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16.12.2017

Huawei MediaPad M3 Lite 10: iPad-Alternative für Filmfans

Der Markt für Einsteiger-Tablets ist hart umkämpft. Huawei will nun mit einem für Filmwiedergabe optimierten Tablet Apples iPad Konkurrenz machen.

Die Berichte über den Tod des Tablets sind stark übertrieben. Obwohl der Tablet-Markt mittlerweile kaum mehr wächst, wird das Gadget immer noch intensiv genutzt. Während Smartphones im Jahrestakt gewechselt werden, halten sich Tablets deutlich länger - ähnlich wie jene PCs und Laptops, die sie einst ersetzt haben.

Daher haben auch nahezu alle Hersteller ihre Veröffentlichungszyklen dementsprechend angepasst und veröffentlichen nur mehr in unregelmäßigen Abständen neue Modelle. Das nutzen zahlreiche Hersteller, um Marktführer Apple mit neuen Modellen unter Druck zu setzen.

Huawei MediaPad M3 Lite 10 in Bildern

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Huawei MediaPad M3 Lite 10

Huawei MediaPad M3 Lite 10

Huawei MediaPad M3 Lite 10

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Huawei MediaPad M3 Lite 10

Huawei MediaPad M3 Lite 10

Huawei MediaPad M3 Lite 10

Einer dieser Herausforderer ist der chinesische Konzern Huawei, der bereits seit einigen Jahren einer der drei größten Smartphone-Hersteller der Welt ist. Diese Position strebt man auch auf dem Tablet-Markt an. Derzeit teilt man sich laut IDC den vierten Platz gemeinsam mit Lenovo, doch aufgrund des rasanten Wachstums dürfte das nicht mehr lange so bleiben. Allein im zweiten Quartal 2017 konnte man 42 Prozent mehr Tablets als im Vorjahr absetzen.

Der neueste Herausforderer: Das MediaPad M3 Lite 10, das mit einem Preis von 299 Euro vor allem Apples Einsteiger-Tablet, dem iPad, gefährlich werden soll. Die futurezone hat das Tablet mit Harman-Kardon-Lautsprechern ausprobiert.

Dünner als das iPad

Das MediaPad M3 setzt auf einen steifen Aluminiumrahmen sowie eine Kunststoff-Rückseite. Obwohl die Rückseite glatt ist, wurde das Material relativ rutschfest ausgeführt, sodass sich das Tablet angenehm halten lässt. Mit einer Dicke von 7,1 Millimeter ist es knapp einen halben Millimeter dünner als das aktuelle iPad und trotz größerem Bildschirm (10,1 Zoll vs. 9,7 Zoll) deutlich leichter (310 Gramm vs. 469 Gramm). Die Verarbeitung ist hochwertig, insbesondere der nahezu nahtlose Übergang von Kunststoff-Rückseite zum Aluminiumrahmen ist gut gelungen. Das Display-Glas steht zwar etwas über den Rahmen hervor, das lässt sich allerdings kaum ertasten.

Das Gehäuse ist relativ steif konstruiert, die Rückseite gibt auch unter Druck keinen Millimeter nach. An der Vorderseite findet sich neben der Frontkamera lediglich ein Touch-Button mit integriertem Fingerabdrucksensor. Die Lautstärkewippe sowie die Power-Taste wurden an der rechten Seite (wenn sich das Tablet im Querformat befindet) platziert und wurden ebenfalls aus Aluminium gefertigt. Das Gerät lässt sich dank der griffigen Rückseite sowie der relativ breiten Rahmen gut halten. Nette Idee, aber mäßig umgesetzt: Die hellgrüne Benachrichtigungs-LED ist auf dem weißen Rahmen nur schwer erkennbar.

Der Fingerabdrucksensor funktioniert hingegen sehr gut und erkannte gespeicherte Fingerabdrücke meist in weniger als einer Sekunde. Wie beim Huawei P10 kann der Touch-Sensor auch zum Ersatz für Softkeys umfunktioniert werden. Einfaches Tippen entspricht Zurück, längeres Halten bringt den Nutzer zum Homescreen zurück. Durch seitliches Wischen wird zudem der Taskmanager geöffnet. Da der Fingerabdrucksensor am unteren Rahmen (bei Betrachtung im Querformat) platziert wurde, lässt er sich vor allem im Hochformat gut erreichen. Im Querformat muss man stets das Tablet mit einer Hand festhalten, während man den Finger zum Sensor führt.

