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E3
06/12/2013

Hands-On mit dem DualShock4-Controller der PS4

Auf der E3 Spielemesse in Los Angeles ist es erstmals möglich, den Controller der neuen PS4-Konsole auszuprobieren. Dieser ist ergonomischer als das Vorgängermodell und hat bessere Trigger-Tasten. Das Touchpad kann hingegen noch nicht überzeugen.

von Gregor Gruber

Einer von vielen Kritikpunkten an der PS3 war deren Controller. Während er für Renn- und Sportspiele noch gut geeignet war, ließen sich Shooter auf der Xbox 360 deutlich besser steuern. Vielen Spielern war der PS3-Controller zudem etwas zu klein, um gut in der Hand zu liegen und die Analog-Sticks zu rutschig. Mit der PS4 verspricht Sony Besserungen. Die futurezone hat den neuen Controller mit den Spielen Killzone: Shadow Fall, Thief und Driveclub ausprobiert.

Der PS4-Controller heißt offiziell DualShock 4. Auf den ersten Blick wirkt er wie eine Fremdhersteller-Kopie eines PS3-Controllers aus, die vom Sony-Original gerade so weit abweicht, damit es keine rechtlichen Probleme gibt. Der DualShock 4 sieht nämlich wie eine fette, aufgeblasene Version des DualShock 3 aus.

Er ist zwar keine Augenweide, doch der plumpe Look täuscht über die gute Ergonomie hinweg: Der Controller hat mit 210 Gramm nicht zu schwer und gut ausbalanciert. Die größeren Abmessungen bekommen dem Controller gut. Durch die voluminöseren und weniger stark abgewinkelten Griffe liegt er besser in der Hand als das PS3-Modell. User mit großen Händen konnten beim PS3-Controller schon mal das Gefühl haben, das Steuergerät nicht fest genug zu halten, weil die Griffe zu kurz waren, um allen Fingern eine ausreichend große Auflage zu bieten.

Die untere Gehäuseseite, zu der auch die Kuppen der Haltegriffe gehören, besteht aus strukturiertem Kunststoff. Dies soll für mehr Halt sorgen, auch wenn bei intensivem Spielen die Hände mal schwitzig werden.

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Bedienelemente
Sony hat die Trigger-Tasten L2 und R2 verbessert. Sie sind jetzt knackiger, weniger schwammig und erinnern in ihrer Form an die des Xbox 360-Controllers. Trotz der Verbesserungen fühlen sich die L2- und R2-Tasten aber nicht ganz so gut und präzise wie die LT- und RT-Tasten des Xbox One Controllers an.

Die zwei Analog-Sticks haben eine Mulde statt einer Kuppe an der Spitze – so wie der erste Dual-Analog-Controller für die PS2. Zusätzlich sind sie gummiert. Die Kombination aus Mulde und Gummi sorgt für einen besseren Grip der Daumen am Stick. Bei den auf der E3 von Sony bereitgestellten DualShock4-Controllern war der Widerstand beim Bewegen der Analog-Sticks größer als beim PS3-Controller. Dies könnte einige Spieler, etwa bei Rennsimulationen, stören, wenn kleine, präzise Lenkbewegungen erforderlich sind. Auch das Klicken der Analog-Sticks ist, wie schon beim PS3-Controller, eher streng ausgefallen und weniger komfortabel als beim Xbox 360 und Xbox One Controller.

Tasten
Das Steuerkreuz ist, wie auch schon beim PS3-Controller, gut. Die Richtungen des Steuerkreuzes sind zur Mitte hin etwas größer als beim Vorgänger. Wie bei den Aktionstasten an der rechten Seite ist die Aussparung, in der sich das Steuerkreuz befindet, kreisförmig. Beim PS3-Controller war es ein Kreuz. Die Aktionstasten sind ebenfalls gut zu drücken.

Gewöhnungsbedürftig ist die Positionierung der Share- und Options-Taste. Diese sind links und rechts vom Touchpad und vertikal, während sie beim PS3-Controller horizontal waren. Das Drücken wird zusätzlich erschwert, da die Tasten sehr flach sind.

Touchpad
Das Touchpad ist der wohl strittigste Punkt beim neuen Controller. Es wirkt, als hätte Sony unbedingt etwas einbauen wollen, dass die Konkurrenz nicht hat. Das erinnert ein wenig an die PS Vita: Die hatte, wie der Nintendo DS, einen Touchscreen, aber zusätzlich an der Rückseite ein Touchpad, das sich als kaum praktikabel herausstellte.

Dem Touchpad des PS4-Controllers könnte ein ähnliches Schicksal drohen. Es ist zwar mit den Daumen gut zu erreichen, aber so klein, dass es nicht,wie bei dem Touchpad eines Notebook, als ausreichender Mausersatz dienen könnte. Zudem ist es zwar breit aber flach, wodurch die Bewegungsfreiheit am Touchpad nach oben und unten deutlich eingeschränkt ist. Bei Killzone wählt man etwa mit Wischbewegungen nach links, rechts, unten oder oben Befehle für die Drohne aus. In der Hitze des Gefechts war dies im Test nicht präzise genug. Auch das Bewegen des Daumens zum Touchpad ist gewöhnungsbedürftig, da bei einem normalen Controller an dieser Stelle kein Bedienelement ist, das man häufig benötigt.

Das Touchpad kann auch geklickt werden. Dabei drückt man das ganze Touchpad in den Controller hinein – das damit verbundene, hörbare Krachen lässt Zweifel an der sonst guten Verarbeitung des PS4-Controllers aufkommen. Am besten hat Thief das Touchpad genutzt: Ein Klick erfüllt die Funktion der früheren Start-Taste und pausiert das Spiel.

Lichteffekt
Das Licht am oberen Ende des Controllers erfüllt die Funktion des Lichts des Move-Controllers. Die optionale PlayStation Kamera, sofern in Verwendung, erkennt durch das Licht die Position des Controllers im Raum und kann so Bewegungsteuerung besser umsetzen. Ohne Kamera ist das Licht hauptsächlich Deko. Bei Killzone etwa verfärbt sich das Licht von Grün nach Rot, je nachdem wie viele Treffer die Spielfigur eingesteckt hat. Da das Licht vom Spieler abgewandt ist, bekommt man dieser aber kaum bis gar nicht mit.

Der im Controller eingebaute Mono-Lautsprecher konnte nicht getestet werden. Die Vibrationseffekte sind beim Xbox One Controller deutlich ausgeprägter als beim PS4-Controller.

Im Lieferumfang der PS4 ist ein DualShock4-Controller enthalten, ein weiterer kostet 59 Euro. Die PlayStation Kamera kostet 49 Euro.

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