oder als Fußstütze

© Gregor Gruber

Test
04/21/2014

Soundcast Outcast: Der Gigant der tragbaren Lautsprecher

100 Watt Leistung, acht Stunden Akkukapazität, 11,6 Kilogramm Gewicht und ein Tragehenkel: Der Outdoor-Lautsprecher Outcast im Test.

Es gibt kein Unterhaltungselektronik-Problem, für das es nicht eine Lösung gibt. Im Falle des Outcast von Soundcast Systems wäre das wohl: „Wie beschalle ich am besten die halbe Donauinsel?“ oder „Wie kann ich bei einer Grillparty im Freien auch noch den Nachbarn zwei Straßen weiter an meinem Sommermix teilhaben lassen?“

Die Antwort kommt in der Form eines weiß-grauen Ungetüms namens Outcast. Auf den ersten Blick könnte es ein Luftbefeuchter, Stand-Aschenbecher oder ein Requisit aus einer 70er-Jahre Science-Fiction-Serie sein. Das 66 cm hohe Gerät mit einem Durchmesser von 28 cm ist aber tatsächlich ein Outdoor-Lautsprecher. Im Inneren sorgen vier Lautsprecher für einen 360-Grad-Stereoklang. Ein Digital-Verstärker mit 100 Watt und Subwoofer mit 20 cm Durchmesser verleihen den Klängen lautstark Nachdruck.

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Tragbar

An der Oberseite des Geräts ist ein Henkel angebracht. In Kombination mit dem herausnehmbaren Akku macht dies aus dem Outcast einen tragbaren Lautsprecher. Durch das Gewicht von 11,6 Kilogramm wird man ihn aber nicht allzu weit herumtragen, sondern eher von der Garage oder dem Wohnzimmer in den Garten und wieder zurück transportieren. Die Akkuleistung von bis zu acht Stunden würden ihn allerdings auch für einen Tagesausflug ins Grüne geeignet machen – wobei die Extrem-Beschallung eventuell gegen Naturschutzgesetze verstoßen könnte.

Die Bedientasten an der Oberseite sind spritzwassergeschützt. Die Netzteilbuchse und der 3,5-mm-Klinkenanschluss sind ebenfalls durch Klappen vor Feuchtigkeit geschützt. Dies ist gedacht, um den Outcast neben dem Pool zu positionieren, wo er gelegentlich einen Spritzer Wasser abkriegen könnte. Bei Regen sollte man ihn aber nicht im Garten stehen lassen.

Quellen

Der Outcast kann über besagten 3,5-mm-Klinkenanschluss mit Musik gespeist werden. Ein Klinken-zu-Klinken-Kabel ist im Lieferumfang enthalten. Optional bietet das Unternehmen drahtlose Sender an (USB 129 Euro, alter iPhone-Stecker 149 Euro), die mittels 2,4-GHz-Technik eine Reichweite von bis zu 100 Metern haben sollen. Der Outcast kann Signale von drei Sendern gleichzeitig empfangen, der Kanal wird direkt am Gerät umgestellt. Verwendet man die Sender, können auch die Play/Pause und Vor- und Zurück-Tasten am Gerät genutzt werden. Bei anderen Verbindungsformen werden diese nicht unterstützt.

Der Hersteller bietet auch ein passendes Bluetooth-Modul an (79 Euro), das über den 3,5-mm-Klinkenstecker verbunden wird. So kommt die Musik kabellos von Smartphone oder Tablet zum Riesen-Lautsprecher. Sogar Ersatzakkus werden um 149 Euro angeboten. Zum Wechseln benötigt man allerdings einen Schraubenzieher, da die Akkuklappe mit einer Kreuzschraube gesichert ist.

Der Outcast hat auch eine Beleuchtung, die allerdings nicht besonders hell ist. Diese ist in zwei Stufen wählbar und erzeugt ein blaues Licht bei zwei der vier Öffnungen an der Geräte-Unterseite. Der technische Nutzen dürfte dabei ähnlich hoch sein wie der einer Unterbodenbeleuchtung beim Pkw.

Soundqualität

Obwohl der Outcast so groß ist, wirkt er durch das weiß-graue Mülltonnen-Design nicht so, als könnte er tontechnisch auftrumpfen. Umso überraschter ist man, wenn man ihn das erste Mal hört. Der Klang wird wirklich rundum ausgestrahlt und der Bass ist durchaus gut.

Audiophile werden aber dennoch nicht begeistern sein. Für Pop und Rock ist der Outcast sehr gut geeignet, klassische Musik klingt zu dumpf und unsauber. Immerhin kann der Outcast bis zu einer sehr sehr (sehr) hohen Lautstärke die Tonqualität konstant halten (volle Lautstärke am Outcast, halbe Lautstärke am Smartphone). Stellt man auch noch die Lautstärke am Smartphone auf maximal, wird es unerträglich - sowohl in Sachen Lautstärke, als auch Tonqualität.

Fazit

Der Outcast ist sowohl was den Preis angeht, als auch in Hinblick auf den Einsatzzweck für Besserverdiener gedacht. Wer sich nicht entscheiden kann, ob er eine Poolparty an einem oder lieber eine Grillparty am anderen Ende seines 300 Quadratmeter großen Gartens veranstaltet, ist mit dem rund 850 Euro teuren Gerät gut beraten.

Für spontane Demos, Partys, choreografierte Tanz-Flash-Mobs oder einfach nur Ansammlungen mehrerer Menschen, die in Orten ohne Stromzufuhr auditiv belustig werden wollen, ist der Outcast ebenfalls gut geeignet. Jedoch kann der hohe Preis (und das Gewicht) abschreckend sein. Deshalb gibt es mit Outcast Junior eine kleinere, 50 Watt starke Variante, die 7,5 Kilogramm wiegt, mit einem 12-Volt-Netzteil betrieben werden kann und etwa 300 Euro günstiger ist.

Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Kooperation zwischen Novis und futurezone.at