© Deleted - 2055549

Computex
05/31/2011

Intel schickt Ultras ins Notebook-Rennen

Besonders dünne und leichte, aber trotzdem günstige Modelle sollen das Interesse an Notebooks wieder entfachen und den PC- und Chip-Markt ankurbeln. Die so genannten Ultrabooks sollen dabei das Beste aus der Tablet-, Netbook- und Notebook-Welt vereinen.

von Benjamin Sterbenz

Ob sich  Desktop-PCs, Notebooks oder Tablets gut verkaufen, ist dem Großteil der 1800 Aussteller auf der „Computex“ auch heuer wieder egal – denn die hier versammelten Weltmarktführer der PC-Produktion führen alles im Sortiment. Im Messezentrum von Taiwans Hauptstadt Taipeh finden sich auf den Ständen von Acer, Asus, Foxconn, Compal oder Quanta alle erdenklichen Geräte in unterschiedlichsten Ausführungen. Die Vielfalt birgt heuer jedoch einen Nachteil: Im Gegensatz zum vergangenen Jahr, als der Tablet-Hype losbrach, fehlen heuer  Trends und Höhepunkte auf der einflussreichen Computer-Messe. Hersteller wie MSI, ViewSonic, Gigabyte oder Acer zeigen zwar neue Tablets mit Android oder Windows 7, bahnbrechende Innovationen gibt es 2011 aber noch keine. Selbst Asus Tablet-Smartphone-Hybrid 

ist eher in die Kategorie Kurioses einzuordnen.

Neuer Anlauf bei schlanken Notebooks
Der einzige Hersteller, der bislang für Aufsehen sorgt, ist US-Chipproduzent Intel. Die Computex wurde zum Anlass genommen, eine neue Notebook-Ära einzuläuten. So genannte „Ultrabooks“ sollen den stagnierenden Notebookmarkt beleben und bis 2012 einen Marktanteil von 40 Prozent einnehmen. Dabei handelt es sich um 11- bzw. 13-Zoll-Modelle im Stil von Apples MacBook Air, die Vorgabe lautet dünner als 20 Millimeter und leichter als 1,3 Kilo zu sein. Im Inneren müssen vollwertige Prozessoren arbeiten. Als erstes Beispiel zeigte Asus die neue UX-Serie. Sie soll Ende 2011 für unter 1000 Euro in den Handel kommen.

Bislang waren schlanke Notebooks, wie etwa Samsungs Serie 9, auf stromsparende CULV-Prozessoren (Consumer Ultra Low Voltage) beschränkt. Die Geräte selbst kosten meist um die 1500 Euro und eroberten bislang nur fünf Prozent des Marktes. Mit den Ultrabooks will Intel nun den Preis drücken, die Leistung heben – im 17 Millimeter dünnen Asus UX21 arbeitet etwa ein Core i7 - und insgesamt dem Tablet-Boom etwas Leichtes und Stylishes entgegensetzen.

Detailverbesserung für bestehende Geräte
Abseits davon hat Intel zudem zwei neue Verbesserungen für Sandy-Bridge-Geräte vorgestellt, die im Laufe des Jahres in Windows 7 integriert werden: Dabei handelt es sich einerseits um "Smart Connect". Bei diesem Feature prüft das Gerät im Ruhezustand, ob neue E-Mails, Twitter-Nachrichten oder ähnliches vorliegen. Klappt man das Notebook wieder auf, ist man somit auf dem aktuellsten Stand. Die zweite neue Funktion heißt "Rapid Start". Wie der Name bereits andeutet, handelt es sich um einen verbesserten Hibernation-Mode. In diesem verbraucht das Notebook Null Watt, kann aber trotzdem binnen sechs Sekunden hochgefahren werden.

2012 soll zudem die neue Chip-Generation Ivy Bridge (22 Nanometer, Q1 2012) starten, die dann 2013 um Haswell, einem System-on-a-Chip, ergänzt wird. Spätestens dann sollen die ultradünnen Laptops unter 600 Euro kosten, rechnet Intel. Bis dahin will man auch eine Antwort auf die britischen Chip-Designer ARM parat haben, dessen Entwürfe derzeit den Smartphone- und Tablet-Markt dominieren und die bis 2015 bei 50 Prozent Marktanteil im mobilen Sektor halten wollen. Ein wichtiger Puzzle-Stein ist für Intel dabei der Medfield-Chip, der Anfang 2012 auf den Markt kommt und gemeinsam mit Windows 8 für eine neue Tablet-Welle sorgen soll.

Google baut eigenes ChromeOS-Zentrum
In Sachen ChromeOS ist es überraschend ruhig. Einzig die Planung eines Entwickler-Büros in Taipeh wurde verkündet. Es soll den taiwanesischen PC-Herstellern als Anlaufstelle dienen und die Verknüpfung zwischen Hard- und Software stärken. Letztere bauen indes bereits an weiteren Standbeinen, da der hohe Ölpreis sowie steigende Lohnkosten in China auf die Margen drücken: Quanta, einer der weltweit führenden PC-Hersteller, engagiert sich verstärkt im Cloud-Computing – was von der taiwanesischen Regierung auch gefördert wird. Erst letztens hat der Konzern diesbezüglich eine Kooperation mit Facebook geschlossen. Quanta liefert speziell angefertige Server-Anlagen für die Datenzentren in Oregon und North Carolina.

Mehr zum Thema