DEUTSCHLAND
11/22/2010

Gmx wird zum Gratis-Mobilfunkanbieter

28 Millionen Nutzer in Deutschland betroffen

Die E-Maildienste Gmx und Web.de wollen mit einem Gratistarif für ihre Mitglieder auf dem deutschen Mobilfunkmarkt Fuß fassen. Die insgesamt rund 28 Millionen Nutzer der beiden Mail-Angebote können ab sofort über den neuen hauseigenen Mobilfunk-Anbieter "Freephone" kostenlos miteinander telefonieren, wie die United-Internet-Tochter "1&1", zu der die Marken gehören, am Montag mitteilte. Das gilt auch für die 1,3 Millionen Mobilfunkkunden, die "1&1" bislang hat. Grundgebühren oder Mindestumsätze werden nicht verlangt. Dafür kosten Gespräche in andere Netze je Minute zehn Cent, ebenso teuer ist eine Kurznachricht. Genutzt wird dazu das Netz von Vodafone.

Hart umkämpfter Markt

Mit den neuen Angebot wagen die Internet-Portale sich auf einen hart umgekämpften Markt. Statistisch gesehen hat jeder Bundesbürger längst mehr als ein Handy. Insbesondere im Discount-Segment, in das "1&1" jetzt vorstößt, ist der Wettbewerb heftig. Im Internet oder beim Supermarkt um die Ecke können knauserige Plaudertaschen schon seit Jahren zwischen ein paar Dutzend Mobilfunkern wie "Simyo" von E-Plus oder "Jamobil" von Drillisch wählen. "1&1" rechne sich trotzdem gute Chancen aus, da keiner der Rivalen bislang dauerhaft Gratis-Gespräche anbiete, sagte ein Unternehmenssprecher. Finanziert werden solle das Angebot beispielsweise durch Zusatztarife, die später dazugebucht werden könnten.

(Reuters)