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26.08.2016

Sound BlasterX H7 im Test: Fast schon zu klarer Sound

Das H7 Headset von Creative liefert einen sauberen virtuellen 7.1 Surround Sound per USB-Anschluss und kann auch per 3,5mm-Klinkenstecker genutzt werden.

Das Sound BlasterX H7 (UVP 160 Euro) verspricht hohe Soundqualität mit virtuellem 7.1 Surround Sound. Damit ist Creative einer von vielen Anbietern von dedizierten Gaming-Headsets. Was das H7 positiv von Modellen der Konkurrenz unterscheidet, ist die Leichtbauweise.

Andere, meist teurere Over-Ear-Headset sind oft voluminöser und schwerer, um die nötigen Komponenten unterzubringen. Das H7 verzichtet auf Extras wie kabellose Übertragung per Bluetooth, Rauschunterdrückung, komplexe Klappmechanismen für das Mikrofon oder Steuerelemente an den Hörern.

Dadurch ist das Headset, obwohl gut gepolstert und in Over-Ear-Bauweise, angenehm leicht. Der Bügel ist flexibel genug, dass die Hörer nicht unangenehm seitlich auf den Kopf drücken. Dafür ist die passive Dämpfung von Außenlärm nicht ganz so stark wie bei anderen Headsets. Wer zu Wutausbrüchen beim Gaming neigt, wird mit dem H7 möglicherweise nicht so glücklich, da es aufgrund des geringeren Seitendrucks bei schnellen Kopfbewegungen nach vorne oder hinten rutschen kann.

Galerie: Sound BlasterX H7

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Abnehmbare Mikrofon

Trotz Leichtbauweise sieht das H7 hochwertig aus. Dafür sorgen die Seitenteile und Bügelhalter aus gebürstetem Aluminium. Damit das Headset noch als Gaming-Produkt erkennbar ist, ist in den linken und rechten Seitenteilen das X des Logos rot beleuchtet.

Das Mikrofon hat einen biegbaren Bügel und lässt sich gut anpassen und schnell wegbiegen, wenn zb etwas getrunken wird. Das Mikrofon kann auch komplett abgesteckt werden. Dadurch wird das Headset straßentauglich – aufgrund des 3,5mm-Klinkensteckers kann es nämlich als ganz normaler Kopfhörer für das Smartphone und andere Geräte genutzt werden.

Fernbedienung und Signalwandler

Die Fernbedienung ist fix mit einem 0,4m kurzen, umflochtenen Kabel mit dem H7 verbunden. Einige Fasern der Flechtung stehen beim Testgerät bereits vom Kabel ab, obwohl das Headset gänzlich ohne Gamer-Rage und scharfe Möbelkanten getestet wurde.

Die Fernbedienung ist, wie auch das Headset selbst, minimalistisch gehalten. Es gibt nur einen großen Schieberegler zum Stumm schalten, eine Taste für Start/Pause/Telefonate annehmen und ein Lautstärkenrad.

Anschluss an PC und PS4

Trotzdem ist die Fernbedienung recht groß ausgefallen. Das liegt daran, dass die Technik von den Kopfhörern hierhin ausgelagert wurde. Konkret ist ein 24/96 kHz USB-Digital-Analog-Wandler (DAC) verbaut sowie die nötige Technik, um den virtuellen 7.1-Surround-Sound zu erzeugen.

Diesen gibt es nur, wenn das H7 per USB-Anschluss mit der Quelle verbunden ist. Dazu ist im Lieferumfang ein umflochtenes 1,5m langes Micro-USB-Kabel enthalten, das an die Fernbedienung angesteckt wird. Die Kabelgesamtlänge beträgt damit 1,9m. Für Notebook und PC ist das ausreichend. Soll das H7 aber an die PS4 im Wohnzimmer angesteckt werden, benötigt man ein längeres Micro-USB-Kabel.

