CHIPS
11/01/2010

Intel gestattet Fremdnutzung seiner Fabriken

US-Chiphersteller Intel erlaubt erstmals einer fremden Firma die Nutzung seiner Fertigungsanlagen. Ein Start-Up aus Kalifornien darf künftig mit der Ausrüstung Chips für Mobilfunk und Unterhaltungselektronik bauen.

Erstmals in seiner Geschichte gewährt Intel einem Partner Zugang zu seinen hochmodernen Fertigungsanlagen. Der kleine Chipproduzent Achronix Semiconductor werde seine spezialisierten Prozessoren künftig bei Intel mit dessen neuer 22-Nanometer-Technologie produzieren lassen, teilten die Unternehmen am Montag mit. Dafür erhalte Achronix strategischen Zugang zu den Fertigungstechniken. Normalerweise sind die Produktionsanlagen des weltgrößten Halbleiterherstellers wie Hochsicherheitsanlagen geschützt.
Das kalifornische Startup Achronix entwickelt sogenannte FPGA- Schaltkreise (Field Programmable Gate Array), die mit relativ einfachen Schaltungen für die Signalverarbeitung zum Beispiel im Mobilfunk oder in der Unterhaltungselektronik eingesetzt werden. Achronix" neuer Chip "Speedster22i" soll dank Intels neuester Fertigungstechnologie 300 Prozent mehr Leistung liefern sowie 50 Prozent weniger Energie verbrauchen und 40 Prozent günstiger hergestellt werden können, teilten die Partner mit.

Die "Speedster22i"-Chips sollen künftig in der Telekommunikation etwa für den neuen Standard LTE, in Netzwerken sowie in der Unterhaltungselektronik genutzt werden. Zusätzlich könne der Chip eine Plattform für den Einsatz in der militärischen Raumfahrt sein, da die FPGA-Familie von Achronix als einzige komplett in den USA hergestellt werde, hieß es. Derzeit produziert Intel seine Microprozessoren im 45- und im 32- Nanometer-Verfahren. Chips mit Strukturbreiten von nur noch 22 Nanometer sollen Ende 2011 in Masse hergestellt werden können. Die immer kleineren Strukturbereiten ermöglichen es, leistungsfähige Prozessoren immer kostengünstiger herstellen zu können.

(dpa)