© SumUp

Produkte
09/02/2012

SumUp macht Smartphone zur Bankomat-Kasse

Das Jungunternehmen SumUp bietet eine Alternative zur herkömmlichen Annahme von Kredit- und Bankomatkarten-Zahlungen. Mit einer neuen Payment-Lösung will das Start-up das mobile Bezahlen nach internationalen Vorbildern wie Square auch in Deutschland und Österreich revolutionieren. Im futurezone-Gespräch erläutert Mitbegründer Stefan Jeschonnek die Idee hinter SumUp und welche Vorteile der Service insbesondere für Selbstständige und Kleinunternehmen hat.

"Wir lösen das Problem, dass viele kleine Händler hierzulande noch immer keine Kartenzahlung annehmen können", sagt Stefan Jeschonnek, Mitbegründer von SumUp, bei einem Treffen mit der futurezone in Berlin. Das liege häufig daran, dass die herkömmliche Annahme von Kredit- und Bankomatkarten-Zahlungen über die marktüblichen Terminals nach wie vor mit hohen monatlichen Kosten verbunden sei, die sich viele kleine Firmen nicht leisten könnten.

SumUp ersetzt nun diese Terminals durch Smartphones: Mittels App und kostenlosem Kartenleser, der an iPhone und Android-Handys bzw. auch an Tablets angesteckt werden kann, verwandelt sich das Mobiltelefon in eine Bankomat- bzw. Kreditkartenkasse.

Seine Zielgruppe sieht SumUp von Taxifahrern über Markthändler und Handwerker bis hin zu Boutiquen, Restaurants und Ärzten. "Im Gespräch mit kleinen Firmen wurde mir oft selbst bestätigt, dass die Anschaffungs- sowie die laufenden Kosten für herkömmliche Terminals einfach nicht leistbar seien", so Jeschonnek zur futurezone.

SumUp verursacht den Unternehmen keine Extrakosten, abgesehen von 2,75 Prozent des Umsatzes die der Dienst pro getätigter Transaktion mitschneidet - womit sich auch gleich das Geschäftsmodell des Start-ups erklärt. "Für die Kunden im jeweiligen Geschäft ändert sich de facto gar nichts. Man kann wie gewohnt mit EC/Bankomatkarte und Kreditkarte bezahlen", erklärt Jeschonnek.

Einfache Handhabe
Um SumUp zu nutzen, muss der Händler nur den Kartenleser via Kopfhöreranschluss an sein Smartphone anstecken und den jeweiligen Betrag in der App eingeben. Möglich ist es auch, Listen mit Produkten und den dazugehörigen Preisen zu erstellen und bei der Abrechnung dann direkt den jeweiligen Artikel auszuwählen. Danach startet der Bezahlvorgang, wobei der Kunde die Bankomat- oder Kreditkarte in das Lesegerät steckt und mit Unterschrift per Finger auf dem Display den Zahlvorgang bestätigt. Die Rechnung wird dem Kunden wahlweise per E-Mail oder per SMS zugesandt.

Um die Sicherheit des Dienstes müssen sich die Händler und Kunden laut SumUp keine Sorgen machen. Sämtliche Daten werden verschlüsselt übertragen, SumUp ist PCI-DSS zertifiziert, ein Sicherheitsstandard, der von allen namhaften Kreditkartenfirmen unterstützt wird.

Kräftige Finanzspritze
Der Service von SumUp, das bereits 2011 gegründet wurde und derzeit Standorte in Berlin, London und Dublin betreibt, ist am 23. August offiziell in Österreich, Deutschland, Großbritannien und Irland gestartet. Dem offiziellen Launch ging eine viermonatige Testphase voraus.

Parallel zum Start erhielt SumUp auch eine kräftige Finanzspritze und konnte sich Investorengelder im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich sichern. Unter diesen Investoren befinden sich b-to-v Partners, Shortcut Ventures, Tengelmann Ventures sowie der Technologie-Investor Klaus Hommels, der in der Vergangenheit bereits in Firmen wie Skype, Xing und Facebook investierte. Allein in Österreich sieht SumUp potenziell 300.000 Kleinunternehmer, für die der Service interessant sein könnte.

Vorbilder und Konkurrenten
Wirklich neu ist die Idee von SumUp allerdings nicht: Mit Square gibt es in den USA schon seit längerem einen ganz ähnlichen Dienst. Mit Square können ebenfalls via Kreditkartenleser Zahlungen per Kreditkarte direkt am Smartphone getätigt werden. Inzwischen werden über Square in den USA nach Schätzungen bereits Zahlungen im Umfang von sechs Milliarden Dollar jährlich abgewickelt. Und auch in Europa ist mit der schwedischen Firma iZettle bereits seit 2011 ein ähnliches Angebot auf dem Markt.

De facto zeitgleich mit SumUp startete kürzlich - unter anderem ebenfalls in Deutschland - ein weiterer Bezahldienst, der auf das Prinzip der Einsteckmodule setzt: Payleven aus dem Umfeld der berühmt-berüchtigten Samwer-Brüder will ebenfalls Kleinunternehmer als Kunden für sich gewinnen, bietet im Vergleich zu SumUp aber ein wenig teurere Konditionen: Verrechnet werden 2,95 Prozent Umsatzanteil pro Transaktion plus einem Standardbetrag von neun Cent. Ähnlich wie SumUp ließ auch Payleven seinen Service über einen längeren Zeitraum hinweg vor dem offiziellen Startschuss von Händlern und Dienstleistern testen.

Akzeptanz schaffen
Damit SumUp ebenso erfolgreich wird wie das Vorbild aus den USA, muss natürlich auch erst die nötige Akzeptanz unter Händlern wie auch Konsumenten für diese Art des Bezahlens geschaffen werden. Alles, was neu und ungewohnt ist, braucht oft seine Zeit. Jeschonnek macht sich aber kaum Sorgen, dass der Dienst schlecht angenommen werden könnte.

"Natürlich fängt man mit solchen Sachen zunächst einmal immer bei den Vordenkern an und lässt das Angebot von Leuten testen, die dem generell offen gegenüberstehen." Da SumUp einfach zu bedienen sei und keine zusätzlichen Kosten für die Händler anfielen, werde es auch kein Problem geben, dass der Dienst angenommen wird, ist Jeschonnek überzeugt.

Mehr zum Thema

  • Starbucks schließt Kooperation mit "Square"
  • „Banken im Westen wollen kein Mobile Payment“
  • NFC-Bezahlung in Hagenberg Kongress-Thema
  • Onlinerechner für Plastikgeld-Nebenkosten
  • Mastercard: Offensive bei Online-Zahlung