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06.08.2018

Google stellt offiziell Android 9 vor: Das P steht für Pie

Die neueste Version des Smartphone-Betriebssystems soll mit künstlicher Intelligenz die Akkulaufzeit erhöhen.

Nach etlichen Vorankündigungen und Testversionen, hat Google jetzt Android 9 offiziell vorgestellt. Das Wichtigste vorweg: Das P steht für Pie. Popsicle und Pancake haben es demnach nicht geschafft. Gemeint ist mit Pie die Torte und nicht die Pastete oder Pizza.

Die größte Neuerung von Android 9 ist laut Google die direkte Implementierung von künstlicher Intelligenz. Mit der Hilfe von Deep Learning soll das Betriebssystem lernen, wann welche Apps und Funktionen genutzt werden und diese priorisieren. Was nicht gebraucht wird, wird in den Standby-Modus versetzt, wodurch der User schlussendlich mehr Akkulaufzeit zur Verfügung haben soll.

Die neue automatische Helligkeit passt sich nicht nur dem Umgebungslicht, sondern auch der Aktivität und dem Ort an. So merkt sich die Funktion etwa, dass man abends zuhause auf dem Sofa die Helligkeit lieber etwas höher hat beim Schauen von YouTube-Clips, als beim Surfen im Web.

Android 9

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Aktions-Vorschläge

Android 9 merkt sich auch andere Usergewohnheiten. Steckt man etwa die Kopfhörer an, wird die Spotify-Playlist, die man zuletzt gehört hat, als Aktion vorgeschlagen. Mit Slices werden Direktaktionen angezeigt, wenn man die Google-Suche am Smartphone nutzt. Gibt man etwa „Uber“ ein, poppt ein Vorschlag auf, um eine Fahrt nachhause oder in die Arbeit zu bestellen. Die Funktion wird erst gegen Ende des Jahres nachgeliefert.

Die Navigation von Android 9 sieht nur noch zwei virtuelle Buttons vor: den Home-Button und Zurück. Wischt man nach oben, wird die App-Vorschau angezeigt, die früher einen eigenen virtuellen Knopf hatte.

Weitere Kleinigkeiten sollen die allgemeine Bedienung verbessern. Dazu zählen überarbeitete Schnelleinstellungen, ein besseres Erstellen von Screenshots, vereinfachte Lautstärke-Kontrolle, ein Button zum Bestätigen der Display-Rotation und ein einfacheres Verwalten der Benachrichtigungen.

Digitales Wohlbefinden

Android 9 führt Funktionen für das „digitale Wohlbefinden“ (digital Wellbeing) ein. Eine Statistik zeigt, wie lange man das Smartphone genutzt hat, welche Apps wie lange verwendet wurden, wie oft das Gerät entsperrt wurde und wie viele Notifications man erhalten hat.

Ein eingebauter App-Timer schlägt Alarm, wenn die zuvor eingestellte Nutzungszeit überschritten wurde. Die App kann zwar immer noch genutzt werden, das App-Icon ist aber ausgegraut, um den User an sein selbstgesetztes Zeitziel zu erinnern. Der Nicht-Stören-Modus unterdrückt jetzt auch visuelle Benachrichtigungen, die am Screen auftauchen.

Mit dem „Entspannungsmodus“ schaltet sich der Blaulichtfilter ein wenn es dunkel wird. Danach wechselt das Smartphone in den Nicht-Stören-Modus und das Display wird nur noch in Graustufen angezeigt, wenn die zuvor eingestellte Schlafenszeit erreicht ist. Die Funktionen des digitalen Wohlbefindens sind jetzt als Beta verfügbar. Sie werden Ende des Jahres offiziell für die Pixel-Smartphones launchen. Für andere Geräte kommen sie erst 2019.

Verfügbarkeit

Android 9 wird ab sofort für die Pixel-Smartphones ausgeliefert, Smartphones, die am Beta-Programm von Google teilgenommen haben, bekommen das Update Ende 2018. Dazu gehören Modelle von Sony, Xiaomi, HMD Global, Oppo, Vivo, OnePlus und Essential.

Google arbeitet nach eigenen Angaben auch mit anderen Herstellern zusammen, um das Android-Update noch dieses Jahr auf deren Geräte zu bringen.