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Angetestet
10/07/2011

Hands-On mit HTCs Musikriesen Sensation XL

Großes Display, nichts dahinter? Warum das bisher größte HTC Android-Smartphone nicht auch das am besten ausgestattete ist, dafür aber ein gutes Seniorenhandy sein könnte, verrät ein erstes Hands-On der futurezone.

von Gregor Gruber

Bei HTC geht es derzeit Schlag auf Schlag. Mit dem Ryhme und Explorer wurden erst kürzlich zwei neue Smartphones in günstigeren Preissegmenten vorgestellt und mit dem Sensation XE eine aufpolierte Version des Spitzenmodells Sensation. Doch kaum ist das XE in den Regalen, wird mit dem Sensation XL schon das nächste Gerät der Sensation-Serie vorgestellt. Die futurezone konnte ein Vorserienmodell des Android-Smartphones in einem ersten Hands-On testen.

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Rückschritt
Da das Sensation XE ein Upgrade des Sensation ist, könnte man glauben, dass das Sensation XL abermals einen drauf setzt, zumal es auch ein Display mit 4,7 Zoll hat. Allerdings hat dies nur eine Auflösung von 800x480 Pixel, während die anderen Sensation-Modelle ein 4,3-Zoll-Display mit der qHD-Auflösung 960x540 Pixel nutzen. Der Prozessor des XL taktet zwar auch mit 1,5GHz, ist aber nicht wie beim XE ein Dual-Core, sondern nur ein Single-Core-Modell. Dennoch ist das XL mit 619 Euro (Anfang November) teurer als das XE (589 Euro). Die futurezone hat bei der Präsentation vor Ort bei einem HTC-Manager nachgefragt, wieso dass XL ein technischer Rückschritt ist, aber teurer verkauft wird. Die Antwort: „Es ist eine andere Designserie.“ Auf die Nachfrage, warum es Sensation heißt, wenn es eine andere Serie ist, gab es keine Antwort mehr.

Taschenfüller
Damit sich das 4,7-Zoll-Gerät nicht ganz so breit in der Hosentasche macht, wurde die Dicke mit 9,9mm auf ein erträgliches Maß gebracht. Schlank und elegant wirkt das Sensation XL trotzdem nicht, mit einem Gewicht von 162,5 Gramm ist es auch nicht gerade ein Leichtgewicht. Dafür hält es sich aber dank abgerundeter Kanten recht gut in den Händen. Das weißgraue Farbschema entspricht auch nicht unbedingt dem edlen Design, das man meistens von HTC-Geräten gewohnt ist.

Display
Der große Bildschirm des Sensation XL macht für gewisse Anwendungen, wie das Browsen und Betrachten von Filmen, durchaus Sinn. Durch die Auflösung von 800x480 Pixel anstatt der 960x540 Pixel sieht aber alles in die Größe gezogen aus – fast so, als hätte man ein Smartphone aufgeblasen um es Senioren-freundlich zu machen. Dieser Aspekt scheint aber HTC durchaus recht zu sein: „Die Tasten sind größer bei 4,7 Zoll, das ist leichter zum tippen“, argumentiert der HTC-Manager.

Sound
Obwohl das Sensation XL zumindest technisch nicht allzu viel mit dem XE gemein hat, teilen sie sich ihre Begeisterung für Musik. Diese resultiert aus der HTC-Mehrheitsübernahme des Kopfhörerherstellers „Beats Electronics“, besser bekannt als die Marke „Beats by Dr. Dre“. Dem XL liegen „urBeats“ InEar-Kopfhörer bei, die vergleichbar mit dem Modell „iBeats“ (etwa 90 Euro) sind. Die Kopfhörer haben eine Steuereinheit am Kabel für Pause, vor- und zurückspulen und um Anrufe entgegen zu nehmen – ein Mikrofon zum Telefonieren ist ebenfalls eingebaut.

Werden die Beats-Kopfhörer angesteckt, wird automatisch ein Equalizer aktiviert, der laut HTC speziell auf die Kopfhörer abgestimmt ist. Mit dem Equalizer, der auch ausgeschaltet werden kann, ist der Sound tatsächlich voller und kräftiger und klingt für Handy-InEar-Kopfhörer überraschend gut. Um einen echten Vergleich zu haben, müsste man das Sensation XL jedoch auch mit anderen, hochqualitativen Kopfhörern testen, um feststellen zu können, ob einfach nur der Equalizer gelungen ist oder ob der gute Klang tatsächlich aus der Abstimmung zwischen Software und Beats-Kopfhörern resultiert.

Kamera
Die leichten Änderungen an HTCs „Sense“-Oberfläche für Android fallen kaum auf. Am deutlichsten sind diese in der Kamera-App. Die Schaltfläche für die Effekte ist nach links oben gewandert und es sind jetzt verschiedene Szenen und Modi hinzugekommen. Dazu gehört etwa ein HDR-Modus, der bei Gegenlicht bessere Aufnahmen verspricht und ein Panorama-Modus, der mit eingeblendeten Hilfslinien und Anhaltepunkten das Fotografieren von Panoramen erleichtert.

Die Kamera hat 8 Megapixel mit einer Blende von f2.2. Der Sensor ist Hintergrund-beleuchtet, was bessere Aufnahmen im Dunkeln ermöglichen soll. Auf dem Handy-Display konnte dies beim Hands-On nicht ausreichend nachgeprüft werden. Videoaufnahmen sind nur mit 720p möglich – bei den anderen Sensation-Modellen kann man Clips mit der FullHD-Qualität 1080p aufnehmen.

Ersteindruck
Für kurzsichtige Musikfreunde könnte das Sensation XL das perfekte Smartphone sein. Technisch und auch optisch ist dem XL jedoch das etwas günstigere XE überlegen und zu bevorzugen. Auch Fans von Android-Handys mit großen Displays müssen nicht zwingend zum Sensation XL greifen, da sowohl LG als auch Samsung bereits Geräte mit 4,5 oder mehr Zoll vorgestellt haben, die eine Auflösung von 1280x720 Pixel haben. Auch das nächste Google-Handy, Samsungs Nexus Prime, welches am Dienstag vorgestellt wird, könnte über ein ähnliches Display verfügen.

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