© Jakob Steinschaden

re:publica
04/14/2011

Flattr: Kleine Spenden bald auch für Tweets

Der Pirate-Bay-Mitgründer Peter Sunde aus Schweden präsentierte auf der re:publica in Berlin Neuerungen für seinen Micropayment-Dienst. Damit sollen mehr Nichtmitglieder in Kontakt mit Flattr kommen, dessen Nutzung sich noch eher bescheiden ausnimmt.

von Jakob Steinschaden

Der vor ziemlich genau einem Jahr gestartete Web-Dienst Flattr, über den Content-Produzenten im Internet einfach an Einnahmen kommen sollen, bekommt neue Funktionen. Das kündigte Gründer Peter Sunde, der zuvor für Pirate Bay tätig war, im Rahmen der Konferenz re:publica in Berlin an. Das neue Modell sieht vor, dass nicht nur Inhalte von Flattr-Mitgliedern mit einer kleinen Geldspende bedacht werden können, sondern auch Content von Nichtmitgliedern. Als Beispiel nannte Sunde Twitter: In Zukunft könne man Twitter-Konten, die besonders gut gefallen, „flattern“. Implementiert könne das Flattern von Nichtmitgliedern überall dort werden, wo die Authentifizierung via OAuth möglich ist - also theoretisch auch Facebook.

Bisher musste zum Flattern ein Button – ähnlich dem Like-Button von Facebook – in die entsprechende Webseite eingebettet werden. Ab 1. Mai werden die Nichtmitglieder darüber informiert, dass ein Geldbetrag auf sie auf der Plattform wartet. Nach einer Anmeldung können sie sich das Geld abholen, wenn in einer bestimmten Zeit das Geld nicht abgeholt wird, geht es an den Geber zurück.

Flattr will seine Präsenz mit dem neuen Feature ausweiten, denn derzeit leidet die Plattform vor allem darunter, hauptsächlich auf deutschen Blogs zum Einsatz zu kommen. Wie das Flattern von Nichtmitgliedern technisch funktioniert, ließ Sunde allerdings offen.

Einnahmen teilen
Außerdem wird Flattr künftig jene zehn Prozent der Einnahmen, die sich der Web-Dienst zur Deckung seiner Betriebskosten einbehält, mit seinen Nutzern teilen. So könnten künftig auch jene Webseiten etwas abkriegen, die zwar den Flattr-Button integriert haben, dieser aber nicht oder nur selten gedrückt wird. Die Geldmenge, die derzeit über Flattr bewegt wird, ist allerdings bescheiden: Etwa 100.000 Euro wechseln pro Monat den Besitzer. Der noch nicht gestartete Whistleblower-Dienst OpenLeaks allein hat davon 600 Euro gesammelt.

In Folge soll Flattr auch in Software integriert werden – im Prinzip überall dort, wo Internetnutzer Content (Musik, Videos, Texte, etc.) konsumieren. So sei etwa der Media-Player VLC bereit, Flattr an Bord zu holen.

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