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27.07.2017

Petition: Adobe Flash soll Open Source werden

Weil "ein wichtiger Teil der Internet-Geschichte" nur mit Flash abgerufen werden kann, will ein Web-Entwickler jetzt Flash retten - als Open-Source-Projekt.

Am Dienstag gab der Softwarehersteller Adobe bekannt , Flash nur noch bis Ende 2020 mit Updates zu versorgen. Andere Standards wie HTML5, WebGL und WebAssembly seien heute weit besser in der Lage, die Funktionen von Flash zu erfüllen, hieß es dazu in der Mitteilung.

Das wollen nun nicht alle Nutzer gleichermaßen hinnehmen. Der Web-Entwickler Juha Lindstedt hat eine Online-Petition gestartet, worin gefordert wird, dass man daraus ein Open-Source-Projekt machen könnte, in dem man viele der derzeitigen Probleme fixen könne. Rund 900 Personen haben auf Github bereits unterschrieben, wie "Gizmodo" berichtet.

Sicherheitslücken

Flash wurde in den 90er Jahren von der später von Adobe übernommenen US-Firma Macromedia entwickelt und ermöglichte die Darstellung multimedialer Inhalte in Browsern. Zu seinen Hochzeiten war es auf bis zu 98 Prozent aller mit dem Internet verbundenen Rechnern installiert. In den vergangenen Jahren machte Flash vor allem mit unzähligen Sicherheitslücken auf sich aufmerksam. Internet-Firmen und Browser-Hersteller haben bereits seit längerem damit begonnen, sich von Flash zu verabschieden, und die Unterstützung für das Plug-in schrittweise zurückgefahren.

Lindstedt will jetzt Flash retten. „Flash ist ein wichtiger Teil der Internet-Geschichte und den Flash-Player ganz zu killen, bedeutet für viele zukünftige Generationen, die Vergangenheit im Netz nicht mehr nachsehen zu können.“ Er spricht dabei vor allem von Spielen, Experimenten und Websites, die ohne Flash in Vergessenheit geraten würden. „Aus Flash Open Source zu machen wäre eine gute Lösung, um diese Projekte am Leben zu erhalten. Aus Archiv-Gründen.“

Gemische Reaktionen

Die Idee sorgt unter Entwicklern für gemischte Reaktionen. „Nein, nein, nein. Es ist Zeit, Flash endlich zu verabschieden. Wenn es Open-Source wird, wird es immer weiterleben“, heißt es etwa am Y Combinator Hacker News Board. Andere Nutzer bezeichnen dies als „verbohrten Zugang“. Es werde verkannt ,dass damit auch ein Teil der Internet-Geschichte für immer sterben würde.