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© Benjamin Sterbenz

Handy
08/26/2011

Nokia E6: Solide BlackBerry-Alternative im Test

Die E-Serie steht bei Nokia seit Jahren für Business: Handys ohne große Spielereien, dafür mit umso mehr Funktionen für den Arbeitsalltag. Das E6 ist der Nachfolger bewährter BlackBerry-Kopien, wie etwa das E71, und kombiniert erstmals Tastatur und Touchscreen mit kompakter Bauform. Eine Mischung mit kleinen Tücken, wie der futurezone-Test zeigt.

von Benjamin Sterbenz

Wer dieses Handy auf den Besprechungstisch legt, signalisiert: Ich bin seriös, verstehe keinen Spaß und mache Business. Denn auf den ersten Blick sieht das E6 – genauso wie seine Vorgänger E70, E71, E72 und E5 – wie ein BlackBerry aus. Oben Display, unten vollwertige Qwertz-Tastatur. Auf den zweiten Blick werden Kenner der Attribut-Liste vielleicht Adjektive wie „wagemutig“, „alternativ“ oder – Bezug nehmend auf das Betriebssystem – „geduldig“ oder „unwissend“ hinzufügen. Denn mittlerweile wählen nur mehr die wenigsten ein Nokia-Gerät als Werkzeug für den Online-Alltag. Durch die optische Nähe zu BlackBerrys stellt sich gerade beim E6 umso mehr die Existenzfrage: Warum soll sich jemand für dieses Gerät entscheiden?

Nokia E6 Handy Smartphone Business

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Eine Antwort: Das Handy ist derzeit wohl das beste Nokia-Modell, das es zu kaufen gibt. Das macht es nicht zu einem tollen Smartphone, aber ein verlässliches, praktisches Büro-Utensil ist es allemal. Was positiv auffällt, sind altbewährte Nokia-Tugenden: Die Ausstattung (WLAN, Bluetooth 3.0, 8 GB Speicher, GPS, Microsoft Communicator Mobile, Exchange, Sharepoint) überzeugt. Nettes Detail am Rande: Geladen werden kann das Handy EU-konform über die USB-Schnittstelle, aber auch über den „alten“, runden Akkuanschluss, der zusätzlich eingebaut wurde. Das Design ist unaufgeregt, funktional und daher sehr gut. Mit 133 Gramm ist das Handy vielleicht eine Spur zu schwer, mit 11 Millimetern Dicke aber durchaus schlank.

Gute Tastatur für präzises Schreiben
Das Gerät selbst ist sehr gut verarbeitet und macht einen hochwertigen Eindruck. Nichts wackelt, nichts knarzt, alle Spaltmaße sind gleichmäßig. Die hintergrundbeleuchtete Tastatur ist ein weiteres Highlight. Die Tasten fühlen sich insgesamt angenehm an, es lässt sich schnell und präzise damit tippen. Für manche könnten die Tasten etwas zu knackig sein. Sie liegen nicht zu eng beisammen, Vertipper kommen nicht vor. Durch die abgerundete Form der Tasten erwischt man selbst in der größten Hektik immer den korrekten Buchstaben.

Touchscreen mit Tücken
Ein Hardware-Aspekt, der von Nokia bei diesem Modell besonders hervor gestrichen wird, ist der Bildschirm. Er ist berührungssensibel, Multitouch-fähig, hochauflösend, stellt bis zu 16,7 Millionen Farben dar und ist durch GorillaGlas geschützt. Auf 2,46 Zoll sind 640 x 480 Pixel gepresst, was einer Dichte von 166 Pixel pro Quadratmillimeter entspricht. Das hat iPhone-Retina-Dimensionen. Am Papier klingt das auch fantastisch, in der Praxis folgt die Ernüchterung. Während in angepassten, Nokia-eigenen Menüs und Apps auf die hohe Auflösung Rücksicht genommen wird (es gibt nun fünf Startbildschirme, die konfiguriert werden können), muss man etwa in Opera – dem Pflicht-Programm Nummer Eins – die Lupe auspacken. Wer eine Seite ansurft, muss immer besonders viel zoomen.

Dank des Touchscreens funktioniert das entsprechend schnell und unproblematisch. Aber es sind Handgriffe, die ein größeres oder geringer auflösendes Display nicht bräuchten. Des weiteren werden Bildschirm-Inhalte trotz Bewegungssensoren nie „gekippt“ dargestellt. Es gibt immer nur das Querformat – was allerdings nicht störend auffällt. Schließlich ist die Bildschirm-Helligkeit selbst auf höchster Stufe draußen, bei Sonnenschein, einen Tick zu gering. Man muss sehr angestrengt schauen, um auf dem Display etwas zu erkennen.

