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E3 Spielemesse
06/15/2013

PS4-Games Killzone und Driveclub angespielt

Sony hat auf der Spielemesse E3 drei seiner Games angekündigt, die zum Verkaufsstart der PS4 verfügbar sein werden. Die futurezone hat den Shooter Killzone: Shadow Fall und das Rennspiel Driveclub angetestet.

von Gregor Gruber

Wie auch Microsoft hüllt sich Sony noch in Schweigen, wie viele und welche Spiele zum Start der PS4 Ende des Jahres verfügbar sein werden. Bisher hat Sony nur drei Eigenproduktionen für den PS4-Launch angekündigt: Killzone: Shadow Fall, Driveclub und Knack. Die futurezone konnte auf der Spielemesse E3, die in Los Angeles statt findet, zwei davon ausprobieren.

Während der Controller der PS4 schon weitestgehend finalisiert sein dürfte, sieht dies mit der eigentlichen Konsole anders aus. Die einzigen PS4s, die man auf dem Messestand und im Pressebereich sehen kann, werden hinter Glasvitrinen ausgestellt. Bei den Spielestationen verschwinden die Kabel der Controller hinter Abdeckungen und in Kästen. Das lässt vermuten, dass die PS4-Debug-Konsolen, wie sie Entwickler zum Testen der Spiele nutzen, noch nicht fertig sind und die Demos der Games auf einen PC in PS4-Konfiguration laufen.

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Killzone: The Shadow Fall
Der First-Person-Shooter zog die größte Menschenmasse am Messestand von Sony an. Spielbar war ein offen begehbares Waldlevel. Die Mission ist, zu einem hinter den feindlichen Linien abgestürzten Shuttle zu kommen, um nach Überlenden zu suchen. Natürlich patroullieren Feinde in der Umgebung, die das verhindern wollen.

Um mit ihnen fertig zu werden gibt es eine wandelbare Hauptwaffe. Wie bei Killzone üblich, ist das Design der Waffe an real existierenden Gewehren angelehnt. So entsteht ein futuristischer, aber nicht zu abgedrehter Look. Die erste Funktion der Waffe ist ein Sturmgewehr mit Rotpunktvisier. Drückt man am Steuerkreuz nach links, fährt der Lauf aus und ein Zielfernrohr wird vor das Rotpunktvisier geklappt. Jetzt ist es eine Scharfschützen-Railgun. Zum Schießen muss der Schuss erst aufgeladen werden.

Drohne
Neben Handgranaten und dem üblichen Nahkampfangriff gibt es noch die Owl. Diese Drohne ist das Schweizer Taschenmesser des Spielers. Über das Wischen am Touchpad werden die vier Grundfunktionen ausgewählt, mit L2 werden sie ausgeführt. Die erste Funktion erinnert an den Enterhaken aus anderen Spielen. Man wischt am Touchpad nach links, um die Funktion auszuwählen. Zielt man auf eine Stelle, zu der die Drohne das Seil spannen kann, wird das Logo der Funktion deutlich angezeigt, ansonsten ist es ausgegraut. Drückt man L2, wird das Seil gespannt und man kann so von einem Vorsprung zum nächsten gleiten.

Mit einer weiteren Funktion schickt man die Drohne zu einem bestimmten Punkt, von dem aus sie Gegner in Reichweite mit einem Maschinengewehr beschießt. Eine andere Funktion wiederrum lässt die Drohe ein Schild vor dem Spieler aufbauen, durch das er, aber nicht der Gegner, durchschießen kann. Mit der letzten Funktion fliegt die Drohne auf einen ausgewählten Feind zu, um diesen mit Stromstößen zu betäuben.

Im Kampf ist das Wischen über das Touchpad des PS4-Controllers zu unpräzise, um schnell zur gewünschten Funktion zu wechseln. Deshalb sollte man sich schon vor dem Kampf überlegen, mit welcher Funktion die Drohne einen unterstützen soll. Die Betäubungsfunktion eignet sich etwa, um kleine Gruppen aus den Hinterhalt zu betäuben und so leichter auzuschalten, während die Angriffsfunktion eher als Unterstützung geeignet ist, wenn man sich einfach nur den Weg freischießen will.

Schleichen
Das Level der E3 Demo ist so aufgebaut, dass es mit Schleichen gelöst werden kann. Neben der üblichen Nahkampfattacke kann man auch von oben auf einen Feind springen, um ihn mit dem Messer auszuschalten. Hilfreich beim Schleichen ist die Sonarfunktion. Lässt man auf dem Steuerkreuz nach oben gedrückt, wird ein Impuls ausgeschickt, der Gegner orange aufleuchten lässt, sofern sie in Reichweite sind. So lassen sie sich leichter beobachten und geeignete Orte für Hinterhalte entdecken.

Ein weiteres Hilfsmittel sind die Healthpacks. Die dienen nicht nur dazu, die Gesundheit in einem Feuerkampf schnell zu generieren. Ist man bei voller Gesundheit, löst das Auswählen des Healthpacks den Fokusmodus aus, mit dem kurzfristig die Zeit verlangsamt wird und man so Feinde einfacher bekämpfen kann. Dies ist etwa hilfreich, um einen Gegner abzuschießen, der gerade zu einem Sendeturm lauft um Alarm auszulösen. Ist der Alarm ausgelöst, trifft per Shuttle Verstärkung ein. Es kommt erst keine Verstärkung mehr nach, wenn man die Drohne zu dem Sendeturm schickt, um ihn zu hacken. In dieser Zeit muss man die Drohne vor Feindfeuer beschützen.

