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05.10.2017

Google Pixel 2 und Pixel 2 XL im Kurztest

Google hat am Mittwochabend seine neuen Smartphones Pixel 2 und Pixel 2 XL vorgestellt. Wir haben sie ausprobiert.

Google versucht weiterhin mit eigenen Android-Smartphones Fuß am Handy-Markt zu fassen. Wie schon die erste Pixel-Generation zielt auch die zweite mit hohen Preisen auf den High-End-Markt ab. So kostet das Pixel XL in der 128GB-Variante stolze 1049 Euro, die günstigste Version (Pixel 2, 64GB) schlägt in Europa immerhin noch mit 799 Euro zu Buche.

Pixel 2

Das Pixel 2 sieht seinem Vorgänger sehr ähnlich und fühlt sich auch in der Praxis so an. Spätestens dann, wenn man vergeblich den Kopfhöreranschluss sucht, weiß man aber, dass man die neue Variante in Händen hält. Die Verarbeitung ist insgesamt gut gelungen, die Oberfläche fühlt sich hochwertig an, die Kanten des Unibody sind sauber abgerundet und mit seinen fünf Zoll liegt das Handy sicher und gut in der Hand.

Galerie: Google Pixel 2

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Als störend empfinde ich, dass die Kamera bei beiden Geräten minimal aus dem Gehäuse hervorsteht. Das sorgt dafür, dass das Handy auf der Rückseite nicht völlig eben auf dem Tisch liegt und birgt zusätzliches Risiko, das Glas vor der Linse zu verkratzen. Ein um einen halben Millimeter dickeres Gehäuse würde ich einer vorstehenden Kamera immer bevorzugen.

Das FullHD-LC-Display hat eine Diagonale von fünf Zoll und sieht in der Praxis durchaus ansprechend aus. In Sachen Schärfe und Farbdarstellung gibt es nichts zu bemängeln. Für ein OLED kam mir die Anzeige im ersten Moment vielleicht sogar eine Spur zu blass vor.

Pixel 2 XL

Anders als das kleine Pixel unterscheidet sich das große vom Vorgänger relativ deutlich. So folgt Google auch hier dem Trend der rahmenlosen Handys. Ganz so dünn wie bei einigen Konkurrenten fällt der Rahmen des Displays aber dann doch nicht aus. Die Oberseite des Displays ist beschichtet, darum wirkt es so, als würde das Display im Vergleich zum Rahmen etwas erhöht sein. In der Praxis stört dieser Umstand allerdings nicht, sondern gibt dem Display sogar ein hochwertiges Aussehen.

Galerie: Google Pixel 2 XL

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Auch das große Pixel macht insgesamt einen hochwertigen Eindruck und liegt trotz der sechs Zoll Displaydiagonale erstaunlich kompakt in der Hand. Auch der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite ist trotz der Gehäusegröße gut und sicher zu erreichen.

Wie auch beim kleinen Pixel ist auch beim großen die restliche Verarbeitung gelungen. Wer sich etwas eingehender mit Smartphones der vergangenen Jahre beschäftigt hat, wird beim Vergleich der beiden relativ schnell erkennen, welches von HTC und welches von LG produziert wurde, da die beiden Unternehmen relativ deutlich ihre Handschrift hinterlassen haben.

Kamera und Software

Wie schon bei den ersten Pixels will man besonders mit der Kameraleistung punkten. Um auch bei schlechten Lichtverhältnissen möglichst wenig Bildrauschen zu produzieren, setzt man auf eine maximale Auflösung von lediglich zwölf Megapixeln. Im ersten Kurztest macht die Kamera wie schon beim ersten Pixel einen hervorragenden Eindruck. Sie startet schnell, löst schnell aus und die Fotos sind trotz widriger Lichtumstände von hoher Qualität. Der neue Porträt-Modus, der eine künstliche Tiefenunschärfe erzeugt, funktioniert im Hands-on ebenfalls erstaunlich gut.

Die Handys sind mit Android in der neuesten Version 8.0 ausgestattet. Das von fast jeglicher unnötiger Last befreite Android ist für viele Anwender vermutlich eine Wohltat.

Ersteindruck

Google hat mit den neuen Pixel abermals zwei Top-Androiden präsentiert, die bei längerem Einsatz vor allem mit der Kamera punkten werden. Hardware stimmt, Verarbeitung stimmt, lediglich der Preis sorgt wie schon im letzten Jahr für Fragezeichen. Ein Einsteigerpreis von knapp 800 liegt über vielen vergleichbaren Modellen der Konkurrenz.

Bei den Pixels bekommt man dafür schnelle Updates und vermutlich eine der besten Kameras am Smartphone-Markt. Ob Käufern das reicht bis zu 1049 Euro für ein Android-Smartphone auszugeben bleibt abzuwarten. Zwar investiert Google viel in den Plan, das “G” zu einem Statussymbol zu machen, am Ziel ist man in Anbetracht aktueller Marktanteile im niedrigen einstelligen Prozentbereich aber noch nicht ankommen.