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19.12.2014

Reviermanager im Test: Wildkamera im Tarnkleid

Der Reviermanager ist eine Avus Wildkamera R200, die mit SIM-Karte ausgestattet ist und vollautomatisch Fotos in eine Smartphone-App oder ins Web überträgt.

Die Kamera nennt sich „Reviermanager“ und ist eine Überwachungskamera für Jäger und Förster. Die Avus Wildkamera Typ R200 (so die genaue Bezeichnung) ist mit einer SIM-Karte ausgestattet und kann daher vollautomatisch über das mobile Netz Fotos verschicken – entweder an eine App oder auf das Web-Portal www.reviermanager.at.

Einfach einschalten

Der Reviermanager ist ein so genanntes Plug & Play-Gerät – man muss lediglich vier kleine Scharniere öffnen, acht AA-Batterien einlegen, die der Packung beigelegte SD-Speicherkarte (4 GB) einstecken und einen Schieberegler im Inneren auf „On“ stellen – schon ist die Kamera aktiv und kann montiert werden. Dafür gibt es – da man davon ausgeht, dass sie an einem Baum angebracht wird – einen kleinen Befestigungsgurt. Mit der Funktionstaste im Inneren der Kamera kann sie auch ausgeschaltet werden. Befindet sich der Regler auf „Setup“, kann der Status wie Batterie- oder Signalstärke abgefragt werden.

Galerie: Reviermanager Kamera

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Fotos am Smartphone

Bevor man die Kamera aktiviert und montiert, sollte man die App (für iOS und Android) downloaden. Die Kamera-ID und der Aktivierungscode befinden sich nämlich im Kamera-Gehäuse. Ist die App installiert und hat man sich registriert, bekommt man eine Kurznachricht aufs Display geschickt, wenn der Reviermanager ein Foto aufgenommen hat. Dieses wird automatisch im Menü „Letzte Aufnahmen“ abgespeichert. Jedes Foto kann auch direkt auf das Smartphone gespeichert und von dort auch verschickt werden.

Energieverbrauch

Auf der App bzw. auf dem Web-Portal kann man der Kamera nicht nur einen Namen geben, sondern man erkennt die Signalstärke und mit einem gelben/orangen oder roten Punkt wird der Batteriestatus angezeigt. Diese Anzeige hat im Test allerdings ihre Tücken. Obwohl Orange angezeigt wurde, waren die Batterien leer, was erst ein Anruf bei der Hotline ergab. Die acht Batterien mussten nach vier Wochen ausgetauscht werden. Wer die Cam jahraus jahrein verwenden will, sollte sich aufladbare Akkus zulegen.

Beispielfotos des Reviermanagers

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Bilder in der Nacht

Die Qualität der Fotos (die Kamera hat eine Auflösung von 5 Megapixel) ist erstaunlich gut. Nur zwei der etwa 100 gemachten Fotos waren überbelichtet. Der Erfassungsbereich beträgt 15 Meter, der Infrarotblitz schafft 10 Meter. Auch die Nachtaufnahmen können sich sehen lassen, obwohl hier freilich die Tiere mitunter verschwommen dargestellt sind. Sobald der Bewegungssensor eine Bewegung vor der Kamera registriert, wird ein Bild ausgelöst und verschickt. Man kann auch jederzeit ein Foto per App oder Web auslösen. Die Fotos werden vollautomatisch an eine App verschickt, können vom Jäger aber auch auf der Kamera direkt angesehen werden.

Genügsam

Eine weitere Besonderheit der Lösung ist, dass für die Übertragung der Live-Aufnahmen aus der Wildkamera nur sehr geringe Bandbreiten notwendig sind. Damit eignet sich das Produkt auch für den Einsatz in abgelegenen Revieren. Die futurezone hat die Kamera deshalb an zwei verschiedenen Stellen im südlichen Niederösterreich getestet – eine Stelle mit einer guten 3G-Verbindung und an einem Platz, bei dem es nur eine EDGE- bzw. GPRS-Netzqualität gab, der aber bei Wildschweinen beliebt sein soll. Die Kamera funktionierte zwar auch in diesem abgelegenen Revier, allerdings wurden die Fotos mit einer Verzögerung von etwa 25 Minuten an die App übertragen bzw. bekam man kein Info-SMS, dass es ein neues Foto im Album gibt. Die übliche Verzögerung beträgt zehn Minuten. Der Empfang kann mit einer Zusatzantenne (59 Euro) verstärkt werden,

Die Kamera hält Temperaturen zwischen -20 Grad und +60 Grad aus, würde also auch in Australien für die Känguruh- oder Dingo-Beobachtung taugen. Da sie IP54 zertifiziert ist, hält sie auch strömenden Regen und Gewittern stand.

Fazit

Der Reviermanager ist eine gute Wildkamera für Jäger und Förster, die völlig unkompliziert den Tierbestand überwachen wollen. Sie lässt sich – auch ohne technischem Insiderwissen – problemlos in Betrieb nehmen. Die Bildqualität ist gut, ebenso die Möglichkeit, mehrere Kameras gemeinsam zu verwalten. So kann man Fotos, die von Reviermanagern anderer Freunde gemacht wurden, sehen. Bedenken sollte man, dass die Kamera relativ viel Energie benötigt, weil sie ständig online ist. Ein großer Batterie-Vorrat ist ratsam, oder AA-Akkus. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte sich beim Kauf gleich die Zusatzantenne zulegen, damit die Empfangsqualität verstärkt wird.

Der AVUS Reviermanager ist in den A1-Shops, in Kettner-Filialen sowie bei einigen Elektro- und Telekommunikations-Fachhändlern erhältlich und kostet 299 Euro. Im Kaufpreis ist ein Jahr Datennutzung integriert, ab dem zweiten Jahr werden 79 Euro verrechnet.