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Smartphone-Test
06/29/2012

Sony Xperia P im Test: Gut, aber nicht perfekt

Mit dem Xperia P hat Sony eine günstigere Variante des Xperia S bereitgestellt. Zwar hat das P ein kleineres Display mit einer geringeren Auflösung und eine 8 statt 12-Megapixel-Cam, aber behebt auch einige Mängel des S.

von Gregor Gruber

Nach dem eher ernüchternden Flaggschiff der neuen Xperia-Reihe, dem Sony Xperia S (

), stellt Sony weitere Modelle in unterschiedlichen Preisklassen vor. In der gehobenen Mittelklasse geht das Sony Xperia P (UVP 449 Euro) ins Rennen. Die futurezone hat das Smartphone getestet.

Design und Verarbeitung
Das Xperia P ist ein Hingucker. Die halbtransparente Leiste mit den Softtouch-Tasten hebt sich von den üblichen Handy-Designs ab. Das darunter liegende Plastikstück hat die jeweilige Farbe der Rückseite des Xperia P (Schwarz, Rot oder Silber). Das Gehäuse besteht aus Aluminium. An der Rückseite wird es zur linken und rechten Seite hin dünner, was optisch durchaus ansprechend ist. Ein kleiner Schönheitsfehler an der Rückseite ist das Plastikelement oben, in dem der 3,5mm Klinkenstecker untergebracht ist.

Das Aluminiumgehäuse des Smartphones macht einen robusten Eindruck. Mit 10,5mm ist das Xperia P aber nicht gerade schlank und wirkt so recht schwer in der Hand, obwohl es nur 120 Gramm wiegt. Wenig Vertrauen erweckt das Plastikteil unter der Zierleiste, das sich etwas nach oben und unten biegen lässt und dabei knirscht. Das liegt daran, dass es nur eine Plastik-Abdeckhaube ist, die sich abziehen lässt. Darunter befindet sich ein Sticker mit der Seriennummer des Geräts. Aber auch ohne Abdeckkappe lässt sich das Teil darunter etwas biegen.

Als Staub- und Schmutzmagnet stellt sich wieder der übliche Verdächtige heraus: der Lautsprecher über dem Sony-Logo. Auch zwischen Display und dem leicht erhobenen Rand sammelt sich Schmutz, dieser kann aber einfach weggewischt werden.

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Handhabung
Das Xperia P liegt gut in der Hand, nur die Kanten der Plastikabdeckung unten sind eine Spur zu scharf. Wenn man sich aber nicht zwanghaft fest an das Smartphone klammert, sollten die Handballen von Schmerzen verschont bleiben. Ein Nachtteil des Designs mit der transparenten Tastenleiste ist, dass man im Handling das Gefühl nicht los wird, als wäre das Gerät zu groß und zu schwer für die Display-Größe von 4 Zoll – als hätte Sony aus optischen Gründen einfach die Leiste und den darunter liegenden Teil an ein fertiges Handy angebaut.

Immerhin hat die transparente Leiste diesmal wirklich eine Funktion. War sie beim Xperia S nur Zierde, sind die Softtouch-Tasten in der Leiste des Xperia P funktionsfähig und reagieren auch so, wie sie sollten. Weitere physische Tasten befinden sich an der rechten Taste. Die Standby- und Lautstärken-Tasten sind gut zu erreichen. Der Widerstand ist etwas zu fest aber so gibt es zumindest keine unabsichtlichen Betätigungen. Die Zwei-Wege-Kamerataste lässt die Kamera fokussieren, wenn man leicht drückt und sie löst aus, wenn man den Knopf ganz durchdrückt. Das Fokussieren geht angenehm leicht, beim ganz Durchdrücken ist soviel Kraft nötig, dass man schon mal verwackelt.

Der Micro-SIM-Slot an der linken Seite wirkt zu filigran. Die Plastikabdeckung lässt vermuten, dass man nicht allzu oft die SIM-Karte wechseln sollte und auch der Federmechanismus wirkt nicht besonders langlebig. Einen Einschub für eine MicroSD-Karte gibt es nicht.

Display und Akku
Das 4-Zoll-Display nutzt Sonys neue „WhiteMagic"-Technologie. Im LCD-Display sind weiße Subpixel, zusätzlich zu den roten, grünen und blauen Pixeln. Dadurch kann das Display deutlich heller leuchten als die von anderen Smartphones. Selbst im direkten Sonnenlicht sind Texte noch gut lesbar und Farben deutlich erkennbar. Der Helligkeits-Boost muss aber erst über die Einstellungen oder ein Einstellungs-Widget aktiviert werden.

