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GadgetZone
02/05/2012

Kabelloser Soundzwerg: Logitech Mini Boombox

So klein und schon ein Bluetooth-Lautsprecher: Die Mini Boombox verspricht bis zu zehn Stunden mobile, kabellose Tonwiedergabe und dient zusätzlich als Freisprecheinrichtung. Die futurezone hat den Lärmgnom mit bassgenerierten Fluchtdrang getestet.

von Gregor Gruber

Es gibt Lösungen für Probleme, derer man sich gar nicht bewusst ist. Wie zum Beispiel: Wie kriege ich die Songs aus meinem Handy oder Tablet laut genug nach draußen für eine Gartenparty oder eine Grillerei auf der Donauinsel, ohne einen Ghettoblaster mitschleppen zu müssen und noch dazu unabhängig von der Stromversorgung aus der Steckdose zu sein? Die bisherigen Lösungen, wie die Bluetooth-Box Jawbone Jambox und Boses Soundlink, sind mit UVPs von 200 Euro und mehr ein bisschen teuer für ein wenig portable Musik. Logitech schickt mit der Mini Boombox (80 Euro) eine günstigere Alternative ins Rennen.

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Aussehen & Verarbeitung
Die Mini Boombox hat in etwa die Größe und den Formfaktor einer übergewichtigen Schuhbürste (oder einer XXL-Seife). Mit 220 Gramm ist sie zwar nicht besonders schwer und auch die Fläche ist nicht größer als ein Smartphone. Durch die imposante Dicke ist aber ein Transportieren in der Hosentasche nicht möglich, wenn es nicht gerade Skater- oder Cargopants sind. Zwar ist die Mini Boombox designtechnisch kein Wunderwerk, aber auch nicht hässlich – "funktional" trifft am ehesten zu. Die Box kann wahlweise mit roten, schwarzen oder weißen Seitenelementen erworben werden.

Durch die kompakte Bauweise wirkt die Mini Boombox relativ robust. Trotzdem sollte man sie nicht ganz unten im Rucksack oder der Tasche verstauen. Um der Box mehr Sound zu entlocken, ist die Oberseite des Plastikgehäuses, die auch die Bedienelemente enthält, nur vorne und an den Seiten fix mit der restlichen Box verbunden. Dadurch kann der Plastikoberteil, speziell am hinteren Ende, eingedrückt werden und bei dauerhafter Belastung eventuell brechen.

Bedienung
An der Rückseite ist der Ein- und Ausschalter, ein Mini-USB-Anschluss zum Laden des internen Akkus und eine Aux-Buchse, um Musik nicht nur per Bluetooth, sondern auch per 3,5mm-Klinkenkabel wiedergeben zu können. Die Box kann per mitgeliefertem Netzteil oder über den USB-Anschluss eines Computers aufgeladen werden. Der Betrieb ist auch möglich, während die Box am Netzteil oder USB-Anschluss hängt. Im Akkubetretrieb sind laut Logitech bis zu zehn Stunden Wiedergabe möglich. Je nach Lautstärke sind sieben bis acht Stunden realistisch.

Einmal eingeschaltet, werden die Dunkelrot leuchtenden Softtouch-Tasten an der Oberseite sichtbar. Die Beleuchtung ist etwas zu schwach ausgefallen, im grellen Sonnenschein – was durchaus der Fall sein kann, da die Box unter anderem. für die Outdoor-Beschallung gedacht ist – sind die Tasten deshalb manchmal schwer zu sehen. Um die Box mit dem Handy, Tablet oder Laptop zu koppeln, lässt man die Bluetooth-Taste gedrückt, bis die blaue Umrandung des frontseitigen Logitech-Logos rot blinkt. Jetzt nur noch im Handy die Mini Boombox in den Bluetooth-Verbindungen anwählen. War die Box einmal verbunden, verbindet sie sich automatisch wieder, wenn sie später erneut eingeschaltet wird. Die maximale Distanz der Bluetooth-Verbindung ist von Logitech mit bis zu zehn Meter angegeben. In Innenräumen waren im Test Entfernungen von bis zu sieben Meter zwischen Box und Smartphone problemlos möglich.

Neben den Lautstärke-Tasten gibt es auch noch Tasten für den nächsten und vorherigen Song und eine Pause-Taste. Alle Tasten funktionierten im Test sowohl mit iPhone 4 als auch Android 2.3.5 und Android 4.

Klangqualität
Was die Mini Boombox am besten kann: laut sein. Es ist kaum vorstellbar, wie viel Krach aus dem Boxenzwerg herauszuholen ist. Der Klang ist dabei eindeutig auf "Party" justiert. Der Sound ist basslastig und ja, die Mini Boombox hat Bass. In voller Lautstärke ist der allerdings so stark, dass die Box trotz Gummistandfüßchen zu springen beginnt und sich so nach hinten bewegt. Wer es gerne laut hat, sollte die Box also lieber nicht in Kantennähe platzieren, um ein bassbedingtes Lemmingverhalten zu vermeiden.

Abgesehen von laut ist der Klang in den niedrigen Lautstärken eher dumpf, da zu stark basslastig. Bei manchen Musikstücken, speziell wenn die MP3s mit einer Datenrate von 128Kbit oder weniger komprimiert wurden, übersteuert die Box in den hohen Lautstärken. Dadurch wirkt der Klang nur selten sauber: Entweder ist er zu dumpf oder scheppernd/klirrend.

Trotz des Mini-Formats ist der Ton raumfüllend. Hinter der Box nimmt zwar der Bass ab, die Lautstärke ist aber immer noch ausreichend. Eine spontane Wohnzimmer-Party kann also problemlos in ausreichender Lautstärke beschallt werden.

Die Mini Boombox kann auch als Freisprecheinrichtung genutzt werden. Die Qualität der Sprachein- und ausgabe ist aber nicht zufriedenstellend. Der Gesprächspartner hört sich doppelt und einen selbst abgehackt und rauschend. Die Stimme des Gesprächspartners klingt ebenfalls blechern und rauschend.

Fazit
Der Radauzwerg macht ordentlich Krawall und wenn die Songauswahl stimmt, fallen auch die Defizite in der Klangqualität kaum auf. Ob man einen akkubetriebenen Bluetooth-Lautsprecher braucht, ist natürlich eine andere Frage. Zumindest tun die 80 Euro, die man für die Mini Boombox ausgibt, weniger weh, als die 200 Euro oder mehr, die für die Konkurrenzprodukte anfallen. Und man muss die Mini Boombox auch nicht zwangsläufig nur für Draußen verwenden: Als portabler Lautsprecher in der Wohnung, um etwa beim Kochen Musik zu haben oder in der Badewanne zu sanften Technoklängen zu entspannen, eignet sie sich auch.

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Modell:
Logitech Mini Bloombox
Maße:
115x58x70mm
Gewicht:
220 Gramm
Preis:
80 Euro