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09.02.2011

Elektronik an Toyota-Unfällen nicht Schuld

Bericht entlastet Autohersteller - Keine neuerliche Rückrufaktion geplant

Experten der US-Raumfahrtbehörde NASA haben den japanischen Autohersteller von dem Vorwurf entlastet, elektromagnetische Störungen hätten die Unfallserie der vergangenen Jahre ausgelöst. Ein gegenteiliges Votum hätte nicht nur das Vertrauen in die Wagen erneut erschüttert, sondern wohl auch die nächste teure Rückrufwelle zur Folge gehabt.

"Toyotas Probleme waren mechanischer Natur, nicht elektronischer", sagte Verkehrsminister Ray LaHood am Dienstag in Washington. Er hatte zusammen mit dem Kongress auf die Untersuchungen gedrungen. Es habe nur zwei Gründe gegeben, wegen denen die Autos des japanischen Herstellers ohne das Zutun der Fahrer beschleunigt hätten, fuhr LaHood fort: Rutschende Fußmatten und klemmende Gaspedale.

Acht Millionen Autos zurückgerufen

Toyota hatte zur Jahreswende 2009/2010 weltweit mehr als acht Millionen Wagen wegen der beiden Defekte zurückrufen müssen. Das Unternehmen ramponierte sein Image, die Verkäufe brachen ein, der Schaden ging in die Milliarden. Toyota musste überdies in den USA Strafen von insgesamt 48,8 Mio. Dollar (35,8 Mio. Euro) zahlen, weil der Hersteller die Probleme nach Ansicht des Verkehrsministeriums nicht rechtzeitig gemeldet hatte.

Die Studie stärkt Toyota den Rücken - zum einen bei den laufenden Gerichtsverhandlungen über Schadenersatz für die Unfallopfer und Hinterbliebenen. Zum anderen gegenüber der Politik. Insbesondere Verkehrsminister LaHood hatte Toyota mehrfach unterstellt, der Konzern verheimliche den wahren Grund für das ungewollte Beschleunigen. LaHood hatte die komplexe Elektronik der modernen Wagen im Verdacht. Toyota hatte dies von Anfang an zurückgewiesen.

(apa)