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SMARTPHONES
11/04/2010

"Kill Switch"-Funktion bei Windows Phone 7

Neben Android-Smartphones und Apples iPhone verfügt auch Microsofts Windows Phone 7 über eine Fernwartungsfunktion, mit der sich im Notfall Apps automatisch von den Geräten entfernen lassen, bestätigte Microsoft gegenüber "PC Pro".

Windows Phone 7-Nutzer können sich über den Marketplace, dem Gegenstück zum App Store von Apple, kleine Anwendungen und Programme runterladen. Diese werden zwar in der Regel von einem eigenen Team überprüft, bevor sie für Nutzer freigeschalten werden, doch durch die konstant wachsende Zahl an Apps wächst auch das Sicherheitsrisiko. Ein mit Trojanern verseuchtes Mobiltelefon wünscht sich niemand.

Bei Apples iPhone sowie Googles Betriebssystem Android gibt es eine Funktion namens "Kill Switch", die in Sicherheitsnotfällen, etwa bei großräumigen Malware-Attacken zum Einsatz kommen soll. Am Mittwoch bestätigte Microsoft, ebenfalls eine derartige Funktion im Betriebssystem beim Windows Phone 7 implementiert zu haben. Damit lassen sich Apps zur Gänze von Mobiltelefonen entfernen, ohne dass der Nutzer etwas tun muss oder dagegen tun kann.

Sicherheit "für den schlimmsten Fall"

Todd Biggs, Microsofts Leiter der Abteilung Produktmanagement für Windows Phone Marketplace, erklärte in einem Interview gegenüber "PC Pro", dass dies eine Sicherheitsmaßnahme sei, die nur im schlimmsten Sicherheitsfall zum Einsatz käme. Apps werden, bevor sie im Marketplace erscheinen, streng getestet, aber "wir müssen mit verschiedenen Situationen umgehen können", fügte Biggs hinzu.

Wenn es beispielsweise eine App ungerechtfertigterweise bis zu einer Veröffentlichung im Marketplace schaffen würde, gibt es laut Biggs verschiedene andere Möglichkeiten, diese zu entfernen. Automatisch per Fernsteuerung von den Mobiltelefonen entfernt werden sollen Apps nur im Ausnahmefall, etwa bei gravierenden Privatsphäre-Verletzungen im Rahmen einer Systemwartung, heißt es.

Bei Microsoft-Betriebssystemen gab es eine ähnliche Funktion in der Vergangenheit bereits bei Windows Vista. Damals ging es allerdings weniger um das Stopfen von Sicherheitslücken, sondern vielmehr um das Verhindern einer Verbreitung von unlizensierten Kopien des Betriebssystems.

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(futurezone)