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03.06.2012

Luxus-Reisekopfhörer AKG K495 NC im Test

Mit den K495 NC hat AKG nun auch einen rauschunterdrückenden On-Ear-Kopfhörer der gehobenen Klasse im Sortiment. Die futurezone hat die Reisekopfhörer, mit denen das österreichische Unternehmen zu Premium-Modellen von Bose und Sennheiser aufschließen will, getestet.

AKG war im Bereich der rauchunterdrückenden Kopfhörer bisher eher zurückhaltend. Mit dem K480 NC gab es zwar ein Modell, welches aktiv Hintergrundgeräusche filterte, dieses konnte aber qualitativ nicht mit den Premium-Modellen von Bose und Sennheiser mithalten. Mit dem K495 NC (349 Euro) wird dies jetzt nachgeholt.

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Komfort
Der gepolsterte Bügel der K495 NC ist mit Leder bezogen. Auch die gepolsterten Hörer haben einen Lederbezug. Die Hörer sind mit drei beweglichen Achsen mit dem Bügel verbunden und sollen sich so der Kopfform des Trägers anpassen. Jeder Hörer kann um bis zu 3,5 Zentimeter weiter nach unten gezogen werden.

All das spricht eigentlich für einen komfortablen Halt am Kopf – mit der Betonung auf eigentlich. Der Bügel hat eine sehr starke Spannung, um die On-Ear-Hörer gegen das Ohr zu pressen und so für eine gute passive Dämpfung zu sorgen. Die Spannung ist allerdings so hoch, dass das Ohrläppchen eingeklemmt wird. Nach vier bis fünf Stunden kann das schmerzhaft werden. Man sollte deshalb nach dieser Zeit etwa eine halbe Stunde die Kopfhörer abnehmen, damit sich die Ohrmuschel entspannen kann. Das Gewicht von 235 Gramm ist im Vergleich zu den Modellen von Bose und Sennheiser deutlich höher.

Das Schlafen mit angelegten Kopfhörern im Flugzeug ist deshalb auch nicht wirklich angenehm. Dreht man den Kopf zur Seite, drückt man die Hörer nach stärker gegen das Ohr. Und die Lederpolsterung des Bügels ist zwar angenehm weich aber auch rutschig. Stellt man die Hörer zu weit nach unten, damit der Bügel nicht ganz so fest am Kopf aufliegt, kann dieser bei Kopfbewegungen nach vorne oder hinten rutschen.

Ausstattung
Bei der Ausstattung ist AKG großzügig. Die faltbaren Kopfhörer kommen mit einem Lederschutzetui, das allerdings ziemlich groß ist und deshalb auch viel Platz im Handgepäck einnimmt. Ebenfalls enthalten sind zwei Textil-Audiokabel in unterschiedlicher Länge, ein Zwei-Stecker-Flugzeug-Adapter und ein USB-Ladekabel mit vier verschiedenen Stromsteckern. Ein Kabel mit Fernbedienung für Smartphones oder einer Lautstärkenregelung, gibt es nicht.

Das gleichzeitige Aufladen des internen Akkus für die aktive Rauschunterdrückung und das Hören von Musik ist nicht möglich, da das Ladekabel dieselbe Buchse nutzt, wie das 3,5mm-Klinken-Lautsprecher-Kabel. Da eine volle Ladung aber ohnehin für bis zu 40 Stunden reicht, sollte das kein Problem sein. Der Akku ist fix verbaut und kann nicht ausgetauscht werden.

Rauschunterdrückung
Die aktive Rauschunterdrückung wird über einen Schieberegler am linken Hörer eingeschaltet. Dazu muss der ganze, silberne Ring rund um den Hörer bewegt werden, was ziemlich streng geht und bei etwas verschwitzten Händen zur Geduldsprobe werden kann.

Einmal eingeschaltet, ist der Filter sehr effektiv. Das tiefe Brummen des Flugzeugs wird zum sanften Hintergrundgesäusel und wenn Musik oder Filme wiedergegeben werden, ist davon gar nichts mehr zu hören. In Verbindung mit der starken passiven Dämpfung ist es mit den Kopfhörern im Flugzeug leiser als mit Ohrstöpseln.

Klang
Die Tonqualität kann mit den Spitzenmodellen von Sennheiser und Bose mithalten. Der Bass ist kräftig, die Höhen beginnen erst in den oberen, im Grunde schon zu lauten, Lautstärken zu klirren. Das Profil ist auf Popmusik und Filme ausgelegt, für klassische Musik müsste man einen Equalizer bemühen, was bei den Bord-Unterhaltungssystemen der Flugzeuge keine Option ist.

Im Gegensatz zu den Modellen von Bose funktionieren die Kopfhörer auch, wenn die aktive Geräuschunterdrückung deaktiviert ist. Die Lautstärke ist dann kaum merkbar geringer, dafür geht das Klangbild aber eher Richtung Mitte – der Bass ist zwar noch vorhanden aber nicht mehr ganz so stark. Hörbücher oder Dialog-intensive Filme klingen so sogar fast besser als mit aktiver Geräuschunterdrückung, dafür hört man aber eben das Flugzeug im Hintergrund brummen.

Fazit
Klang, Verarbeitung und Ausstattung sprechen für die K495 NC, der Komfort weniger. Designtechnisch sehen sie hochwertiger als die Bose QuietComfort 3 aus, die ebenfalls 349 Euro kosten und der Akku hält fast doppelt so lang. Dafür verhindert die Bauweise aber ein bequemes Tragen für mehr als fünf Stunden, was bei Langstreckenflügen durchaus relevant ist.

Störend ist auch, dass das Gewicht sogar höher als das der Bose QuietComfort 15 ist, welche Over-Ear-Kopfhörer mit imposanten Dimensionen sind. Jenes Modell sitzt bequemer, hat einen ausgezeichneten Klang und kostet mittlerweile etwa 330 Euro. Dafür muss man ihn aber mit einer AAA-Batterie speisen, die nur für 35 Stunden reicht.

Gehört man zu den Glücklichen, die im Flugzeug ohnehin nach dem Essen und dem ersten, angeschauten Film einschlafen, sind die AKG K495 NC eine gute Wahl. Diejenigen, die den Flug mit Dauer-Filmeschauen verbringen, greifen besser zum komfortableren Bose QuietComfort 15 und packen eine Ersatz-Batterie ein.

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