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07.06.2017

Huawei MateBook X im Kurztest: Kopie schlägt das Original

Huaweis neuester Windows-Laptop soll Apples MacBooks Konkurrenz machen. Optisch gelingt ihnen das bereits sehr gut, im Inneren gibt es noch Schwachpunkte.

Apples MacBooks sind einfach nicht totzukriegen. Die markanten Laptops halten sich trotz Apples Fokus auf das iPhone, hoher Preise und harter Konkurrenz beständig. Das hat auch die Konkurrenz erkannt und kopiert bereits seit Jahren die Apple-Notebooks: Sei es nun Xiaomis Mi Air oder Asus Zenbook-Reihe, die beim Debüt frappierend an Apples MacBook Air erinnerte.

Huawei MateBook X in Bildern

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So verwunderte es kaum, dass Huawei mit seinem ersten Laptop, dem MateBook X, starke Anleihen bei Apple genommen hat. Doch statt das Design stur zu kopieren, verspricht Huawei, dass man es besser als der US-Konkurrent gemacht habe. Kleiner, schlanker, schneller und leichter soll es sein - Argumente, die viele Nutzer von einem Wechsel von macOS zu Windows 10 überzeugen könnten. Wir durften

den ersten „Dolby Atmos“-Laptop

bereits ausprobieren.

Klein wie ein Tablet

Huawei-Manager Richard Yu weckte Erinnerungen an Steve Jobs, als dieser das MacBook Air aus einem Briefumschlag zog. Plakativ hielt er ein A4-Papierblatt vor das MateBook X um zu verdeutlichen, wie klein der Laptop ist. Für einen 13-Zoll-Laptop ist das MateBook wirklich außerordentlich klein. Der relativ schmale Rahmen mag wohl nicht der dünnste auf dem Markt sein (Dells XPS 13 hätten hier wohl etwas einzuwenden), allerdings kann man durchaus von einem beeindruckenden Bildschirm-zu-Gehäuse-Verhältnis sprechen.

Das MateBook X ist dermaßen dünn und leicht, dass ich zunächst glaube, ein Tablet in Händen zu halten. Die Oberfläche des Aluminium-Gehäuses ist offensichtlich sandgestrahlt und fühlt sich dadurch auch leicht rau, aber auch sehr hochwertig an. Würde auf dem Deckel nicht ein großes Huawei-Logo prangen, könnte man es ebenso gut für ein MacBook 12 halten. Insbesondere beim Umdrehen werden die Ähnlichkeiten zum MacBook wieder deutlich, da auch hier die von Apple bekannten Pentalob-Schrauben zu finden sind.

Knallige Farben

Das Öffnen des Deckels gestaltet sich etwas schwerfällig, doch nach 30 Grad reduziert sich der Widerstand erheblich und der Laptop lässt sich einfacher aufklappen. Optisch sticht zunächst vor allem der relativ große und sehr helle Bildschirm auf. Auch die Blickwinkelabhängigkeit des 2K-Displays (2660 mal 1440 Pixel) machte einen hervorragenden Eindruck, auch aus steilen Betrachtungswinkeln ließ sich keine Farbverfälschung oder geringere Helligkeit feststellen.

Die Farben des MateBooks, die sowohl für Gehäuse als auch Tastatur gleich sind, sind mitunter knallig: Sowohl das rosafarbene „Rose Gold“ als auch das goldene „Prestige Gold“ stechen aus der Masse hervor. Das klassische „Space Gray“ richtet sich da schon eher an Puristen.

Schwachpunkt Touchpad

Die verbaute Chiclet-Tastatur ist gut gelungen und erstreckt sich nahezu über die volle Breite des Gerätes. Der Hubweg ist überraschend lang und die Tasten breit genug, um rasch tippen zu können. Im Vergleich zu anderen Laptop-Tastaturen, beispielsweise jener der MacBooks, fällt der Mechanismus etwas schwammig aus. Auch das Touchpad hinterließ gemischte Gefühle: Obwohl für ein Windows-Touchpad die Steuerung gut gelang, fielen Präzision und Größe des Touchpads eher negativ auf.

Zudem ist kein Klicken auf der ganzen Fläche, sondern nur in der unteren Hälfte möglich - hier hat man im Vergleich zu Apples MacBooks noch Verbesserungspotenzial. Die Power-Taste, die zugleich als Fingerabdrucksensor dient, machte einen hochwertigen Eindruck. Da Windows Hello allerdings nicht konfiguriert werden konnte, konnte nicht getestet werden, wie rasch die Erkennung funktioniert. Auch die Performance der Hardware ließ sich im Kurztest nicht überprüfen.

Preise

Das MateBook X soll in Rose Gold, Space Gray und Prestige Gold angeboten werden. Alle Modelle sind mit acht Gigabyte RAM ausgestattet. Das günstigste Modell mit i5 und 256 Gigabyte SSD kostet 1399 Euro, für 512 Gigabyte werden 1599 Euro fällig. Das i7-Modell (512 Gigabyte SSD) kostet 1699 Euro. Zur Verfügbarkeit nannte man bislang lediglich den Sommer als Termin.

Ein Warnschuss

Apple hat seinen Vorsprung auf dem Smartphone-Markt schon lange verspielt. Nun beweist Huawei, dass man sich auch auf dem Laptop-Markt nicht mehr in Sicherheit wähnen kann. Das MateBook X macht einen hochwertigen Eindruck und könnte für jene, die die Ästhetik von MacBooks schätzen, eine interessante Alternative darstellen.

Leider hat man es sich nicht nehmen lassen und einige Kinderkrankheiten mit übernommen, wie den Anschluss-Mangel (an USB-C werden wir uns wohl künftig gewöhnen müssen). Dennoch sollten jene, die von den neuen MacBooks enttäuscht sind und auch mit Windows 10 arbeiten können, auf den Sommer warten.