Foto-Sharing: Die besten Handy-Apps im Test

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Foto-Sharing: Die besten Handy-Apps im Test
02/21/2011

Foto-Sharing: Die besten Handy-Apps im Test

Farbstichig, unscharf, pixelig: Sogenanntes Foto-Sharing via Handy tickt nach gänzlich anderen Regeln als professionelles Fotografieren – und ist gerade deswegen enorm populär. Die FUTUREZONE testete die wichtigsten Mini-Programme für iPhone, Android und Windows Phone 7.

von Jakob Steinschaden

Vergessen Sie für einen Moment  die Profifotografie mit ihren Megapixeln, Tiefenschärfen und Wechselobjektiven, und fokussieren sie darauf, warum Bilder wirklich gemacht werden – um sie jemand anderem zu zeigen. Das ist zumindest die Theorie, die hinter einer ganzen Reihe an neuen Foto-Programmen für Smartphones steht.

„Photo-Sharing“ heißt das Zauberwort für viele Millionen Nutzer weltweit, die mit Handy-Kameras ihre Entdeckungen festhalten, sie dann via Apps ins Web laden und so einer Community zum Schmökern bereitstellen.

Nostalgische Gefühle und kritische Punkte

Neben dem Veröffentlichen der Schnappschüsse im Netz sind  Filter, die über die Bilder gelegt werden, zentral.  Effekte wie „Lomo-Fi“, „1977“ oder „Blanko“ lassen die Handy-Fotos auf Befehl vergilben, zerknittern oder  verblassen. So werden aus faden Alltagsaufnahmen im Handumdrehen charmante Bilder, die  den Look der Analogfotografie im   digitale Jetzt weiterleben lassen.

Die iPhone-App „Instagram“, gewissermaßen der Vorreiter der jungen Branche, ist durch Zufall entstanden. Firmengründer  Kevin Systrom wollte ursprünglich ein Handy-Spiel mit GPS-Ortung namens „Burbn“ entwerfen. Als er   den fertigen Prototypen vor sich hatte, musste er feststellen, „Burbn“ mit Funktionen überfrachtet zu haben. „Wir haben alles rausgeschmissen außer die Fotos, eine Kommentarmöglichkeit und einen Gefällt-mir-Knopf“, so Systrom. Der neue Name „Instagram“ steht für „Sofort-Telegramm“ und soll das Nostalgie-Feeling und die Schnelligkeit der App unterstreichen.

Die Foto-Filter sind nicht unproblematisch. Beim Bewerb „Pictures Of The Year International“ machte eine Aufnahme aus Afghanistan, die mit der  App „Hipstamatic“ geschossen wurde, Platz drei. „Hipstamatic kreiert eine Atmosphäre, die in der Realität nicht existiert“, kritisierte  etwa der Hightech-Blogger Matt Buchanan.

Instagram

Mit Instagram (iPhone, gratis) hat der Hype rund um die Foto-Sharing-Apps seinen Anfang genommen – und das zurecht. Das Mini-Programm funktioniert tadellos und ist bereits als einziges im Testfeld in deutscher Sprache verfügbar. Fotos werden in geringer Qualität gespeichert, was aber einen sehr schnellen Upload ins Web erlaubt. Die Liste der verknüpften Dienste (Facebook, Twitter, Flickr, Tumblr, Foursquare, Posterous) ist ähnlich lang wie bei PicPlz, auch für die Privatsphäre – legt man den Schalter um, dürfen nur mehr ausgewählte Freunde die Bilder sehen – wurde gesorgt. Am meisten Spaß machen aber die Filter, die Aufnahmen einen unverwechselbaren Look verpassen. (5/5)

PicPlz

PicPlz ist der große Konkurrent von Marktführer Instagram und kann einen entscheidenden Vorteil ins Rennen führen: Die kostenlose App ist sowohl am iPhone als auch auf den immer beliebter werdenden Android-Smartphones verfügbar. Das Foto-Sharing hat man indes nicht neu erfunden: Die Nutzer können unbegrenzt Bilder in ihren Account hochladen. Dabei ist auch die höchste Auflösung erlaubt, womit PicPlz die beste Bildqualität bietet. Mit Facebook, Flickr, Twitter, Tumblr, Posterous, Foursquare und Dropbox werden viele wichtige Web-Dienste, an die man  seine Bilder schicken kann, unterstützt. Einzig die Effekte und Filter fallen deutlich schlechter aus als bei der Konkurrenz.(4,5/5)Hipstamatic

Diese App  (iPhone, 1,59 Euro) bietet die umfangreichsten Foto-Funktionen: Der Nutzer kann zwischen verschiedenen virtuellen Objektiven, Filmen und Blitzen wählen, die jeweils für andere Bildergebnisse sorgen. Störend ist, dass die App viel zu lange braucht, diese Effekte in die Aufnahmen einzurechnen.  Das Warten lohnt sich aber in den meisten Fällen,  die Bildqualität ist vergleichsweise hoch. Interessant sind auch die Foto-Wettbewerbe, für die man Aufnahmen über die App einschicken kann. Die schwache Anbindung an Online-Netzwerke und die Zusatzkosten für neue Filter und Effekte stören aber. (3/5)