Guter Bildschirm

Das 10,1 Zoll große LC-Display mit IPS-Panel punktet mit hoher Helligkeit und guter Blickwinkelabhängigkeit. Auch aus steilen Betrachtungswinkeln war der Bildschirminhalt gut und ohne deutliche Farbverfälschung erkennbar. So kann man beispielsweise auch problemlos gemeinsam auf der Couch einen Film ansehen ohne ganz eng zusammenrücken zu müssen. Bei der Farbbrillanz und Kontrast muss sich der Bildschirm weiterhin den AMOLED-Panels von Samsung und LG geschlagen geben, allerdings kann man über die Einstellungen problemlos die Farbtemperatur an die eigenen Bedürfnisse anpassen.

Die Auflösung von 1920 mal 1200 Pixeln hinkt im Vergleich mit anderen Tablets etwas hinterher, ist aber meist ausreichend. Das Bildschirmverhältnis von 16:10 sorgt dafür, dass die meisten Filme und Serien mit einem schmalen schwarzen Balken angezeigt werden.

Kräftige Lautsprecher

Die integrierten Lautsprecher, die gemeinsam mit HiFi-Hersteller Harman Kardon entwickelt wurden, sind jedoch beeindruckend für ein Tablet dieser Preisklasse. Statt, wie viele andere Hersteller, lediglich zwei Stereo-Lautsprecher zu verbauen, sind je zwei Lautsprecher an der unteren und oberen Längsseite verbaut. Diese übertönen jeden bislang getesteten Tablet-Lautsprecher und erzeugen eine Lautstärke, mit der man selbst in einer fahrenden U-Bahn problemlos einen Film anschauen könnte.

Die Qualität der Wiedergabe ist ebenfalls hervorragend und klar. Lediglich bei maximaler Lautstärke klangen hohe Töne etwas blechern. Leider stellt Huawei keinen Software-Equalizer zur Verfügung, mit dem die Wiedergabe manuell angepasst werden könnte. Besonders gut gelungen ist zudem der Raumklang, dank dem man vor allem bei Filmen gerne auf die integrierten Lautsprecher statt Kopfhörer zurückgreift. Die Wiedergabe passt sich zudem daran an, ob das Tablet im Hoch- oder Querformat gehalten wird. Auch die Musikwiedergabe fällt positiv auf, auch wenn die Lautsprecher hier ihre Stärken nicht so stark ausspielen können wie bei Videoinhalten.

Mäßig bei Games

Huawei setzt beim Mediapad M3 Lite 10 noch auf Android 7.0, das letzte Sicherheits-Update datiert auf August zurück. Ein Update auf Android 8.0 wurde bislang noch nicht angekündigt, dürfte aber mit hoher Wahrscheinlichkeit folgen. Auch die hauseigene Android-Oberfläche EMUI ist noch mit Version 5.1 datiert und verzichtet auf viele der mit dem Mate 10 Pro eingeführten Neuerungen. Die Software wurde nur minimal an das Tablet angepasst, grundsätzlich ist diese kaum von der Smartphone-Oberfläche unterscheidbar. Im Gegensatz zu den Mate-Smartphones hat Huawei auch keine für das Gerät spezifischen Bedienhilfen integriert.

AndroBench 5 (sequenzielles Lesen/Schreiben): 145,56/60,1 MB/s
AnTuTu (v6.2.7): 46.736 Punkte
3DMark (Sling Shot Extreme, v2.0): 320 Punkte
PCMark (v2.0): 3677 Punkte

Das Tablet ist mit einem Qualcomm Snapdragon 435, einem energiesparenden Mittelklasse-SoC, sowie drei Gigabyte Arbeitsspeicher ausgestattet. Die Performance im Alltag ist sehr gut: Android lässt sich flüssig bedienen, bei einem raschen Wechsel der Apps oder Seiten machten sich keinerlei Ruckler bemerkbar. Der verbaute interne 32-Gigabyte-Speicher erzielte im Benchmark eher durchschnittliche Ergebnisse. Mit einer Lesegeschwindigkeit von rund 150 MB/s dürfte es sich wohl um keinen UFS-Speicher handeln. Bei Bedarf kann der Speicher auch per microSD-Karte erweitert werden.

