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Medialösung

Elektronische Schultafel soll Kommunikation verbessern

In Zusammenarbeit mit der FH Hagenberg in Oberösterreich hat das österreichische Unternehmen Bene die "Nice Wall" entwickelt. Das System funktioniert wie eine Schultafel, mit dem Unterschied, dass Zeichnungen und Geschriebenes nicht auf der Tafel landen, sondern in einer Datei gespeichert werden. Dafür wird die Bildausgabe eines Computers auf eine 112 Zentimeter hohe und 180 Zentimeter lange Leinwand projiziert.

“Die Leinwand ist mit einem nicht wahrnehmbaren Punkt-Muster versehen, das die Eingabe mit speziellen Stiften erlaubt”, erklärt Bene-Produktmanager Markus Eiblmayr der futurezone. Das Verfahren wurde von der Firma Anoto entwickelt und ermöglicht eine gleichzeitige Verwendung der elektronischen Tafel durch bis zu sieben Nutzer. Die Stifte sind mit einer Infrarot-LED und einer entsprechenden Kamera versehen, die eine exakte Bestimmung der Position der Stiftspitze ermöglichen.

Simples Interface

“Das System kann skaliert werden, indem mehrere Leinwände und Projektoren nebeneinander platziert werden. So kann mit bis zu sieben Leinwänden eine an die jeweiligen Bedürfnisse angepasste Tafel installiert werden”, so Eiblmayr. Die speziellen Weitwinkel-Geräte erlauben eine Positionierung sehr nah an der Tafel, was störende Schatten der Nutzer ausschließt. Gesteuert wird das System von einem Windows-Rechner. Mit den Stiften kann prinzipiell jede beliebige Software gesteuert werden, auch wenn Tastatur und Maus in vielen Fällen nicht komplett ersetzt werden können.

Spezielle Programme, die für die Stifteingabe optimiert sind, werden mit der Nice Wall geliefert. Neben der Verwendung als Tafel können auch virtuelle Notizzettel erstellt werden, die nach Belieben gruppiert, verschoben oder mit Zeichnungen verbunden werden können. Mit dem Stift erstellte Zeichnungen und Texte werden in Vektorgrafiken umgewandelt, wodurch sie beliebig skalierbar sind. Durch längeres Berühren der Leinwand mit dem Stift wird das Optionsmenü aufgerufen, in dem Farbe und Stärke der Striche oder die Ausschneide-Funktionalität gewählt werden. Alternativ gibt es auch einen Plastikkreis, den die Nutzer in der Hand halten können, über den die Optionen gewählt werden können. Die Bedienung ist dabei bewusst simpel gehalten, um auch für unerfahrene Nutzer einen problemlosen Einstieg zu gewährleisten.

Digitales Papier

Die Verwendung des Punktmusters zur Positionsbestimmung erlaubt auch das Arbeiten auf anderen Unterlagen. So kann auf die Leinwand verzichtet werden, wenn die entsprechende Musterung, für die eine Lizenz mitgeliefert wird, direkt auf die Wand aufgebracht wird. Mit einem Laserdrucker kann die die Anoto-Maserung auch auf beliebige Druckmedien aufgebracht werden. Mit einer weiteren Variante der Stifte, die mit einer Kuli-Mine ausgestattet ist, kann auch auf Papier Geschriebenes oder Gezeichnetes direkt auf die Tafel übertragen werden. Auch der Import von Bildern von der lokalen Festplatte, aus dem Netz oder von anderen Geräten über das Netzwerk ist per Drag & Drop möglich.

Die fertigen Werke können entweder in einem nativen Format gespeichert oder als PDF exportiert werden. Die Stifte sind mit Akkus versehen, die via USB aufgeladen werden können. Zudem haben die Digital-Federn einen Speicher für bis zu 30 Seiten. So kann auch außerhalb der Bluetooth-Reichweite des Nice-Board-Rechners auf Anoto-Papier gekritzelt werden. Sobald dann eine Verbindung hergestellt ist, werden die gespeicherten Inhalte an die digitale Tafel gesendet. Die Kompabilität mit mobilen Geräten und Handschrifterkennung sind derzeit nicht implementiert. Gerade letzteres wäre sehr praktisch, da es die umfassende Bedienung von anderen Programmen wie Office-Anwendungen erlauben würde.

“Gedacht ist die Nice Wall für Situationen, in denen effizientes Zusammenarbeiten in kleinen Gruppen gefordert ist, egal ob bei Meetings im Büro oder bei Einsatz-Besprechungen, bei denen es hohen Zeitdruck gibt”, so Peter Handlgruber, Head of Product Management bei Bene. Die Kosten für die kleinste Variante mit einem Projektor, einer Leinwand, der Lizenz für das Anoto-Muster und fünf Stiften kostet rund 11.000 Euro. Größere Varianten, die mehr Projektooren verlangen, sind entsprechend teurer. “Im Vergleich mit ähnlichen Systemen, die auf Bildschirme mit integrierten Sensoren setzen, ist die Nice Wall damit günstig”, sagt Handlgruber. Zusätzliche Stifte schlagen mit etwa 40 Euro zu Buche.

Ergonomie

Bene verkauft die Nice Wall in Kombination mit Möbeln für Besprechungen, das Produkt kann aber auch separat geordert werden. Um den Anforderungen des modernen Büroalltags gerecht zu werden, wird bei Bene-Möbeln auf ergonomisches Arbeiten wertgelegt. Die Stühle stützen die Angestellten im Sitzen und die Tische lassen sich per Knopfdruck auf eine Höhe bringen, die ein Arbeiten im Stehen erlaubt. So soll eine aus medizinischer Sicht gesunde Balance zwischen sitzender und stehender Tätigkeit erreicht werden. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die möglichst unsichtbare Integration moderner Technik in die Büroräumlichkeiten. Beamer werden in Kommoden versteckt und projizieren das Bild von unten an die Wand, ohne selbst sichtbar zu sein. Steckdosen, LAN-Buchsen und Kabel verschwinden in den Tischen und kommen nur bei Bedarf zum Vorschein. Auch die Technologie für Telekonferenzen und Besprechungen wird nahtlos in die Büroräume integriert.

Derzeit hat Bene schon einige große Firmen mit Nice Walls beliefert, darunter Procter & Gamble oder BMW. Installation, Einschulung und Anpassung des Systems an Sonderwünsche der Kunden übernimmt ein Spin-off der FH Hagenberg.

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