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Kopfhörer Sony MDR-1000X im Test: Geräuschunterdrückung mit Touch.

Foto: Thomas Prenner
Sony fordert mit seinem Noise-Cancelling-Kopfhörer Bose heraus, setzt auf Touch-Bedienung und automatische Anpassung an die Kopfform.

Neben den Handys stand Audio im Mittelpunkt von Sonys Neuvorstellungen auf der Technik-Messe IFA in Berlin im September. Eines der neuen Produkte ist der Kopfhörer MDR-1000X. Der kabellose Bluetooth-Kopfhörer passt sich an die Kopfform des Trägers an und sollen so besonders effektiv Umgebungsgeräusche herausfiltern. Wir haben ihn getestet.

Sony MDR-1000X
Foto: Thomas Prenner

Erster Eindruck und Tragekomfort

Neben dem Kopfhörer selbst ist in der Schachtel noch eine Hartschalen-Schutzhülle zu finden. Ebenfalls enthalten ist noch ein Klinken-Kabel für den Betrieb ohne Bluetooth sowie ein Flugzeugsitz-Kopfhöreranschluss-Adapter mit einer 3,5mm-Doppelklinke.

Der Kopfhörer selbst ist sehr schlicht designt. Die Oberfläche der Hörmuscheln ist mit einem rauen Kunststoff überzogen. Der Kopfhörer verfügt über drei Bedienknöpfe. Neben dem Power-Button gibt es noch einen Knopf, über den das Noise-Cancelling (NC) ein- und ausgeschaltet werden kann. Außerdem kann man über eine Taste den “Ambient-Sound-Modus” aktivieren (mehr dazu im Abschnitt “Geräuschunterdrückung”). Der Metallbügel lässt sich je nach Kopfform größer und kleiner machen. Die Verarbeitung wirkt einem 400-Euro-Kopfhörer angemessen hoch.

Der Kopfhörer wiegt 275 Gramm. Das ist zwar nicht außergewöhnlich leicht, für die Größe geht das allerdings in Ordnung. Für mich als Brillenträger ist es oft sehr schwierig, bequeme Over-Ear-Kopfhörer zu finden. Gerade bei den geräuschunterdrückenden Modellen, die man ab und zu auch auf Langstreckenflügen zehn Stunden und mehr trägt, ist das ein wichtiger Faktor. Der MDR-1000X zählt definitiv zu den bequemsten Kopfhörern, die ich bislang getragen habe. Das Gewicht fällt dank des festen, aber nicht unangenehm engen Sitzes im Alltag nicht wirklich auf. Der Kopfhörer ist außerdem ausreichend gepolstert, so, dass der Bügel meiner Brille nicht zu fest an die Schläfe gedrückt wird. Insgesamt empfinde ich den MDR-1000X trotz seiner Größe überraschend bequem.

Hat man ein Handy, das das Einrichten per NFC unterstützt, ist es nur eine Frage von Sekunden, um eine Verbindung herzustellen. So muss man das Smartphone lediglich mit der Rückseite an die linke Hörmuschel halten und bestätigen. Im Test hat das mit verschiedenen Handys bei mir immer problemlos und schnell funktioniert. Der Kopfhörer hat auch ein Mikrofon integriert, über das man telefonieren kann.

Sony MDR-1000X
Foto: Thomas Prenner

Für die aktive Geräuschunterdrückung ist Strom notwendig. Geladen wir per microUSB-Anschluss. Bis der Akku voll ist, dauert es etwa vier Stunden, die maximale Laufzeit beträgt laut Sony 20 Stunden. Wie lang man mit einer Ladung tatsächlich auskommt, hängt von der individuellen Nutzung ab. 

Klang

In Sachen Klang liefern die MDR-1000X das ab, was ich mir von einem Kopfhörer in dieser Preisklasse erwarte. Sowohl bei niedriger als auch bei hoher Lautstärke ist der Klang glasklar. Die Höhen kommen sehr schön heraus und auch die Mitten sind deutlich und klar hörbar. Der Bass ist kräftig, aber nicht übertrieben stark. Für den Musikgeschmack in Richtung Klassik, Pop und ruhigere Stücke ist der Klang ideal. Für extreme Bass-Freaks könnten die MDR-1000X eventuell eine Spur zu wenig hergeben.

Den optimalen Klang erreicht man übrigens nur mit aktivierter Geräuschunterdrückung. Zwar kann man den Kopfhörer mit Kabel auch dann weiter betreiben, wenn der Akku leer ist, jedoch ist das eher als Notlösung zu sehen, da er ohne NC einfach nicht so sauber klingt.

