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23.04.2011

Hands-On: Dual-Core-Smartphone HTC Sensation

Ab Mitte Mai soll das neue Flaggschiff von HTC verfügbar sein. Die futurezone hatte schon jetzt die Möglichkeit für ein ausführliches Hands-On mit dem schnellen 4,3-Zöller.

HTC hat sich schon einmal an einem 4,3-Zöller versucht, dem Desire HD. Das konnte allerdings nur wenig überzeugen. Das Sensation macht einiges besser. Trotz der imposanten Bildschirm-Diagonale lässt es sich angenehm halten, zudem ist es mit 11,3mm Tiefe nicht übermäßig dick und mit 148 Gramm leichter als der Desire HD (164 Gramm).

Das Design des Sensation entspricht dem des Desire S – nur größer. HTC-typisch ist es schlicht und dunkel gehalten, nur die Chrom-Ränder des Lautsprechers und der Frontkamera blitzen hervor. Im Gegensatz zum Desire S hat das Sensation kein echtes Unibody-Gehäuse. Um zu Akku, SIM-Karte und microSD-Karte zu gelangen, wird die komplette Rückseite abgenommen. Diese Schale besteht aus Aluminium mit zwei Plastik-Einlagen. Die Kunststoff-Elemente fühlen sich rau an und sollen ein Aus-der-Hand-Rutschen des Geräts verhindern.

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Display
Das Super-LCD-Display hat eine Bildschirmdiagonale von 4,3 Zoll und eine Auflösung von 960 x 540 Pixel. Bei Smartphones mit Display-Größen unter 5 Zoll ist das die zweithöchste Auflösung (iPhone 4 960 x 640 Pixel). Die Darstellung ist scharf, das Bild kontrastreich – auch in der Sonne ist die Darstellung akzeptabel. Für E-Mails und SMS lesen reicht es, Filme schauen sollte man aber doch besser im Schatten.

Der linke und rechte Rand des Displays ist leicht nach oben gebogen. Dies soll (zusätzlich zum Gorilla-Glas) verhindern, dass das Display zerkratzt oder beschädigt wird, wenn das Smartphone zu Boden fällt.

Technik
Das Sensation ist das erste HTC-Smartphone mit einem Dual-Core-Prozessor. Die Zweikern-CPU taktet mit 1,2GHz, der Arbeitsspeicher von 768MB entspricht dem der Single-Core-Modelle Incredible S und Desire S. Ein Akku mit 1520mAh soll eine lange Laufzeit sicherstellen. Der interne Telefonspeicher ist 1GB groß.

Der zusätzliche Kern wirkt sich auf dem der futurezone vorliegenden Vorab-Modell noch nicht nennenswert aus – es fehlen, wie schon beim LG Optimus Speed, die Applikationen, die die Dual-Core-CPU voll ausnutzen. Solche Apps werden hoffentlich Mitte Mai verstärkt im Android Market zu finden sein, da zu diesem Zeitpunkt mit dem LG Optimus Speed (bereits erschienen), Samsung Galaxy SII und HTC Sensation gleich drei Dual-Core-Smartphones verfügbar sind. Die normalen Apps laden beim Sensation angenehm schnell, aber das taten sie auch schon beim Incredible S.

Sense 3.0
Am meisten macht sich der Doppelkern in den 3-D-Effekten von HTCs eigener Benutzeroberfläche Sense 3.0 bemerkbar. Wie schon beim HTCs Tablet Flyer werden die Homescreens nicht mehr von links nach rechts geschoben, sondern wechseln in einer Drehbewegung – quasi ein Homescreen-Karussell. Auch das Wetter-Widget wurde abermals optisch aufgebohrt und sieht in Verbindung mit der Wetter-Live-Wallpaper besonders hübsch aus.

Ebenfalls vom Flyer bekannt ist der neue Lockscreen. Dieser kann, ähnlich wie mit einem Live-Wallpaper, verschieden konfiguriert werden. So kann etwa das Wetter angezeigt werden, aktuelle Twitter- oder Facebook-Meldungen sowie Börsenkurse. Auch hier kommen wieder 3-D-Effekte zum Einsatz. Ebenfalls neu im Lockscreen ist die Schnellwahl zu verschiedenen Funktionen des Smartphones. Wird der dargestellte Ring nach oben gezogen, wird der Bildschirm entsperrt. Zieht man jedoch eines der vier Symbole, die am unteren Bildschirmrand zu sehen sind, in den Ring, wird die Funktion aufgerufen. Kleine Nummern auf den Symbolen zeigen verpasste Anrufe, eingetroffene E-Mails oder empfangene SMS an. Die Verknüpfungen können geändert werden, allerdings ist die Anzahl mit vier Stück fix vorgegeben.

Mit Sense 3.0 gibt es auch ein paar Detailverbesserungen. So wurde etwa die Fläche zum Auswählen von E-Mails vergrößert, wodurch selbiges jetzt einfacher fällt, und die USB-Verbindungsauswahl mit Symbolen optisch aufgewertet.

Programme
Neben den üblichen HTC-Widgets gibt es auch ein paar neue, vorinstallierte Apps. So wird etwa der Kurznachrichten-Dienst Plurk unterstützt. Für das Original-Twitter gibt es die Trends-App, die aktuelle Twitter-Trends zeigt und diese täglich, wöchentlich oder nur für bestimmte Länder anzeigen kann.

Neben dem Tablet Flyer wird das Sensation das erste Smartphone sein, das den On-Demand-Videodienst HTC Watch unterstützt. Dieser wird in Österreich allerdings erst im September starten. Per Streaming wird es möglich sein FullHD-Videos ohne Verzögerung auf dem Smartphone zu betrachten – bzw. per mitgelieferten HDMI-Adapter am Flat-TV wiederzugeben. Einen dedizierten HDMI-Ausgang, wie beim LG Optimus Speed, gibt es nicht.

Die Kamera-App entspricht der des HTC Incredible S. Jedoch kann die 8-Megapixel-Cam auch FullHD-Videos aufnehmen. Ein eingebautes Tool  erlaubt es, die Aufnahmen zu beschneiden um Start- und Endpunkt der selbstgedrehten Clips festzulegen. Wie auch schon beim Incredible S arbeitet die Kamera angenehm schnell. Zwischen zwei Aufnahmen gibt es kaum Verzögerungen, Fokussieren und Auslösen ist ebenfalls rasch. An der Front befindet sich eine 1,2-Megapixel-Kamera für Videochats.

Ersteindruck
War das Desire HD aufgrund seiner Dimension, Gewicht und der geringen Akkuleistung kaum eine Versuchung wert, macht das zweite HTC Android-Smartphone mit 4,3-Zoll-Display eine deutlich bessere Figur. Das Sensation fühlt sich nicht mehr wie ein Klotz an und setzt mit der höheren Display-Auflösung, der Dual-Core-CPU und dem 1520mAh-Akku nicht nur auf äußere Größe, sondern auch auf innere Werte. Ob das ausreicht und auf dem hart umkämpften Markt der Premium-Smartphones zu bestehen, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Dann erscheint nämlich auch Samsungs Dual-Core-Handy Galaxy SII, das der schärfste Konkurrent für das Sensation sein wird. Und falls es nicht reichen sollte: HTC will bereits im September das nächste Flaggschiff vorstellen.

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