DailyBooth

Wer einmal von DailyBooth (iPhone, gratis) gehört hat, fragt sich, warum ein solcher Dienst nicht schon viel früher auf den Markt gekommen ist. Das Konzept: Der Nutzer nimmt jeden Tag ein Selbstporträt auf und zeigt so seinen Freunden, in welcher Stimmungslage er ist. Weil am iPhone die Front-Kamera für die Aufnahmen genutzt wird, ist die Bildqualität leider bescheiden. DailyBooth lässt nur die Anbindung an Facebook und Twitter zu, was im Vergleich zu anderen Apps wenig ist. Negativ fällt auf, dass unklar bleibt, welche Personen Zugriff auf die Selbstporträts haben und welche nicht. (2/5)Bubblegum

Die Entwickler  von Bubblegum (gratis) haben eine interessante Strategie gewählt: Anstatt für die führenden Smartphones (iPhone und Android) zu basteln, haben sie ihre Foto-App für Microsofts Betriebssystem „Windows Phone 7“ angefertigt, das seit Kurzem auch von Nokia verwendet wird. Das Mini-Programm bietet neun durchwegs gute Foto-Filter an, die quadratischen Bilder selbst sind eher durchschnittlicher Qualität. Bubblegum kann mit Facebook, Twitter und Foursquare verknüpft werden, um die Aufnahmen Freunden zu zeigen – alles in allem ein solides Service. (3,5/5)

Foodspotting

Ähnlich wie DailyBooth hat sich Foodspotting (gratis, iPhone) auf eine Nische spezialisiert – nur werden eben nicht Gesichter, sondern Speisen fotografiert. Von San Francisco als Hochburg der „Foodies“, wie die Nahrungsfanatiker genannt werden, greift Foodspotting immer mehr um sich. Auch in Österreich haben bereits einige Nutzer Delikates erspäht, mit dem iPhone abgelichtet und hochgeladen. Seine Entdeckungen kann man nicht nur der Foodspotting-Community, sondern auch Kontakten bei Twitter, Foursquare, Flickr und Facebook zeigen. Wenn es der Dienst schafft, in allen großen Städten viele Nutzer an sich zu ziehen, könnte sich daraus ein neuartiger Restaurantführer entwickeln. (3,5/5)

Vergessen Sie für einen Moment  die Profifotografie mit ihren Megapixeln, Tiefenschärfen und Wechselobjektiven, und fokussieren sie darauf, warum Bilder wirklich gemacht werden – um sie jemand anderem zu zeigen. Das ist zumindest die Theorie, die hinter einer ganzen Reihe an neuen Foto-Programmen für Smartphones steht. „Photo-Sharing“ heißt das Zauberwort für viele Millionen Nutzer weltweit, die mit Handy-Kameras ihre Entdeckungen festhalten, sie dann via Apps ins Web laden und so einer Community zum Schmökern bereitstellen.

==Nostalgische Gefühle und kritische Punkte==

Neben dem Veröffentlichen der Schnappschüsse im Netz sind  Filter, die über die Bilder gelegt werden, zentral.  Effekte wie „Lomo-Fi“, „1977“ oder „Blanko“ lassen die Handy-Fotos auf Befehl vergilben, zerknittern oder  verblassen. So werden aus faden Alltagsaufnahmen im Handumdrehen charmante Bilder, die  den Look der Analogfotografie im   digitale Jetzt weiterleben lassen.

Die iPhone-App „Instagram“, gewissermaßen der Vorreiter der jungen Branche, ist durch Zufall entstanden. Firmengründer  Kevin Systrom wollte ursprünglich ein Handy-Spiel mit GPS-Ortung namens „Burbn“ entwerfen. Als er   den fertigen Prototypen vor sich hatte, musste er feststellen, „Burbn“ mit Funktionen überfrachtet zu haben. „Wir haben alles rausgeschmissen außer die Fotos, eine Kommentarmöglichkeit und einen Gefällt-mir-Knopf“, so Systrom. Der neue Name „Instagram“ steht für „Sofort-Telegramm“ und soll das Nostalgie-Feeling und die Schnelligkeit der App unterstreichen.

Die Foto-Filter sind nicht unproblematisch. Beim Bewerb „Pictures Of The Year International“ machte eine Aufnahme aus Afghanistan, die mit der  App „Hipstamatic“ geschossen wurde, Platz drei. „Hipstamatic kreiert eine Atmosphäre, die in der Realität nicht existiert“, kritisierte  etwa der Hightech-Blogger Matt Buchanan.

