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09/15/2020

Nikola gibt zu: Wasserstoff-Truck ist Berg nur hinuntergerollt

Zwar hätten Batterien und andere Komponenten funktioniert, der Truck hatte aber keine funktionierende Wasserstoff-Brennstoffzelle.

Das US-Unternehmen Nikola arbeitet aktuell an einem Lkw mit Wasserstoffantrieb. Im Januar 2018 hat die Firma ein episch anmutendes Promo-Video veröffentlicht, das den Truck auf einer Wüstenstraße zeigt.

Nun gab Nikola jedoch zu, dass das Fahrzeug dabei gar nicht selbst gefahren, sondern lediglich einen Berg hinuntergerollt sei. Auch bei den Formulierungen war man offenbar vorsichtig – so ist im Titel des Videos lediglich die Rede davon, dass der Truck „in Bewegung“ sei.

Auch gestand man, dass Getriebe, Batterien und andere Komponenten des Lastwagens zwar funktionierten, der Truck aber keine funktionierende Wasserstoff-Brennstoffzelle hatte.

Aufgekommen ist das Thema durch eine Warnung der Investmentgesellschaft Hindenburg Research. Hindenburg Research wirft Nikola darin einen „komplexen Betrug“ vor, der auf zahlreichen Lügen des Gründers Trevor Milton beruhe.

„Falsche Behauptungen“

Die Partner würden von dem Start-up mit der „falschen Behauptung, über wichtige Technologien zu verfügen, in die Irre geführt“. Das Papier riss den Börsenkurs von Nikola umgehend nach unten: Binnen drei Tagen stürzte der Kurs um 36 Prozent ab.

Die Reaktion des Herstellers ließ nicht lange auf sich warten. Am Montag wies Nikola die Vorwürfe zurück und zeigte die Investmentgesellschaft nach eigenen Angaben wegen versuchter Kursmanipulation bei der US-Börsenaufsicht an. Bereits am Montag stieg der Kurs wieder um elf Prozent.

Gegenoffensive

Finanzchef Kim Brady ging am Montag zusätzlich in die Offensive und sagte auf einer Konferenz, die Partner hätten Nikola vor ihrem Einstieg auf Herz und Nieren geprüft. So habe Bosch mehrere Ingenieure für eine monatelange Prüfung angestellt. Es sei „lächerlich“ zu glauben, dass die Partner bei Nikola einstiegen, ohne zu wissen, was sie tun.

Analyst Daniel Ives von Wedbush sieht Nikola nun in der Pflicht, zu liefern. Sollte in den nächsten Jahren die geplante Fabrik im US-Bundesstaat Arizona gebaut werden und fertige Modelle zu attraktiven Preisen auf die Straße kommen, habe Nikola eine „reelle Chance“. Doch ein zweites Tesla - das sich ebenso wie Nikola beim Unternehmensnamen an den berühmten Erfinder und Elektroingenieur Nikola Tesla anlehnt - werde aus dem Startup nicht, sagt Ives. „Es gibt nur ein Tesla.“

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