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Spieletest: Expendables 2 ist verzichtbar

Arcade-Shooter aus der Vogelperspektive haben mit Xbox Live Arcade und dem PlayStation Network eine Renaissance erlebt. Das Genre hat unter anderem gute Titel wie "Dead Nation" (PS3) und "Geometry Wars" (Xbox360) hervorgebracht, aber auch zahlreiche mäßige bis schlechte Games. Zu diesen gehört auch "Expendables 2", das es für etwa 15 Euro in PSN (PS3), Xbox360 Arcade und Steam (PC) zum Downloaden gibt.

Vier Helden
Das Spiel ist die Vorgeschichte zum gleichnamigen Film. Die Story zusammengefasst: Die guten Söldner suchen einen bösen Söldner, danach ergeben sich die Gründe von selbst, um halbe Armeen wegzuballern.

Die vier Charaktere zur Auswahl sind die digitalen Alter Egos von Sylvester Stallone, Jet Li, Terry Crews und Dolph Lundgren. Die Charaktere unterscheiden sich durch ihre jeweils zwei Waffen, die sie dabei haben und zwischen denen im Spiel jederzeit gewechselt werden kann.

Zwei Sticks
Gespielt wird aus der Vogelperspektive. Mit dem linken Analog-Stick läuft man, rechts wird gezielt. Wobei Zielen relativ ist, da nur einer der vier Charaktere eine Waffe mit einem Laserpointer hat. Bei allen anderen drückt man den Analogstick ungefähr in die Richtung der Gegner und hofft auf das Beste.

Natürlich dürfen auch die üblichen Nahkampfangriffe nicht fehlen. Hat man zudem genügend Abschüsse erzielt oder herumliegende, leuchtende Expendables-Symbole eingesammelt, kann man einen Signatur-Angriff ausführen. Die Kamera zoomt heran und zeigt in Zeitlupe, wie Jet Li mit dem Messer stichelt oder Stallone seinen Revolver aus nächster Nähe abfeuert.

Anstatt der sonst üblichen Power Ups können Waffen aufgehoben werden, wie Raketenwerfer, eine AK47 oder eine Schrotflinte. Hat man eine Granate gefunden, darf man auch diese werfen.

Viele Feinde
Gespielt wird immer zu viert. Wenn man keine vier Spieler im Wohnzimmer hat, kann man ein offenes Spiel erstellen, in das jederzeit online Mitspieler einsteigen können. Ansonsten übernimmt die K.I. die Kontrolle über die fehlenden Helden.

Das Gameplay ist simpel - folge dem fix vorgegebenen Weg und besiege alle Feinde. Von denen gibt es reichlich, hin und wieder stellt sich auch ein Panzer in den Weg, der mit einem Raketenwerfer abgeschossen werden muss. Dazwischen explodieren Fässer hier und da, ab und zu gibt es Deckungen, hinter die man gehen kann, und ist die Lebensenergie verbraucht, eilt einer der Mitspieler zur Wiederbelebung heran. Am Ende des Levels werden die Abschüsse in Erfahrungspunkte umgerechnet, mit denen die Waffen verbessert werden können.

Wenig Abwechslung
Das Problem ist, dass man schon nach den ersten zehn Minuten das Gefühl hat, dass nichts Neues mehr kommt - was sich leider bestätigt. Die einzelnen Levels dauern gefühlt viel zu lange, da sich meistens nicht die Umgebungsgrafik ändert. Die einzige  Abwechslung sind Rail-Shooter-Passagen. Hier fliegt man im Hubschrauber oder Flugzeug mit und kann ein Fadenkreuz steuern, mit dem Feinde ins Visier genommen werden.

Ein unfreiwillig-komisches Highlight ist der Stimmimitator von Sylvester Stallone. Dieser klingt wie ein US-Comedian, der versucht, sich über Sly lustig zu machen. Terry Crews und Dolph Lundgren haben ihre Stimmen ihren virtuellen Ebenbildern geliehen. Da sie aber kaum etwas sagen, fällt das nicht wirklich auf.

Fazit
Der englische Begriff "expendable" bedeutet "entbehrlich", "überflüssig", "verzichtbar", "sich verbrauchend". Zumindest die ersten drei Eigenschaftswörter treffen auf das Expendables 2 Videospiel zu. Nach einer halben Stunde setzt bereits die Langeweile ein, Highlights oder einen Motivationsfaktor zum Weiterspielen sucht man vergebens.

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Gregor Gruber

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