Erster Eindruck
Durch die Schleichmöglichkeiten und die offeneren Levels ist Killzone: Shadow Fall interessanter als der Vorgänger Killzone 3, dessen Levels linear waren. Noch ist aber nicht klar, ob diese offenen Levels nur Ausnahmen sind und doch wieder die üblichen, Korridor-artigen Shooter-Levels dominieren werden.

Die Grafik der Demo vermittelt noch nicht den "Wow"-Effekt, den man bei einer Next-Gen-Konsole erwartet. So sehen zwar die Texturen des Levels sehr schön und deutlich besser als bei der PS3 aus, doch bei Ubisofts Next-Gen-Titel "The Division", das auf der E3 erstmals gezeigt wurde, sehen die Texturen noch besser aus. Die Gegner und Objekte, wie der Sendeturm, sehen ein wenig in die Umgebung hineingepappt aus, es fehlt der "alles aus einem Guss"-Look. Große Gebude und Strukutren fügen sich hingegen schon gut in die Landschaft ein.

Auch bei der Steuerung fehlt es noch an Feintuning. Die Auswahl der Drohnen-Funktionen über das Touchpad ist nicht flüssig und präzise genug. Zudem ist es ungewohnt, dass die Tasten für Zielen und Schießen auf L1 und R1 gelegt sind. Bei dem PS3-Controller wäre das in Ordnung, da die L2 und R2-Tasten zu schwammig sind. Doch beim PS4-Controller sind diese Tasten verbessert worden, weshalb die übliche Tastenbewegung für Konsolen-Shooter zu bevorzugen wäre.

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Driveclub
Zwar wird es kein Gran Turismo zum Launch der PS4 geben, dafür aber ein anderes Rennspiel. Driveclub erinnert dabei mehr an Ridger Racer mit sozialen Funktionen, als an Sonys beliebte Rennsimmulation. Das liegt zum großen Teil an der Fahrphysik. Es ist eine Mischung aus Simulation und Arcade. Die Simulation überwiegt, wenn man in der Demo das Auto mit den schweren Handling-Eigenschaften wählt. Die zwei für Auswahl gestandenen Wagen waren reale, lizensierte Supersportwagen.

Der schwerer steuerbare Wagen bricht relativ einfach aus, wenn man zu starke Lenkbewegungen macht. Hierbei stört, dass die Sticks der PS4-Controller ein wenig zu viel Widerstand haben. Wenn man den Stick deshab zu fest in eine Richtung drückt, weil die vorige Bewegung zu behutsam war, fliegt man bei Driveclub aus der Kurve.

Während das schlehte Anfahren von Bodenunebeneheiten und das Schrammen an der Streckenbegrenzung sich halbwegs realistisch auf das Handling der Boliden auswirken – und meist in einer Drehung enden – ist das Driften durch Kurven mit der Handbremse wiederum zu einfach. Zumindest muss man vor der Kurve gefühlvoll anbremsen, ein zu abruptes Bremsen lässt den Wagen schlingern oder blockiert so stark die Lenkung, dass man gegen die Bande knallt. Ein echtes Schadensmodell gibt es nicht, auch Teile fallen bei Crashes nicht vom Auto ab. Schrammen und Beulen werden zwar dargestellt, sind aber nur optischer Natur.

Sozial
Vor dem Rennen wird, sofern angeschlossen, ein Porträtbild des Fahrers mit der Move Kamera gemacht. Dieses wird verwendet, um den Konkurrenzkampf zu personalisieren. So sieht man etwa nicht nur den Namen der anderen menschlichen Fahrer in den Highscore-Listen, sondern auch das Bild. Porträts sieht man auch während dem Rennen, etwa wenn man sich Challenges nähert.

Bei der E3 Demo waren 8 Spielstationen per Netzwerk miteinander verbunden, jeder Spieler war jedoch alleine auf dem Kurs, um seine zwei Runden zu absolvieren. An bestimmten Stellen im Kurs gibt es Challenges, wie etwa möglichst schnell an einem Radarkasten vorbeifahren, die meisten Driftpunkte in einer Kurve zu holen oder möglichst genau auf der eingeblendeten ideallinie fahren. Bevor man die Challenge beginnt, wird der Name des Spielers eingeblendet, der die meisten Punkte gemacht hat. Schneidet man besser ab, gibt es zusätzliche Punkte. Im finalen Spiel soll es möglich sein, Challenges selbst zu erstellen. Am Ende des Rennens wird eine Rankliste mit den erzielten Gesamtpunkten angezeigt.

Erster Eindruck
Grafisch ist Driveclub nicht das, was man von einem Next-Gen-Spiel erwartet. Weder die Autos noch die Umgebung sehen besonders toll aus. Das Spiel soll aber auch erst zu 35 Prozent fertig sein, vielleicht wird die Grafik bis zum PS4-Launch noch aufgehübscht.

Zu seiner neuen PS4 sollte man Driveclub nicht gleich kaufen. Schließt man ein PS Plus Abo ab, was man ohnehin machen muss, wenn man mit der PS4 online spielen will, gibt es eine reduzierte Version von Driveclub gratis dazu. Wie sich die Verkaufs- von der PS Plus Version genau unterscheidet, ist noch nicht bekannt. Möglich wäre, dass es weniger Autos und Strecken gibt. Laut dem Entwicklerstudio liegt die Reduktion nicht daran, dass man kein ganzes Spiel herschenken möchte, sondern, dass das Game zu groß für den Download wäre. Ein schlagendes Argument ist das aber nicht, da man bereits auf der PS3 ganze Spiele online kaufen und herunterladen konnte – und wenn Spieler für einen langen Download sogar zahlen, werden sie auch auf ein geschenktes Spiel ein wenig Geduld aufbringen können.

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