Während der Quadcore-Prozessor gute Arbeit verrichtet, muss man bei der Grafikleistung einige Abstriche machen. Die verbaute Adreno-505-GPU reicht zwar für viele aktuelle Spiele aus, meist müssen diese jedoch die Grafikdetails reduzieren, um flüssig zu laufen. Hin und wieder gab es auch Ruckler, die den Spielfluss stören, insbesondere in Rennspielen. Meist ließen sich einfache Spiele ohne aufwändige Animationen aber problemlos spielen.

Der Akku erwies sich im Test als ausdauernd: Bei einer täglichen Nutzung von rund zwei Stunden musste der 6600-mAh-Akku erst nach fünf Tagen wieder geladen werden. Leider setzt Huawei auf einen microUSB-Anschluss statt dem mittlerweile gängigen USB-C-Stecker. Auf Schnellladen muss ebenso vorerst verzichtet werden.

Acht Megapixel vorne und hinten

Sowohl Front- als auch Hauptkamera lösen mit je acht Megapixel auf und schaffen für ein Tablet respektable Aufnahmen. Als Kompaktkamera-Ersatz taugt die Tablet-Kamera dennoch nicht. Der Autofokus hinkt oftmals hinterher und benötigt rund zwei Sekunden, bis die richtige Einstellung gefunden wurde. Die Optik erwies sich zudem als nicht sonderlich lichtstark, weswegen Aufnahmen bei schwachen Lichtverhältnissen aufgrund des hohen ISO-Wertes zu grieselnden Darstellungen verkommen.

Mit ähnlichen Problemen hat man bei der Videoaufnahme zu kämpfen, die in 1080p-Auflösung mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde möglich ist. Die Kamera ist grundsätzlich ausreichend für Aufnahmen von Präsentationen und Dokumenten, mehr darf man sich jedoch nicht erwarten.

Für Filme gut geeignet

Wer wie ich das Tablet vorwiegend für Netflix, YouTube und Amazon Prime Video nutzt, wird im Huawei MediaPad M3 Lite 10 den perfekten Begleiter finden. Das Tablet mag zwar bei 3D-Spielen eher mäßige Ergebnisse erzielen und über eine schwache Kamera verfügen, für die Videowiedergabe ist es allerdings dank gutem Display und beeindruckenden Lautsprechern gut geeignet. Wer auf das LTE-Modem verzichten kann, spart sich 50 Euro, etwas Gewicht und bekommt mehr Akkulaufzeit. Mit einem Preis von 299 Euro liegt man aktuell rund 100 Euro unter dem Verkaufspreis des aktuellen Apple iPad.

Modell:
Huawei MediaPad M3 Lite 10
Display:
10,1 Zoll IPS LC-Bildschirm - 1920 x 1200 Pixel (16:10, 224 ppi)
Prozessor:
Octacore-SoC (Qualcomm Snapdragon 435)
RAM:
3 Gigabyte
Speicher:
32 GB intern, microSD-Kartenslot
Betriebssystem:
Android 7.0 (EMUI 5.1)
Anschlüsse/Extras:
microUSB, Bluetooth 4.0, WLAN (a/b/g/n/ac), LTE
Akku:
6600 mAh
Kamera:
8 Megapixel, 8 Megapixel (Frontkamera)
Videos:
Aufnahme in 1080p bei 30 fps möglich
Maße:
241,3 x 171,5 x 7,1 mm, 310 Gramm
Preis:
299/349 Euro (ohne/mit LTE-Modem)

Dieser Artikel ist im Rahmen einer Kooperation zwischen futurezone und Huawei entstanden.