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26.09.2013

Soundfiles erobern DJ-Pult

Die Ausrüstung der Club-DJs hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Den Platz der klassischen Turntables haben komplexe Geräte eingenommen.

Vor einigen Jahren wurde die gute alte Schallplatte von CDs abgelöst. Sie waren deutlich resistenter, leichter zu transportieren und konnten ganz einfach und schnell gebrannt werden. Doch der Siegeszug der CD als Tonträger währte nicht allzu lange: „Zurzeit ist das Sterben der CD im Gange. So wie einst die CD-Player die Plattenspieler verdrängten, wird jetzt die CD vom Computer verdrängt“, erklärt Oliver Paar, Geschäftsführer vom DJ-Fachgeschäft Friendly House in Wien gegenüber der futurezone.

Standard in den Clubs sind derzeit kombinierte Multiplayer wie das Pioneer-Flagschiff CDJ-2000 nexus, die neben klassischen CDs und DVDs auch digitale Soundfiles abspielen können. Diese Multiplayer lassen sich per LAN-Kabel parallel mit mehreren Playern verbinden, sodass sie gemeinsam auf eine Quelle zugreifen können. Außerdem ermöglicht der CDJ-2000 über WiFi einen kabellosen Zugriff auf Laptop, Tablet oder Smartphone. Zusätzlich ist ein Auslesen von externen Festplatten, USB-Sticks oder SD-Cards gewährleistet.

Marktführer

Bei der Ausstattung der Clubbühnen hat sich das japanische Elektronikunternehmen Pioneer durchgesetzt und Konkurrenten wie Rane, Denon oder Allen & Heath weit hinter sich gelassen. "Die Zeit der Diversität ist absolut Geschichte. Kein Club kommt heute um Mischpulte oder Multiplayer von Pioneer herum. Die Marktstellung von Pioneer geht eigentlich schon über die des Marktführers hinaus, sodass fast von einem Monopol gesprochen werden kann", weiß Christian Kogler vom Musikfachgeschäft Klangfarbe.

Pioneer Set mit zwei CDJ-2000 nexus, einem DJM-900 nexus 4-Kanal-DJ-Mixer und RMX-1000-M Effektbox © Bild: Pioneer

Vinyl stirbt nicht

Der legendäre Technics 1210 MK2 Plattenspieler wurde 35 Jahre lang produziert und sicherte sich als das am längsten produzierte Elektronikprodukt einen Eintrag im Guiness Buch der Rekorde. Zum Leidwesen von Vinyl-DJs wurde die Produktion 2010 eingestellt. "Bereits seit langer Zeit gibt es Alternativhersteller zum Technics 1210, einer Entwicklung aus den 70ern. Nach der Einstellung des Produktes bei Technics/Panasonic erfreuen sich diese nun einer höheren Nachfrage. In naher Zukunft werden neue Plattenspieler auf den Markt kommen, die an die Ansprüche der heutigen Zeit angepasst sind", versichert Paar.

Auch wenn in den großen Diskotheken die Musik meist nur mehr digital abgespielt wird, will der Markt für Vinyl nicht so schnell aussterben. Der Klang des Vinyls ist wärmer und kaum mit digitalen Soundfiles zu vergleichen, sodass immer noch viele darauf schwören und sich sträuben auf digitale Audioquellen umzusteigen.

Die Alte Schule des Auflegens wurde von den technischen Neuerungen in eine Liebhaber-Nische verdrängt. Denn wie sowohl Friendly House als auch Klangfarbe bestätigen, hat sich der Markt für Schallplatten nach einem deutlichen Einbruch auf niedrigem Niveau wieder stabilisiert.

DJ-Sets für zuhause

Profigeräte sind kaum unter tausend Euro zu haben. Wer aber auf der eigenen Wohnungsparty ein bisschen DJ spielen will, kann sich bereits um ein paar hundert Euro ein Komplettset kaufen, das sich per USB an den Computer anschließen lässt. Neben der hardwareseitigen Steuerung über Knöpfe und Regler werden die DJ-Konsolen über die ein Computerprogramm bedient.

DJ-Consolen

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Auf der IFA in Berlin hat der niederländische Elektronikkonzern Philips erst kürzlich ein neues multifunktionales Soundsystem für den Consumer-Markt vorgestellt. Das Philips M1X-DJ Soundsystem ist ein DJ-Controller kombiniert mit Lautsprechern. Das Deck wird mit einem iPad verbunden und dient mithilfe der djay-App als GUI. Die Lautsprecher, die eine Gesamtausgangsleistung von 80 Watt besitzen, sind Bluetooth fähig und lassen sich auch unabhängig vom DJ-Deck ansteuern.

"Der Bestseller in unserem Shop ist derzeit der Traktor Kontrol Z1", so Paar von Friendly House. Der handliche 2-Kanal DJ-Controller von Native Instruments ist mit einem integriertem 24-Bit/96 kHz Audiointerface ausgestattet und lässt sich mit iOS-Geräte, PC oder Mac verbinden und steuern. Als Software steht das hauseigene Traktor DJ und Traktor Pro 2 zur Verfügung. Auch bei Klangfarbe werden ähnliche DJ-Controller von Numark, Hercules oder Pioneer stark nachgefragt. "Für Einsteiger, die sich als DJs versuchen wollen, eignen sich die günstigen Komplettsets bestens", erklärt Kogler von Klangfarbe. "Für lautstarkes Auflegen auf großen Bühnen sind diese Geräte aber nicht ausgelegt."