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08.12.2013

LG PF80G: Starke Beamer-Leistung mit Ausbau-Potenzial

Die futurezone hat LGs neuen LED-Beamer mit FullHD-Auflösung und 1.000 Lumen getestet. Bildqualität und Bedienung überzeugen, nur bei der Anpassungsfähigkeit gibt es Mängel.

Der LG PF80G ist einer der ersten Beamer mit FullHD-Auflösung, LED-Lampen und 1.000 Lumen Helligkeit für einen Preis unter 1.500 Euro. Mit diesen Vorzügen wurde das Gerät im September der Öffentlichkeit präsentiert. Der Fachhändler projektor.at stellte der futurezone nun ein PF80G-Modell für einen Praxis-Test zur Verfügung.

Das Äußere

Mit 4,6 Zentimeter Höhe ist der LG PF80G ein relativ schlanker Beamer. Er besitzt eine schlichte, weiße Hülle mit Lüftungswaben an der linken, rechten und vorderen Seite. Die Oberfläche ist komplett knopflos. Im ausgeschalteten Zustand unsichtbar, leuchtet bei Stromzufuhr ein Soft-Touch-Bedienfeld auf.

Das 2,2 Kilogramm schwere Gerät steht auf vier Gummistandfüßen. Nahe dem vorderen Rand befindet sich ein ausschraubbarer weiterer Standfuß an der Unterseite, um das projizierte Bild zu heben. Der Beamer wird damit vom Vier- zum Dreibein. Besonders weit lässt sich der schraubbare Standfuß nicht ausfahren. Im Praxis-Einsatz musste der Beamer-Anstellwinkel mit zwei Taschenbüchern unter dem Standfuß erweitert werden.

LG PF80G LED-Beamer

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Schnelles Bild

Einmal eingeschalten, erstrahlt das Beamer-Bild innerhalb von Sekundenbruchteilen auf der Projektionsfläche. Ein Vorteil, den die LED-Lampen mit sich bringen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Projektor-Lampen, die erst "warm werden" müssen, ist das Beamerbild mit LED-Lampen viel schneller in voller Leuchtkraft sichtbar. Der andere Vorteil der LED-Lampen ist die Lebensdauer von über 30.000 Stunden im Vergleich zu rund 5.000 Stunden bei normalen Beamerlampen. Der Kauf von teuren Ersatzlampen sollte dadurch völlig entfallen.

Das projizierte FullHD-Bild des LG PF80G besticht durch Detailtreue, satte Farben und ein Kontrastverhältnis von 100.000:1. Der Regenbogeneffekt, der bei Projektoren mit DLP-Technik normalerweise auftreten kann, tritt beim PF80G nicht auf. Die dreifarbigen LED-Lampen ersetzen das üblicherweise vorhandene Farbrad, dem die Farbartefakte bei Bewegungen von weißen Bildteilen zu verdanken sind. Abgesehen von den Farben zeigt der LG-Beamer auch einen guten Schwarzwert, also die möglichst dunkle Darstellung von schwarzen Bildteilen.

Leuchtkraft und Lautstärke

Normalerweise wird LED-Beamern nachgesagt, dass sie weniger Hitzeentwicklung als Beamer mit Gasentladungslampen aufweisen, weshalb auch weniger gekühlt werden muss. Dies sollte auch das Lüftergeräusch reduzieren. Der LG PF80G weist hingegen keine nennenswerte Reduktion der Lärmemission im Vergleich mit einem normalen Beamer auf. Um die vollen 1.000 Lumen zu erreichen, heult der Lüfter relativ laut. Die Leuchtkraft ist jedoch dreistufig einstellbar. Im Eco-Modus ist die Lautstärke absolut annehmbar.

Die Leuchtkraft von 1.000 Lumen ist für einen Beamer mit LED-Lampen beachtlich, wenngleich Beamer mit Gasentladungslampen immer noch deutlich höhere Werte erzielen. An bewölkten Tagen ist das Bild auch bei offenen Vorhängen gut erkennbar, in der Nacht sowieso. Bei hellem Sonnenschein muss man schon die Vorhänge schließen, um das Beamerbild gut zu sehen.

Im Beamer sind zwei 5-Watt-Lautsprecher integriert. Wer keine hohen Ansprüche stellt, kann sich damit begnügen. Wer den Beamer als Teil seiner Heimkinoanlage betrachtet, wird das Gerät ohnehin mit einem leistungsfähigeren Wiedergabegerät verbinden. Dafür stehen ein Kopfhörer-Ausgang und ein optischer Digitalausgang zur Verfügung.

