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13.07.2012

Googles Vision: Die perfekte Suchmaschine

Die simple Suche nach öffentlichen Webseiten hat ausgedient. Google macht seine Suchmaschine mobiler, persönlicher und vor allem - intelligenter. Bei einem Treffen mit führenden Google-Vertretern im Hauptquartier des Internetkonzerns in Mountain View, USA, hatte die futurezone Gelegenheit, einen tieferen Einblick in Googles Zukunftspläne zu gewinnen.

Einen Begriff bei Google eingeben und eine Liste öffentlicher Webseiten dafür ausgespuckt bekommen, damit ist es bei der Suchmaschine nicht mehr getan. Der Internetkonzern strebt nach Höherem und versucht, seine Suche intelligent, sozial und persönlich zu machen. In Ansätzen wurde das schon umgesetzt, doch Google arbeitet laufend daran, die Funktionen seines Kernprodukts zu erweitern und intelligenter zu machen - nicht zuletzt, um seine Vormachtstellung gegenüber Konkurrenten wie Bing oder Yahoo auch in Zukunft abzusichern. Zuletzt hatte der Suchmaschinenriese etwa in den USA sogar ein wenig an Marktanteil

.

"Das Ziel der Google-Suche hat sich seit dem ersten Tag nicht verändert: Unser Produkt sollte immer in der Lage sein, nach allem zu suchen, was die Leute finden wollen", sagt Ben Gomes, Vice President bei Google und zuständig für die Google-Suche. Bei dem

im Rahmen der Google I/O gab Gomes einen kleinen Einblick, in welche Richtung die Suchmaschine weiterentwickelt wird und warum der Konzern inzwischen alles so "persönlich" nimmt.

Wissensdatenbank
Die starke Weiterentwicklung der Google-Suche betont Gomes etwa im Zusammenhang mit dem sogenannten

. Damit ist die semantische Suchfunktion gemeint, die Google in diesem Mai - zumindest einmal für seine US-Suchmaschine - eingeführt hat. Dabei werden die herkömmlichen Ergebnisse mit weiteren Fakten zu einem Begriff verknüpft und diese als zusätzliche Informationen an der rechten Seite neben den normalen Suchergebnissen angezeigt. So soll ergänzend eine Art Wissensdatenbank entstehen, die auf jeden User individuell zugeschnitten ist und etwa unterscheiden kann, ob jemand nun nach " Taj Mahal", dem indischen Wahrzeichen, oder " Taj Mahal", dem Musiker sucht. "Sie können sich den Knowledge Graph so vorstellen, dass er praktisch verschiedene Punkte im Web ergänzend anbietet, von denen aus man dann das Web weiter entdecken kann"; sagt Gomes.

Personalisiert
Gleichzeitig arbeitet Google daran, die Suche immer stärker zu personalisieren. Dazu wurde das hauseigene Netzwerk Google+ in die Suche integriert und zeigt seit einiger Zeit neben Webseiten auch Postings aus dem eigenen Freundeskreis an. Die Integration sorgt allerdings auch für Kritik, viele Suchexperten werfen Google vor, eigene Inhalte zu bevorzugen, gleichzeitig würde die Relevanz der Ergebnisse leiden, weil die vorgereihten Postings nicht unbedingt auch die besten Informationen lieferten.

Google-Manager Bradley Horowitz, zuständig für Google+, bestätigte im

, dass man hier noch deutlich nachbessern müsse. "Es geht darum, den richtigen Mix von Inhalten zu finden - persönliche Postings, Postings von Freunden und herkömmliche Informationen - sie alle müssen in der richtigen Mischung in die Suche einfließen", so Horowitz. "Wir sind hier noch lange nicht am Ende unserer Arbeit und sehen die Integration von Google+ in die Suche auch weiterhin als ein fortlaufendes Forschungsprojekt an."

Mobile Suche
Einen starken Fokus legt Google derzeit auch auf die Weiterentwicklung der mobilen Suche. "Mit Smartphones werden die Suchanfragen heute immer mehr wie jene via Desktop eingegeben. Früher haben Leute auf dem Handy oft nur ein einzelnes Wort gesucht, aufgrund der verbesserten Eingabemöglichkeit hat sich das inzwischen komplett geändert", sagt Gomes. Entsprechend müsse die mobile Suche angepasst und verbessert werden.

"Einen wichtigen Punkt macht dabei die lokale Suche aus, etwa nach Restaurants oder Verkehrsinfos in der Umgebung", so Gomes weiter. "Zudem haben wir viel Augenmerk auf Auto-Vervollständigung gelegt, weil die bei der mobilen Eingabe besonders wichtig ist." Eine Herausforderung sei es auch, die mobile Suche so schnell wie nur irgendwie möglich zu machen, da die Datenverbindung am Handy nicht immer ideal sei und dadurch ohnehin schon Geschwindigkeit verloren gehe.

Sprachsuche
Schon jetzt hat Google - unter der aktuellen Android-Version 4.1 (Jelly Bean) - eine Sprachsuche in petto, die Apples Siri nicht nur Konkurrenz macht, sondern sogar teilweise übertrifft. Gepaart mit den neuen Funktionen von Google Now - dabei werden lokal Echtzeitinformationen etwa zu Verkehr, Wetter oder Lokalen angezeigt - steckt hier sehr viel Potenzial dahinter. Noch sind die Anwendungen von Google Now, insbesondere außerhalb der USA, zwar begrenzt, für die Zukunft darf man sich hier aber durchaus eine Reihe an nützlichen Features erwarten.

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