Sony MDR-1000X
Foto: Thomas Prenner

Der MDR-1000X unterstützt auch Sonys proprietären High-Res-Standard. Um jenen zu nutzen, ist aber neben den entsprechenden High-Res-Soundfiles auch eine kompatible Quelle notwendig. Dazu zählen Sonys aktuelle Xperia-Smartphones sowie die neu aufgelegten Walkman-Modelle.

Geräuschunterdrückung

Die aktive Geräuschunterdrückung hält das, was sie verspricht. Im Flugzeug filtert sie verlässlich das störende Brummen der Triebwerke heraus, genauso wie andere Umgebungsgeräusche in Zug, U-Bahn oder Bus. Wie bei allen Kopfhörern mit aktiver Geräuschunterdrückung gilt auch hier: Je konstanter der (im Idealfall niedrigfrequente) Ton, desto besser funktioniert die Technik. Doch auch bei schwierigeren Umgebungsgeräuschen wie etwa Sprache leistet der MDR-1000X respektable Arbeit.

Im Vergleich zu Kopfhörern vom Konkurrenten Bose muss sich der Sony-Kopfhörer nicht verstecken. Mit der Personal-NC-Optimizer-Funktion verspricht Sony außerdem, dass sich der Kopfhörer an die individuelle Kopfform anpasst. Drückt man den entsprechenden Knopf, werden wenige Sekunden lang eine Reihe von Testtönen abgespielt. Bei diesem Prozess soll die Geräuschunterdrückung optimiert werden. Ein netter Gedanke, auch, wenn ich in der Praxis höchstens einen minimalen Unterschied zwischen optimierter und nicht-optimierter Geräuschunterdrückung wahrnehmen konnte.

Sony MDR-1000X
Foto: Thomas Prenner

Neben dem klassischen NC-Modus, bei dem alle Geräusche ausgefiltert werden, verfügt der Sony-Kopfhörer noch über einen Ambient-Sound-Modus. Sony verspricht, dass man bestimmte Geräusche aus der Umgebung, wie Stimmen, mitbekommt, ohne die Lautstärke reduzieren zu müssen. Gedacht ist das etwa dafür, wenn man Durchsagen in Flughäfen oder Bahnhöfen nicht verpassen möchte. Die Funktion ist zwar nett gedacht, als wirklich brauchbar habe ich sie im Test jedoch nicht empfunden. Zwar hört man Stimmen und Durchsagen in diesem Modus tatsächlich besser, jedoch beeinträchtigt es den Klang der Musik sehr stark.

Sony MDR-1000X
Foto: Thomas Prenner

Touch-Steuerung

Wer nur kurz etwas hören will, hat mit dem MDR-1000X-Kopfhörer noch eine andere Möglichkeit. Sony nennt die Funktion “Quick Attention Mode”. Dabei muss man die Handfläche auf die rechte Kopfhörermuschel legen. Anschließend wird die Lautstärke der Musik reduziert und die Geräuschunterdrückung deaktiviert. Die Mikrofone, die eigentlich für die NC-Funktion benötigt werden, leiten dann Umgebungsgeräusche außerdem weiter. Wenn die Flugbegleitung etwa nach einem Getränkewunsch fragt, kann man so schnell bestellen, ohne die Kopfhörer abnehmen zu müssen. In der Praxis habe ich die Funktion als durchaus praktisch empfunden. Das einzige Problem daran war, dass der Person gegenüber gelegentlich nicht sofort bewusst war, dass ich zuhöre, da ich die Kopfhörer ja nicht abnehmen musste.

Sony MDR-1000X
Foto: Thomas Prenner

Neben dem Quick Attention Mode kann auch die Musikwiedergabe sowie die Lautstärke durch Berührung der Kopfhörermuschel gesteuert werden. Um die Wiedergabe zu pausieren, muss man die Oberfläche etwa zwei Mal antippen. Nach oben oder unten wischen reguliert die Lautstärke, vor- und zurückwischen springt zum vorigen oder nächsten Lied. 

Fazit

Wer einen geräuschunterdrückenden Over-Ear-Kopfhörer mit Bluetooth-Funktion im gehobeneren Preissegment sucht, sollte sich den Sony MDR-1000X genauer anschauen. In Sachen Tragekomfort, Klang und Geräuschunterdrückung lässt der Kopfhörer in seiner Preisklasse kaum Wünsche offen und kann locker mit Konkurrenten wie Bose und Sennheiser mithalten.

Sony MDR-1000X
Foto: Thomas Prenner

Auch die Zusatzfunktionen sind nette Ergänzungen. Besonders den Quick Attention Mode und das Steuern per Touch auf die Ohrmuschel empfand ich im Test als sinnvolle Features. Das schlichte Design und die gute Verarbeitung runden das Gesamtpaket ab.

Der MDR-1000X ist in den Farben Schwarz oder Grau erhältlich, der Preis liegt bei 399 Euro (UVP).

(futurezone) Erstellt am 03.12.2016, 06:00

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