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07.10.2016

Gutachten warnt vor Autopiloten in Teslas Model S

Von dem Fahrassistenzsystem des Model S gehe eine erhebliche Verkehrsgefährdung aus, heißt es in einem internen Gutachten des deutschen Verkehrsministerium.

Ein Gutachten warnt dem „Spiegel“ zufolge vor dem Fahrassistenzsystem im Model S des Elektroauto-Pioniers Tesla. Von dem System gehe eine erhebliche Verkehrsgefährdung aus, berichtete das Magazin am Freitag vorab unter Berufung auf ein internes Gutachten im Auftrag des Verkehrsministeriums. Ressortchef Alexander Dobrindt (CSU) kenne das Papier, wolle den Wagen aber entgegen dem Rat seiner Fachleute nicht stilllegen lassen. Das Magazin zitierte das Ministerium mit den Worten, eine abschließende Bewertung zu der Autopilotfunktion liege noch nicht vor.

Seit Monaten gibt es eine Debatte über die Sicherheit des Assistenz-Systems, nachdem zwei tödliche Unfälle mit dem Autopiloten in den USA und China bekanntwurden. Zahlreiche Hersteller setzen für die Zukunft auf das sogenannte autonome Fahren. Der Erfolg steht und fällt dabei mit der Sicherheit.

Kritik an mehreren Punkten

Experten der Bundesanstalt für Straßenwesen haben laut „Spiegel“ das Model S getestet und mehrere Punkte kritisiert. So werde der Fahrer allein schon durch die Bezeichnung „Autopilot“ irregeführt. Er bekomme durch das System nichtangezeigt, wenn es in eine für den Computer unlösbare Fahrsituation gerate. Das Tesla-System fahre „einfach (unsicher) weiter“. Die Sensoren des Autos könnten bei einem Überholmanöver nicht weit genug zurückblicken und auch die Notbremsfunktion habe eine „unzureichende Performance“.

Tesla habe den Ergebnissen des Gutachtens auf Anfrage widersprochen und erklärt, der Autopilot funktioniere nur im Zusammenspiel mit dem Fahrer, der das System stets überwachen müsse, so das Magazin. Das Notbremssystem entspräche „dem Stand der Technik“.