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Plattform
09/01/2011

Philips kooperiert mit LG, Loewe und Sharp

Die vier Konzerne haben sich auf eine gemeinsame App-Plattform geeinigt. Ein SDK soll künftig für alle „smarten“ TV-Geräte reichen, um Programme zu erstellen. Mit dem Zusammenschluss will man die Marktstellung verbessern und sich für die vernetzte Zukunft absichern.

von Benjamin Sterbenz

Kochte bislang jeder TV-Hersteller sein eigenes Software-Süppchen, sind nun erste Anzeichen einer Standardisierung zu erkennen. Philips gab auf der IFA in Berlin bekannt, diesbezüglich künftig mit LG, Loewe und Sharp zu kooperieren. „Entwickler sollen sich auf des Wesentliche konzentrieren können und ihre Zeit nicht mit Testen und Portieren vergeuden“, sagt Philips Manager Robert Smits. Man habe sich auf eine Plattform geeinigt. Apps, die für Flat-TVs eines Konzerns programmiert werden, funktionieren auch auf jenen der Kooperationspartner. Ab Oktober wird es ein SDK geben, das Entwickler die Arbeit deutlich erleichtern soll. Offene, etablierte Standards wie etwa HTML5, CE-HTML und HbbTV werden unterstützt.

Einfachere Programmierung für mehr Auswahl
Philips, Loewe, LG und Sharp wollen sich mit dem Schritt für die vernetzte Zukunft absichern. Wie eine Deloitte-Studie, die zur IFA-Eröffnung vorgestellt wurde, zeigt, sind Apps in Zukunft ein zentraler Bestandteil von TV-Geräten. So wie bei Apple oder Android erwarten Kunden auch von TV-Geräten zusätzliche Inhalte, Programme und Unterhaltung. Für Entwickler war es bislang jedoch schwierig und zeitaufwendig, Apps für unterschiedliche TV-Hersteller und deren Systeme zu programmieren. Gepaart mit geringer Nutzung und unsicherem Geschäftserfolg, ließen kleine Teams davon ab, Programme beizusteuern.

Apps als Absicherung
Von der Kooperation erhofft sich Philips, zu einem wichtigen Player im Bereich der „SmartTVs“ zu werden. „Ein gutes, funktionierendes Ökosystem ist die Basis für künftige Erfolge“, so Smits. Dass Software und Inhalte in den nächsten Jahren wichtiger als technische Funktionen wie 3-D, LED oder etwa Kontrastwerte werden, ist bei Philips auf der IFA offensichtlich. In Sachen technischer Innovation hält man sich heuer zurück, einzig in Sachen Design startet man mit einer neuen TV-Linie mit zeitgenössischem Look („DesignLine“).

HiFi steht auf der IFA im Zentrum
Neben TV-Geräten setzt Philips heuer übrigens verstärkt auf den Audiobereich. Man sei weltweit die Nummer Eins im Bereich Heim-HiFi, so Pieter Nota, Chef der Sparte Unterhaltungselektronik. Die Position soll mit neuen Modellen gehalten werden. Neben etlichen Streaming-Modellen, die über LAN oder WLAN ins Heimnetzwerk integriert werden und auch Apples Airplay-Standard unterstützen, wurden erstmals Docking-Stations für Android-Handys vorgestellt. Diese funktionieren Hersteller-unabhängig und nutzen Micro-USB als Connector. Über eine App kann das Soundprofil eingestellt werden.

Als Highlight für Audiophile wurde schließlich ein neuer Highend-Kopfhörer vorgestellt. Es sei der bislang beste und technisch ausgefeilteste Kopfhörer, den Philips je produziert hätte und er unterstreiche, dass Philips „besessen von Sound ist“, so Nota.