Abgesehen von der Helligkeit ist das Display gut. Die Auflösung von 960x540 Pixel ist in Ordnung, Farben und Kontraste ebenfalls. Trotz weißer Subpixel ist das Display leicht gelbstichig.

Laut Sony sollen die weißen Pixel das Display in dunkleren Umgebung bis zu 50 Prozent sparsamer als andere Displays machen. Das scheint zuzutreffen. Denn obwohl der Akku nur 1305mah klein ist, kommt man damit einen ganzen Arbeitstag inklusive feierabendlichem Fortgehen aus. Das heißt aber auch, dass das Xperia P jede Nacht ans Ladegerät sollte, wenn man nicht am späten Vormittag des darauf folgendes Tages mit einem leeren Akku dastehen will. In ein Handy mit solchen Dimensionen hätte Sony ruhig einen größeren Akku verbauen können.

Software und Leistung
Der 1GHz Dual-Core-Prozessor sorgt für ein flüssiges Android-Erlebnis. Sony sorgt allerdings dafür, dass dieses Android-Erlebnis veraltet ist. Das Xperia P nutzt Android 2.3.7, ein Upgrade auf Android 4.0 soll in Arbeit sein. Nur bei grafisch-aufwendigen Spielen, wie etwa GTA, kam es vereinzelt zu Rucklern.

Sonys eigene Oberfläche für Android erfüllt ihren Zweck, auf einige der vorinstallierten Apps könnte man getrost verzichten. Viele der Widgets sind ebenfalls unnötig oder nicht ganz durchdacht. So muss man beim Einstellungs-Widget erst darauf tippen, damit es sich vergrößert, um dann die entsprechenden Icons antippen zu können. Beim Wetter-Widgets fehlt die automatische Bestimmung des aktuellen Ortes.

Die 8-Megapixel-Kamera liefert sehr gute Bilder, solange man sie nur am Handy anschaut. Auf größeren Monitoren oder dem Flat-TV sieht man die Handy-übliche Komprimierung. Auch bei schlechten Lichtverhältnissen liefert das Xperia P brauchbare Resultate. Die Kamera-App ist vorbildlich, hat viele Szenen-Modi, Einstellungsmöglichkeiten und Schwenkpanoramen. Eine Serienbilder- und HDR-Funktion fehlen.

Videos werden in 1080p aufgenommen. Die Qualität ist gut, auch die Bildstabilisierung verrichtet ihren Dienst meist problemlos.

Die Sprachqualität beim Telefonieren ist ebenfalls gut, jedoch nicht überragend. Lästig ist, dass die Signalanzeige nicht sehr genau ist. Je nachdem, wie man das Handy hält, kann die Anzeige von fünf auf einen Balken fallen, obwohl immer noch problemlos telefoniert werden kann. Hin und wieder verschwinden auch alle Balken, telefonieren kann man aber dennoch.

Fazit
Das Xperia P ist ein gutes Handy in der gehobenen Mittelklasse, bietet aber bis auf das extra-helle Display keine echten Highlights. Hinzu kommt, dass es mit Android 2.3.7 ausgeliefert wird anstatt mit Android 4.0. Das Versprechen auf ein Upgrade ist schön und gut, aber es könnte noch Monate dauern, bis es verfügbar ist.

Der Preis von 449 Euro (UVP) für das Xperia P ist zu hoch angesetzt, wie auch der Straßenpreis von 329 Euro beweist. Zu diesem Preis ist es durchaus eine Alternative zu teureren Modellen mit ähnlicher Ausstattung, wie etwa dem HTC One S. Nur das Galaxy Nexus kommt mit einem Straßenpreis von 360 Euro halbwegs an den des Xperia P ran.

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Modell:
Sony Xperia P
Display:
4 LCD-Display mit 960x540 Pixel
Prozessor:
1GHz U8500 Dual Core
RAM:
1GB
Speicher:
16GB, kein MicroSD-Slot
Betriebssystem:
Android 2.3.7, Upgrade auf Android 4 im 2. Quartal
Anschlüsse/Extras:
Micro-USB, Micro-HDMI, 3,5mm Klinke, NFC
Kamera:
8MP Rückseite, VGA Front
Videos:
1080p Rückkamera,
Maße:
122 x 59,5 x 10,5 mm, 120 Gramm
Preise:
449 Euro UVP in Schwarz, Rot oder Silber