Für den Anschluss per 3,5mm-Klinkenstecker ist ebenfalls ein geflochtenes Kabel enthalten. Dies ist mit 0,8m noch kürzer ausgefallen und eher für den Smartphone-Einsatz ausgelegt, bzw. für den Anschluss an die externe USB-Soundkarte Sound BlasterX G5.

Software

Ist das H7 per USB mit dem Computer verbunden, sollte Creatives Acoustic Engine Pro-Software installiert werden. Mit dieser sind verschiedene, vorgefertigte Profile einstellbar, die mit Schnelleinstellungen und einem vollwertigen Equalizer angepasst werden können.

Das Standard-Profil des H7 liefert einen sehr klaren Klang, der den Referenz-Sound von Studiokopfhörern imitiert. Wer darauf wert legt, ohne mehrere hundert Euro in entsprechende Kopfhörer zu investieren, wird sich über das H7 freuen.

Tonqualität

Mir persönlich ist der Klang schon zu sauber und neutral. Dadurch entsteht zB. bei Shootern der Eindruck, dass der Sound flach ist, obwohl das H7 viel Volumen und Lautstärke bietet. Zudem forciert das Standard-Profil den virtuellen Surround Sound zu stark, weshalb Töne weiter weg klingen, als sie sollten.

Mit dem vorgefertigten Profil für Shooter und dem Bearbeiten der Schnelleinstellungen klingt es für mich besser. Der Bass ist stärker und der Klang versetzt mich akustisch wieder ins Geschehen. Der virtuelle 7.1-Sound kann nicht mit einer gut abgestimmten 5.1-Anlage mithalten, aber im Test war klar auszumachen, ob das Geräusch von vorne links/rechts oder hinten links/rechts kam. Die Klarheit des Sounds des H7, die einzelne Töne deutlich voneinander abhebt, unterstützt jedenfalls die Surround-Sound-Illusion.

Die Qualität des Mikrofons ist sehr gut. Die Stimme wird klar und deutlich aufgezeichnet. Der abnehmbare Stoffwindschutz ist ein Bonus, Hintergrundgeräusche wurden im Test kaum übertragen.

PS4 und Klinke

Das zuletzt am PC eingestellte Profil wird direkt am H7 abgespeichert. Steckt man das Headset an einem PC ohne der Software, PlayStation 4 oder ans Smartphone per 3,5mm-Klinkenstecker an, ist das zuvor am PC gewählte Profil aktiv. Hat man also vor mit dem H7 unterwegs Musik zu hören, sollte man vorher am PC das entsprechende Profil einstellen, falls einem das Gaming-Soundprofil nicht zusagt.

Für die Verwendung auf der PS4 sollte ein Gaming-Soundprofil, wie etwa das für Call of Duty/Shooter gewählt werden. Es funktioniert auch bei Sport- und Rennspielen gut – jedenfalls besser als das zu saubere Standard-Profil, bei dem, wie beim PC, die Geräuschquelle zu weit weg wirkt.

Ist ein passendes Profil am PC eingestellt worden, ist auch der Sound auf der PS4 sehr gut. Die Sprachübertragung ist, wie schon am PC, klar und deutlich.

Fazit

Das H7 wurde von Creative bewusst so gemacht, dass es kein Feature-Monster, sondern aufs Wesentliche reduziert ist. Und genau hier liegt die Stärke. Durch die Bauweise ist es bequemer und leichter zu tragen als viele Highend-Headsets zu höheren Preisen, liefert aber einen mindestens genauso guten, wenn nicht sogar besseren Klang. Besonders für Gamer, die klare Klänge mögen, ist das H7 gut geeignet.

Ein kleiner Nachteil bei der Reduktion aufs Wesentliche: In einigen Situationen wünsche ich mir, dass das H7 mehr als nur ein Profil am Gerät speichern kann. Denn will man etwa auf der PS4 von einem Shooter-Profil zum Movie-Profil wechseln, muss man es dafür wieder am PC anstecken.