© futurezone/Michael Leitner

Produkte
04/30/2019

Smartphone mit Riesen-Akku ist Riesen-Flop

Über eine Million Euro wollte man mit dem Akku-Monster über die Crowdfunding-Plattform Indiegogo einnehmen.

Mit einem Smartphone mit Riesen-Akku sorgte der französische Hersteller Avenir für Schlagzeilen. Mit 18.000 mAh soll das Energizer Power Max P18K Pop bis zu 50 Tage Standby durchhalten.

Finanzieren wollte man das Smartphone per Crowdfunding. Dazu hat man eine Indiegogo-Kampagne gestartet. Als Liefertermin wurde Oktober 2019 angegeben. Ab einem Gerätepreis von 491 Euro war man dabei.

16 Geräte bestellt

Wirklich begeistern konnte das Handy die Kundschaft allerdings nicht. Lediglich 13.415 Euro konnte an Finanzierung aufgestellt werden. Nur sieben Einzelgeräte zum günstigsten Preis wurden vorbestellt. Außerdem wurde noch drei Dreierpacks geordert. Nachdem 99 Prozent des Finanzierungsziels verfehlt wurden, wurde die Kampagne eingestellt. Die Kunden bekommen ihr Geld zurück.

Wie ernst das Projekt wirklich zu nehmen war, bleibt indes unklar. Es wäre auch gut möglich, dass das Handy mit Riesen-Akku von Anfang an als Marketing-Gag konzipiert war.

Im Kurztest

Die futurezone konnte am Mobile World Congress das Energizer Power Max P18K Pop bereits antesten. Wie sich im Hands-on zeigt, hat die lange Laufzeit einen Preis. Mit einer Dicke von 18 Millimeter und einem Gewicht von fast einem halben Kilogramm fühlt es sich eher wie ein Ziegel als ein Smartphone an. Es mag in die Hosentasche passen, wie der Selbstversuch zeigte, aber beim flotten Gehen macht sich die Masse unangenehm bemerkbar. Umso überraschender war die Tatsache, dass sich das auf der Rückseite abgerundete Smartphone gut halten und mit einer Hand bedienen ließ.

Bedenken wegen des großen Akkus müsse man laut dem Energizer-Mobile-CEO nicht haben. Verschiedene Sicherheitsfunktionen sollen sicherstellen, dass sich der Akku nicht auf gefährliche Temperaturen erwärmt. Bei zu hoher Temperatur schaltet sich das Smartphone selbstständig ab. Zudem trügt der Anschein: Statt einem 18.000-mAh-Akku wurden insgesamt drei 6.000-mAh-Akkus verbaut. Sobald einer der Akkus leer ist, springt der nächste Akku ein. Das ganze Hands-on könnt ihr hier nachlesen.