==Instagram==

!![[1265:side]]!!Mit Instagram (iPhone, gratis) hat der Hype rund um die Foto-Sharing-Apps seinen Anfang genommen – und das zurecht. Das Mini-Programm funktioniert tadellos und ist bereits als einziges im Testfeld in deutscher Sprache verfügbar. Fotos werden in geringer Qualität gespeichert, was aber einen sehr schnellen Upload ins Web erlaubt. Die Liste der verknüpften Dienste (Facebook, Twitter, Flickr, Tumblr, Foursquare, Posterous) ist ähnlich lang wie bei PicPlz, auch für die Privatsphäre – legt man den Schalter um, dürfen nur mehr ausgewählte Freunde die Bilder sehen – wurde gesorgt. Am meisten Spaß machen aber die Filter, die Aufnahmen einen unverwechselbaren Look verpassen. (5/5)

==PicPlz==

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PicPlz ist der große Konkurrent von Marktführer Instagram und kann einen entscheidenden Vorteil ins Rennen führen: Die kostenlose App ist sowohl am iPhone als auch auf den immer beliebter werdenden Android-Smartphones verfügbar. Das Foto-Sharing hat man indes nicht neu erfunden: Die Nutzer können unbegrenzt Bilder in ihren Account hochladen. Dabei ist auch die höchste Auflösung erlaubt, womit PicPlz die beste Bildqualität bietet. Mit Facebook, Flickr, Twitter, Tumblr, Posterous, Foursquare und Dropbox werden viele wichtige Web-Dienste, an die man  seine Bilder schicken kann, unterstützt. Einzig die Effekte und Filter fallen deutlich schlechter aus als bei der Konkurrenz.(4,5/5)

==Hipstamatic==

!![[1267:side]]!!

Diese App  (iPhone, 1,59 Euro) bietet die umfangreichsten Foto-Funktionen: Der Nutzer kann zwischen verschiedenen virtuellen Objektiven, Filmen und Blitzen wählen, die jeweils für andere Bildergebnisse sorgen. Störend ist, dass die App viel zu lange braucht, diese Effekte in die Aufnahmen einzurechnen.  Das Warten lohnt sich aber in den meisten Fällen,  die Bildqualität ist vergleichsweise hoch. Interessant sind auch die Foto-Wettbewerbe, für die man Aufnahmen über die App einschicken kann. Die schwache Anbindung an Online-Netzwerke und die Zusatzkosten für neue Filter und Effekte stören aber. (3/5)

==DailyBooth==

!![[1268:side]]!!

Wer einmal von DailyBooth (iPhone, gratis) gehört hat, fragt sich, warum ein solcher Dienst nicht schon viel früher auf den Markt gekommen ist. Das Konzept: Der Nutzer nimmt jeden Tag ein Selbstporträt auf und zeigt so seinen Freunden, in welcher Stimmungslage er ist. Weil am iPhone die Front-Kamera für die Aufnahmen genutzt wird, ist die Bildqualität leider bescheiden. DailyBooth lässt nur die Anbindung an Facebook und Twitter zu, was im Vergleich zu anderen Apps wenig ist. Negativ fällt auf, dass unklar bleibt, welche Personen Zugriff auf die Selbstporträts haben und welche nicht. (2/5)

==Bubblegum==

!![[1269:side]]!!

Die Entwickler  von Bubblegum (gratis) haben eine interessante Strategie gewählt: Anstatt für die führenden Smartphones (iPhone und Android) zu basteln, haben sie ihre Foto-App für Microsofts Betriebssystem „Windows Phone 7“ angefertigt, das seit Kurzem auch von Nokia verwendet wird. Das Mini-Programm bietet neun durchwegs gute Foto-Filter an, die quadratischen Bilder selbst sind eher durchschnittlicher Qualität. Bubblegum kann mit Facebook, Twitter und Foursquare verknüpft werden, um die Aufnahmen Freunden zu zeigen – alles in allem ein solides Service. (3,5/5)

==Foodspotting==

!![[1270:side]]!!

Ähnlich wie DailyBooth hat sich Foodspotting (gratis, iPhone) auf eine Nische spezialisiert – nur werden eben nicht Gesichter, sondern Speisen fotografiert. Von San Francisco als Hochburg der „Foodies“, wie die Nahrungsfanatiker genannt werden, greift Foodspotting immer mehr um sich. Auch in Österreich haben bereits einige Nutzer Delikates erspäht, mit dem iPhone abgelichtet und hochgeladen. Seine Entdeckungen kann man nicht nur der Foodspotting-Community, sondern auch Kontakten bei Twitter, Foursquare, Flickr und Facebook zeigen. Wenn es der Dienst schafft, in allen großen Städten viele Nutzer an sich zu ziehen, könnte sich daraus ein neuartiger Restaurantführer entwickeln. (3,5/5)

//(Jakob Steinschaden)//