Unflexibles Trapez

Durch die Optionen des LG PF80G navigiert man am besten mit der mitgelieferten Fernbedienung. Mit einem Steuerkreuz und Auswahlknopf navigiert man problemlos durch wenige Einstellungsebenen. Die Bilddarstellung lässt sich in zahlreichen Parametern anpassen, einzig bei der Dimensionierung und Ausrichtung gibt es gewisse Mängel. Je nach Anstellwinkel des Beamers lässt sich eine automatische oder manuelle Trapezkorrektur durchführen. Voraussetzung ist die zentrale Positionierung des Beamers vor dem Bild.

Soll der Beamer etwas seitlich an eine Wand projizieren, lässt sich die dadurch hervorgerufene Verzerrung nicht ausgleichen. Noch schwerwiegender ist die fehlende Kontrolle der Projektionsgröße. Diese kann man einzig durch mehr oder weniger Nähe des Beamers zur Projektionsfläche verändern. Beide Fähigkeiten lassen sich bereits bei vielen, wesentlich günstigeren Geräten durchführen.

Integrierter Mediaplayer

Seine Bilder bezieht der LG PF80G über zahlreiche Anschlüsse sowie drahtlos. An Anschlüssen sind HDMI (2x), USB (2x), AV In, Component In und LAN vorhanden. Zusätzlich ist ein WLAN-Empfänger integriert. Von USB-Sticks ausgelesene Dateien können über einen integrierten Mediaplayer direkt wiedergegeben werden. Unterstützt werden alle gängigen Videoformate, mp3, JPEG, sowie gängige Formate von Textdokumenten und Präsentationen (u.a. DOC, DOCX, PPT, PDF).

LGs Schnittstelle für die Wiedergabe von Mediendateien nennt sich SmartShare. SmartShare bietet auch die Möglichkeit, Dateien vom eigenen Computer oder anderen Geräten auf den Beamer zu streamen. Dazu muss man den Beamer zunächst mit dem lokalen LAN verbinden. Die Passwort-Eingabe mittels projiziertem Keyboard und Steuerkreuz ist zwar umständlich, aber kaum anders zu lösen.

Drahtloses Streaming

Dateien vom Computer, etwa Videos, sollen über DLNA mit den Betriebssystemen Windows 7 und 8 ohne zusätzliches Programm an den Beamer gesendet werden können. Dies funktionierte im Test nicht. Als weitere Option bietet LG die Möglichkeit, über die eigene Webseite das Programm PLEX Media Server herunterzuladen. Damit freigegebene Ordner erkannte der Beamer sofort. Das Streaming von Filmen funktionierte problemlos.

Aufpassen muss man allerdings auf die passende Energieoptions-Einstellung am eigenen Computer. Versetzt sich der Computer etwa nach einer gewissen Zeit selbstständig in den Standby-Modus wird klarerweise auch der laufende Film plötzlich unterbrochen. Abgesehen von DLNA unterstützt der LG PF80G die Übertragungstechnologien Wi-Fi Direct, Miracast und Intel's WiDi. Damit ausgestattete Geräte sollten Inhalte direkt auf den Beamer übertragen können.

Preis

LG gibt für den PF80G eine unverbindliche Preisempfehlung von 1.349 Euro an. Wer seinen Beamer über mehrere Jahre hinweg gebrauchen will, sollte auch die Lampenlebensdauer und den Entfall von Zusatzkosten durch Ersatzlampen beachten.

Fazit

Der LG PF80G zeigte im Test eine insgesamt gute Leistung. Die klaren Vorteile des Beamers sind die scharfe, hochauflösende Projektion, die sofortige Einsatzbereitschaft und der schlanke Formfaktor. Die 1.000 Lumen sind für einen LED-Beamer viel und im Praxisgebrauch absolut ausreichend, um das Gerät auch tagsüber zu verwenden.

Abstriche gibt es bei der Anpassung des Bildes an örtliche Gegebenheiten, allen voran die fehlende Bildgrößeneinstellung und die fehlende Möglichkeit, das Bild bei einer seitlichen Projektorstellung entsprechend zu verzerren. Das Lüftergeräusch ist einzig im Eco-Modus akzeptabel. Dieses Problem betrifft allerdings viele Beamer.