Produkte 17.02.2013

Office 2013-Lizenz bleibt an einen PC gebunden

Wenn der Computer, auf dem Office 2013 installiert ist, ersetzt wird, hat man laut Microsoft künftig bei bestimmten Versionen keine Möglichkeit mehr, die Lizenz kostenlos auf einen anderen Rechner zu übertragen. Damit läutet Microsoft eine neue Lizenzierungsstrategie ein, die laut Experten nicht unerheblich ist.

Microsoft hat gegenüber "Computerworld" am Freitag bestätigt, dass die Office 2013-Lizenz nur auf dem ersten PC, auf dem sie installiert wird, permanent gültig ist. Damit wird verhindert, dass Kunden etwa nach dem Kauf eines neuen Rechners Office 2013 auf der alten Maschine deinstallieren und auf der neuen Maschine installieren können.  

Bei bisherigen Versionen war das sehr wohl möglich (es gab eine Frist von 90 Tagen die vor jedem Wechsel eingehalten werden musste), doch Microsoft hat seinen Endbenutzer-Lizenzvertrag (EULA) geändert. Microsoft wolle damit seine Kunden dazu bringen, auf die "Mieten-statt-Kaufen"-Abo-Modelle von Office 365 umzusteigen, schätzen Experten.

Nicht alle Versionen betroffen
Betroffen sein sollen allerdings nicht alle Office 2013-Lizenzen. So gelten die neuen Lizenzverträge etwa für die beliebten Office 2013 Home- und Studenten-Versionen, nicht aber für den Heimgebrauch von Firmen-Versionen oder Office 365. Gegenüber "Computerworld" äußerte sich Microsoft auf die Frage, ob die Lizenz denn übertragbar sei, wenn ein Computer gestohlen oder verloren werde oder kaputt gehe, folgendermaßen: "Kein Kommentar".

"Es ist ein substantieller Wechsel bei Microsofts Lizenzen", so Daryl Ullman von der Everest Consulting Group, der auf Lizensierungsfragen spezialisiert ist. "Lass uns ehrlich sein. Das ist nicht im Kundeninteresse. Kunden zahlen mehr als zuvor, weil sie nicht dieselben Vorteile bekommen." Ullmann kritisierte zudem, dass Microsoft seine Kunden bisher nicht über die EULA-Änderungen informiert habe. "Als führendes Technologie-Unternehmen sollte Microsoft die Verantwortung übernehmen und seine Kunden über die Änderungen informieren. Andernfalls akzeptieren diese die Bedingungen, weil sie glauben, dass sie so wie bisher sind", so Ullmann.

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( futurezone ) Erstellt am 17.02.2013