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SMS Audio BioSport: Pulsmessende Ohrhörer im Test

Vor rund eineinhalb Jahren waren sie nur ein Konzept vom Chiphersteller Intel, jetzt sind sie ein fertiges Produkt: Ohrhörer, die gleichzeitig den Puls messen und anzeigen. Realisiert wurde es gemeinsam mit SMS Audio, einer Firma die 2011 von Curtis Jackson, besser bekannt als 50 Cent, gegründet wurde. Die Kombination macht durchaus Sinn, da gerade Ausdauersportler sehr oft Musik hören. Ein Vorteil gegenüber konventionellen Pulsmessgeräten liegt außerdem darin, dass die Ohrhörer keine zusätzliche Stromversorgung brauchen, da sie die Energie direkt vom Smartphone beziehen. Die futurezone hat sich die Ohrfhörer genauer angesehen.

Äußeres und Tragekomfort

Bei den Ohrhörern handelt es sich um In-Ear-Varianten, die man in den Gehörgang steckt. Da jener von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist, liegen den BioSport mehrere verschiedene Gummiaufsätze bei, von denen man den aussucht, den man am bequemsten Tragen kann. Die Ohrhörer sind mit einem Flachkabel versehen und verfügen außerdem über ein Mikrofon, an dem sich gleichzeitig auch ein Schalter befindet, mit dem man die Pulsmessfunktion an bzw. wieder ausschalten kann.

Im Vergleich zu konventionellen In-Ears sind die BioSport ein gutes Stück größer und verfügen außerdem über eine Gummischlaufe, über die der Puls gemessen wird. Im futurezone-Test war der kleinste Aufsatz notwendig, um die Ohrhörer bequem tragen zu können. Selbst wenn man In-Ear-Ohrhörer gewohnt ist, braucht man wohl eine Weile, um sich an die BioSport zu gewöhnen. Grund ist wohl, dass sie nicht nur im Gehörgang klemmen, sondern nahezu das ganze Ohr ausfüllen. Wenn der Aufsatz nicht perfekt passt, ist es jedes Mal ein kleines Geduldsspiel, die BioSport passend einzusetzen.

Audioqualität

Trotz Pulsmessfunktion sollen die Kopfhörer einen guten Sound liefern, was sie im Test durchaus tun. Zwar darf man sich keine akustischen Wunder erwarten, die Leistung ist jedoch solide. Die Höhen sind klar, die Bässe scheppern nicht, sie könnten gleichzeitig aber auch etwas wuchtiger sein.

Je lauter man den Lautstärkenregler nach oben dreht, desto deutlicher verliert der Sound an Detailgrad. Insgesamt dürfte die Qualität für den Einsatz beim Sport durchaus zufriedenstellend sein, wenngleich Menschen mit besonders hohen Ansprüchen in der ein oder anderen Situation vielleicht etwas enttäuscht sein werden.

Pulsmessen

Um die Pulsmessfunktion zu nutzen, benötigt man die App Runkeeper für Android oder iOS. Außerdem ist ein Smartphone notwendig, dass auch mit den Kopfhörern kompatibel ist. Bei iOS sind das iPhones ab dem 4s, bei Android sind es einige ausgewählte Modelle. Konkret handelt es sich um die Samsung-Handys Galaxy Note 2, Galaxy S4, S5, Google Nexus 5 und das Motorola Moto X. Ausprobiert wurde es von der futurezone mit einem iPhone 5s sowie mit dem Samsung Galaxy S5. Die Anwendung ist sehr simpel: Man muss lediglich die App installieren, die Kopfhörer einstecken und sie in den Einstellungen aktivieren. Außerdem muss man den bei den Kopfhörern angebrachten Schiebeschalter das Messen einschalten. Anschließend wird der Puls beim Start einer neuen Laufstrecke aufgezeichnet. Registriert wird der Puls dadurch, dass die Adern im Ohr analysiert werden.

Um die Genauigkeit der Messung zu überprüfen, wurde der Puls im Rahmen des Tests parallel mit der Messung eines Blutdruckmessgerätes verglichen. Zumeist lieferten die BioSport eine Rate, die sich mit der des Blutdruckmessgeräts gedeckt haben. Was jedoch während Bewegung mit den BioSport immer wieder aufgefallen ist, ist dass die Ohrhörer so verrutschen, dass die Messung zwischenzeitlich aussetzt oder nicht mehr akkurat möglich ist. Beim Radfahren ist das weniger dramatisch, beim Laufen ist es hingegen frustrierend, wenn man ständig die Ohrhöhrer neu einsetzen muss.

Fazit

Die SMS Audio BioSport sind ein nettes Gadget, das jedoch nicht uneingeschränkt empfohlen werden kann. Besonders die Tatsache, dass es äußerst schwierig ist, die Ohrhörer so einzusetzen, dass sie gut und sicher im Ohr sitzen, ist im Alltag oft frustrierend. Dazu kommt die Audioqualität, die für 159-Euro-Ohrhörer unter dem liegt, was man sich eigentlich erwarten dürfte. Gadget-Liebhaber können sich einen Kauf der BioSport überlegen, alle anderen sollten vielleicht noch auf ein mögliches Nachfolgemodell warten.

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Thomas Prenner

ThPrenner

Beschäftigt sich mit Dingen, die man täglich nutzt. Möchte Altes mit Neuem verbinden. Mag Streaming genauso gern wie seine Schallplatten. Fotografiert am liebsten auf Film, meistens aber mit dem Smartphone.

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