Durch das permanente Zoomen, Wischen und Scrollen mit den Fingern, wirkt das Handy rasch abgegriffen und unansehnlich. Vor allem in der schwarzen Gehäuseausführung mit Metallrand sieht das Telefon rasch unmanierlich aus. Das Problem trifft natürlich jedes Touch-Phone – beim E6 stechen die Tapser aber umso mehr ins Auge, da sie im starken Kontrast zum aufgeräumten und matt glänzenden Keyboard stehen.

Unnützte Tasten statt größerem Bildschirm
Zwischen Tastatur und Bildschirm sitzen übrigens jene traditionellen Bedienelemente, die man von vergangenen E-Geräten kennt: Ein mittiges Steuerkreuz, das links und rechts von Shortcut-Knöpfen (Adressbuch, SMS, Kalender, Home, Telefonat annehmen/auflegen) eingerahmt ist. Solche Schnellzugriffe waren vor wenigen Jahren hilfreich, in Zeiten von Apps und konfigurierbaren Startbildschirmen sind sie hinfällig. Ganz abgesehen davon, dass man beim Bedienen des Steuerkreuzes öfters auf den Touchscreen abrutscht und dort unabsichtlich Apps auslöst. Diese Schnellzugriffleiste mit Softtouch-Knöpfen misst etwas mehr als einen Zentimeter. Je länger man das E6 nützt, umso öfter wünscht man sich, sie wäre zugunsten eines größeren Bildschirms gewichen.

Hinter der Leiste mit den Schnellzugriffen sitzt auch jenes Ärgernis, das die alltägliche Nutzung stark beeinträchtigt: Der pulsierende Lichtring, der bereits bei vergangenen E-Geräten verpasste Anrufe oder etwa SMS signalisierte, ist zu schwach und wird daher oft übersehen bzw. nicht bemerkt. Nokia hat das Steuerkreuz, unter dem das Licht sitzt, so eng verbaut, dass das Hinweis-Signal darunter kaum durchdringen kann.

Acht Megapixel für durchschnittliche Bilder
In Sachen Kamera setzt Nokia wie bereits beim E7 oder X7 auf ein Modell mit Fixfokus. Sprich: Alles was über 50 Zentimeter entfernt ist, wird immer scharf dargestellt. Makroaufnahmen, Tiefenschärfe und andere Spielereien sind nicht möglich. Dazu kann man stehen, wie man will. Was an der 8 Megapixel-Kamera (auch Videos mit 720p) jedoch klar stört, ist die schlechte Bildqualität. Sobald man Sonne oder gut ausgeleuchtete Räume verlässt, wird es schnell unscharf und verwackelt. Weniger MP und dafür bessere ISO-Handhabe wären wünschenswert gewesen. Und wie schon beim X7 ist der Dual-LED-Blitz viel zu hell – praktisch ist das nur im Taschenlampen-Modus.

Ausdauernder Akku als wichtiges Plus
Gar nichts zu meckern gibt es hingegen beim Akku. Schon beim Einsetzen vermitteln die großen Maße, dass lange Laufzeiten möglich sind. Das wird von der technischen Leistung unterstrichen: 1500 mAh sind stattlich (Das E7 mit größerem Bildschirm hat nur 1200 mAh). Im Alltagsbetrieb kommt man bei durchschnittlicher Nutzung (Surfen, eMailen, Telefonieren, SMS) auf mindestens zwei Tage. iPhone- und Android-Modelle können sich davon etwas abschauen. Die Ausdauer hat das E6 neben dem kleinen Bildschirm dem Prozessor zu verdanken. Der 680-MHz-Arm11 ist genügsam – allerdings in Kombination mit 256MB RAM leicht überfordert, was sich schon im N8 oder E7 zeigte. Die etwas trägen Reaktionen und längeren Wartezeiten liegen auch an Symbian^3 Anna, dessen Macken bereits im Test des

erwähnt wurden.

Fazit
Die Kombination aus Touchscreen und Tastatur gefällt, ist sie doch extrem praktisch. Für E-Mail, SMS und Chat ist man mit dem Keyboard schnell und präzise unterwegs. Beim Surfen im Netz hilft die Touch-Bedienung enorm. Dass das Beste beider Welten hier vereint ist, wäre eine übertriebene Behauptung, aber es ist wirklich gut umgesetzt. Für Fans eines BlackBerry-ähnlichem Formfaktor ist das E6, das mit 429 Euro (UVP) auch halbwegs günstig ist, eine ernsthafte Alternative. Solange E-Mail und Surfen (Opera!) das primäre Einsatzgebiet darstellen, muss man sich über Symbian auch nicht allzu sehr ägern. Für jene, die volles Smartphone-Feeling in Kombination mit einer Tastatur wollen, bleibt nach der Schließung von HP-Palm hingegen nur mehr Android. Hier konnte im

zuletzt das SonyEricsson Xperia Mini Pro gut abschneiden.

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