch kuschelig warm oder im Sommer erfrischend kühl haben will, muss man etwas herumprobieren, bis man die ideale Einstellung hat. Je nach Positionierung des Pure Hot+Cool Link im Zimmer muss man etwa den konzentrierten Luftstrom wählen, damit noch fühlbar warme Luft die kalten Füße erreicht.

Bekommt man die gebündelte warme Luft aber direkt ins Gesicht, weil man den Pure Hot+Cool Link schlecht positioniert hat oder während sich das Gerät automatisch dreht, ist das nicht besonders angenehm. Im Test fühlte sich das an, als würde mir kurzzeitig die Luft wegbleiben.

Luftgeschwindigkeit

Die Geschwindigkeit des Luftstroms kann in zehn Stufen eingestellt werden. Je höher die Stufe, desto gefühlt weniger warm kam die Luft an. Im Test war Stufe 4 ein guter Kompromiss. Ist kühle Luft gefordert, wirkt sich eine höhere Geschwindigkeit nicht negativ aus.

Der Pure Hot+Cool Link ist, wie die meisten Dyson-Geräte, laut, wenn sie volle Leistung bringen. Stufe 4 ist noch akzeptabel, alles darüber war für mich zu laut, um mich ungestört im selben Raum aufhalten zu können. Aber im Sommer gilt in diesem Fall: Lieber den Fernseher lauter audrehen, anstatt zu schwitzen.

Auf Knopfdruck kann ein Nachtmodus aktiviert werden, der die Beleuchtung des Geräts senkt und die maximale Stufe auf 4 begrenzt. Für den Einsatz im Schlafzimmer empfehle ich aber die manuelle Reduzierung auf Stufe 1, falls gewärmt werden soll. Das Zimmer wird so trotzdem warm, ohne allzu laute Betriebsgeräusche. Will man kühlen, kommt man um eine höhere Stufe nicht herum.

Im höchsten Temperatur- und Luftgeschwindigkeitsmodus betrug der Spitzenverbrauch 2295 Watt. Im Modus Wärmen mit 24 Grad Zieltemperatur und Luftstufe 4 war der Spitzenwert 2070 Watt.

Luftreinigung

Dyson verspricht, dass der Pure Hot+Cool Link „automatisch 99,95 % der Allergene und Schadstoffe, bis zu einer Größe von 0,1 Mikron, aus der Luft entfernt“. Dazu zählen laut dem Hersteller Pollen, Allergene, Bakterien, Schimmelpilzsporen, Gerüche, Dämpfe, Autoabgase und Hautpartikel von Haustieren.

Allergiker sollten sich jetzt aber dennoch nicht sofort ein Kätzchen holen, in der Hoffnung, dass der Pure Hot+Cool Link Triefnase und rote Augen verhindert. Denn das Gerät kann natürlich nur dort die Luft reinigen, wo es gerade steht. Außerdem setzen sich die Hautpartikel wahrscheinlich schneller in den Polstermöbeln ab, als sie der Pure Hot+Cool Link aus der Luft filtern kann, wenn er nicht gerade im Dauerbetrieb ist.

Luftqualität

Sobald der Pure Hot+Cool Link läuft, egal ob in kühlender oder wärmender Funktion, wird die Luft gefiltert. Der Filter hat eine Lebensdauer von 4.000 Stunden, bevor er getauscht werden sollte. In der App kann genau angezeigt werden, wie viele Stunden noch übrig sind.

Die Nutzung der App ist essenziell, wenn das Luftreinigungs-Feature bewusst genutzt werden soll. Hier kann einer von drei Zielwerten für die Luftqualität eingegeben werden. Dyson empfiehlt Allergikern die höchste Qualitätsstufe in der App auszuwählen, Nicht-Allergiker die zweithöchste.

Wird der Pure Hot+Cool Link auf Automatik gestellt, aktiviert er sich, wenn die gemessene Luftqualität den Zielbereich unterschreitet. Laut App war in meiner Wohnung die Luftqualität fast immer im guten Bereich, auch wenn der Pure Hot+Cool Link mehrere Tage nicht gelaufen ist.

Um zu sehen, ob sich überhaupt etwas ändert, habe ich den Pure Hot+Cool Link ins Trainingszimmer gestellt. Nach dem Workout war dort die Luftqualität laut App tatsächlich schlechter und nur noch im Bereich „Ausreichend“. Allerdings habe ich dann auf den Klassiker „Fenster auf“ vertraut, um das Raumklima wiederherzustellen, anstatt den Pure Hot+Cool Link laufen zu lassen.

App

In der App wird die aktuelle Luftqualität, sowie die durchschnittliche Luftqualität der vergangen Tage angezeigt. Als Fan von Statistiken hätte ich gerne mehr Informationen gesehen, außer wie lange der Pure Hot+Cool Link am Tag aktiv war. Eine Temperaturkurve etwa oder wann das Gerät mit welcher Luftgeschwindigkeit bzw. in welchen Modus gearbeitet hat.

Ich hätte mir in der App auch mehr Optionen gewünscht, etwa, dass zu bestimmten Uhrzeiten der Pure Hot+Cool Link im Automatik-Modus nur mit einer vom User eingestellten Luftgeschwindigkeit aktiv wird. Auch einstellbare Profile gehen mir ab, in denen ich Temperatur, Rotation, Art des Luftstroms und Stärke des Luftstroms abspeichern kann.

Die Direkt-Steuerung des Pure Hot+Cool Link über die App ist manchmal etwas holprig. Gelegentlich wird die ausgewählte Temperatur oder Luftstärke nicht übernommen, oder zu schnelles Wischen (zum Wechseln der Einstellungen) lässt die App abstürzen. Immerhin ist die WLAN-Verbindung des Geräts stabil, wodurch der Pure Hot+Cool Link auch aus der Ferne gesteuert werden kann – etwa um die gaslose Wohnung schon etwas aufzuwärmen, während man sich auf dem Heimweg befindet.

Fazit

Der Dyson Pure Hot+Cool Link macht das, was er sollte: wärmen, kühlen und sich per App aus der Ferne steuern lassen. In dem mehrwöchigen Test konnte ich allerdings nicht zweifelsfrei feststellen, ob die Luft tatsächlich besser wurde. Vielleicht war sie nicht schlecht genug um eine deutliche Änderung feststellen zu können. Was zumindest merkbar war: Im Gegensatz zu anderen Heizlüftern fühlte sie die warme Luft aus dem Dyson weniger abgestanden an. Der einzig wirkliche Nachteil bei dem Hightech-Luftverteiler: der Preis von 599 Euro.