© Benjamin Sterbenz

CES 2012
02/27/2012

Lenovo X1: Notebook mit zwei Software-Herzen

Der chinesische PC-Hersteller zeigt auf der CES ein Ultrabook, das sowohl einen Intel- als auch einen ARM-Prozessor verbaut hat. Der eine treibt Windows, der andere eine Linux-Variante an. Per Knopfdruck wird im laufenden Betrieb das OS gewechselt – was überraschend gut funktioniert. Zudem will der Konzern mit zwei unterschiedlichen Android-Tablets punkten.

von Benjamin Sterbenz

Es heißt X1 und wird als Hybrid-Notebook beworben. Das Präfix weist auf eine Besonderheit hin, die bislang dem X1 vorbehalten ist: Im Notebook sind zwei Prozessoren unterschiedlichen Typs verbaut. Für den (Büro)Alltag ist ein Intel Core i7 zuständig, er treibt Windows 7 an. Zusätzlich hat Lenovo jedoch einen ARM-Prozessor von Qualcomm verbaut, der für ein alternatives OS  zuständig ist. Es handelt sich dabei um eine Linux-Variation, die Lenovo für seine Zwecke angepasst hat und die alleine für den Medienkonsum konzipiert ist – daher auch der Name Instant Media Mode.

Ein Prozessor für Filmfans

Die Idee hinter den zwei Herzen: Um auf Geschäftsreisen nicht den Akku beim Film schauen zu strapazieren, wird auf das Linux-OS umgeschaltet. Der ARM-Chip, der auch in Tablets zum Einsatz kommt, hat deutlich weniger Stromhunger, was der Laufzeit zugute kommen soll. Laut Lenovo soll sich die Akkulaufzeit verdoppeln, wenn man in den ARM/Linux-Modus wechselt.

Letzteres funktionierte in einem ersten futurezone-Test auf der CES überraschend schnell und problemlos. Binnen weniger Sekunden kann zwischen den Systemen gewechselt werden. Der einzige Kritikpunkt am Konzept ist, dass ein Teil der Festplatte als geteilter Bereich festgelegt werden muss. Im Linux-OS hat man nämlich nicht Zugriff auf die gesamte Festplatte, sondern nur auf einen vorab spezifizierten Bereich. Will man beispielsweise eine Film-Datei nutzen, muss man sich versichern, dass sie im geteilten Bereich liegt. Das kann im Alltag mitunter mühsam werden.

Gerüstet für die Geschäftsreise
Auch abseits dieser Sonderfunktionen macht das X1 einen positiven Eindruck. Zwar werden keine Rekorde in Sachen Leistung, Design oder Maße aufgestellt, die Verarbeitung ist jedoch tadellos. Das Gerät – im typischen Thinkpad-Look – wirkt robust und hochwertig. Der Bildschirm setzt etwa auf Gorilla Glas, das Tastatur/Schreibgefühl ist im Ersteindruck angenehm. Bei den Anschlüssen gibt man sich – Ultrabook-typisch – spartanisch. USB 3.0, Ethernet und HDMI sind an Bord. Thunderbolt fehlt bei aktuellen Modellen, das Mitte des Jahres auf den Markt kommen soll. Ein Lenovo-Sprecher deutete jedoch an, dass ich dies mit Intels Ivy Bridge Prozessoren ändern wird.

Lenovo

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Fast Ultrabooks im Macbook-Look
Neben dem X1, das sich an Geschäftsleute richtet, hat Lenovo auch dünne Notebooks, die mit 1,6 Kilo über dem Ultrabook-Standard liegen, für Privatkunden präsentiert. Das Ideapad U310 (13 Zoll) und das Ideapad U410 (14 Zoll). Die Geräte, die sich optisch nicht unterscheiden und nur in der Ausstattung variieren, erinnern auf den ersten Blick frappierend an Apple Macbooks. Erst bei näherer Betrachtung und beim Angreifen des Geräts merkt man Unterschiede. Es handelt sich etwa nicht um ein Unibody-Gehäuse. Nur die Außenseite ist aus Aluminium, die Innenseite ist aus (hochwertigem) Plastik. Das Touchpad ist zwar groß, kommt aber von der Verarbeitung und in Sachen Haptik an jenes von Apples nicht heran. Sonst machen die Ideapads, die im Mai kommen, jedoch einen guten Gesamteindruck.

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Zwei konträre Android-Tablets
Schließlich ist Lenovo auch auf dem Tablet-Sektor umtriebig. Auf der CES wurden gleich zwei neue Modelle gezeigt. Das IdeaPad S2 sowie K2. Das S2 ist eine Kombination aus Tablet und ansteckbarer Dock-Tastatur. Es verwendet Android 4.0 , einen 1,5 Dualcore-Snapdragon-Prozessor und misst 10 Zoll (1,280 x 800). Das K2 wiederum ist ein 10 Zoll- Gerät mit 1,920x1,200 Pixel und einem Quadcore-Chip (Tegra3). Auch hier kommt Android 4.0 zum Einsatz.

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